Los Angeles


Wie viele der 50 Millionen Menschen, die seit an der Malaria gestorben sind, wären heute noch am Leben, wenn es den Grünen nicht gelungen wäre, DDT aus der Malariabekämpfung zu drängen? Frankfurt am Main ; Walter Manoschek Hrsg. Von bis kam es zu Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen durch japanische Soldaten in besetzten Gebieten. Juni besetzten Teile der

Vom "Paris Afrikas" zur kriegszerstörten Stadt


Als der Militärgouverneur Odumegwu Ojukwu, ein charismatischer, weltgewandter junger Mann, der in Oxford Geschichte studiert hatte, am In den Jahren zuvor waren Dutzende afrikanische Staaten in die Unabhängigkeit entlassen worden, alleine waren es siebzehn Länder, die sich von den englischen, französischen oder belgischen Kolonialherrschern lossagten.

Vielerorts herrschten Aufbruchsstimmung und Euphorie, und gerade Nigeria, in dem kurz zuvor grosse Ölvorräte gefunden worden waren, sagte man eine prosperierende Zukunft voraus. Doch auf die Proklamation der Unabhängigkeit Biafras folgte nicht der ersehnte Aufschwung, sondern ein Krieg, dem Hunderttausende zum Opfer fielen. Die Ereignisse versetzten den Hoffnungen auf eine rasche und friedliche Entwicklung im nachkolonialen Afrika einen herben Dämpfer. Und die verstörenden Bilder, die aus Biafra in alle Welt gelangten, brannten sich tief ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit ein.

Der Konflikt um Biafra, die südöstliche Küstenprovinz Nigerias, hatte sich bereits kurz nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahr abgezeichnet. Bald waren schwelende Animositäten zwischen den verschiedenen Ethnien aufgeflammt, das politische Gleichgewicht im Vielvölkerstaat war fragil, die staatlichen Institutionen waren kaum verankert. Nur sechs Monate später übernahmen Militärs aus dem muslimischen Norden den Präsidentenpalast, zugleich begannen Pogrome gegen Igbo.

Die darauffolgende Unabhängigkeitserklärung Ojukwus und der Biafrakrieg gingen aber nicht nur auf ethnische Konflikte zurück, sondern hingen auch mit den enormen Erdölvorkommen zusammen, die unter dem Boden Biafras lagerten. Im Nigerdelta, das Teil der abtrünnigen Provinz war, hatte die Ölförderung nach der Unabhängigkeit Nigerias stark angezogen.

Ein unabhängiges Biafra hätte davon stark profitiert. Für die Zentralregierung in Lagos hätte das indessen den Verlust ihrer Haupteinnahmequelle bedeutet — ein Szenario, das es unbedingt zu verhindern galt. Zwei Monate nach der Unabhängigkeitserklärung marschierten nigerianische Soldaten in die Provinz ein, bombardierten mit Unterstützung der Sowjetunion und Grossbritanniens die Städte und blockierten die Häfen, um die Bevölkerung auszuhungern.

Januar mussten die Sezessionisten kapitulieren. In dem zweieinhalbjährigen Krieg kamen mehrere hunderttausend Menschen ums Leben. Der Hunger soll gemäss Schätzungen noch einmal rund zwei Millionen Opfer gefordert haben.

Er zeigte, dass man die Sprengkraft der ethnisch-regionalen Konflikte innerhalb der oft willkürlich gezogenen Grenzen des Kontinents unterschätzt hatte. Und er machte deutlich, dass sich das Versprechen einer blühenden Zukunft nicht ohne weiteres einlösen lassen würde. Einen bleibenden Eindruck hinterliess der Konflikt auch in vielen Ländern Europas. Biafra war der erste afrikanische Krieg, über den auch westliche Journalisten ausführlich berichteten.

Durch eine geschickte PR-Kampagne, die mitunter von Genf aus koordiniert wurde, gelang es den Sezessionisten um Ojukwu, den Konflikt innert Kürze ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu tragen. Profitieren sollen auch kleine Airlines.

Wichtige Posten bleiben unbesetzt. Kann er die Herausforderungen meistern - und den Makel des Wahlbetrugs abschütteln? Er ist der fünfte Staatschef der Demokratischen Republik Kongo. Bei einem Angriff auf einen Stützpunkt der UN-Friedenstruppe im Norden Malis sind mindestens zehn Blauhelmsoldaten getötet und weitere verletzt worden. Das Verfassungsgericht in der Demokratischen Republik Kongo hat die Klage der Opposition gegen das amtliche Ergebnis der Präsidentenwahl abgewiesen - trotz glaubhaften Vorwürfen.

Die Beschwerde sei "unbegründet". Change it here DW. COM in 30 languages. Das Jahrhundert der Jugend Qantara. Welt Brasiliens Teufelskreis der Gewalt Von der Kolonialmacht zum beliebten Investor Erst vor kurzem hat sich das Verhältnis zwischen Deutschland und Togo nach langer Eiszeit wieder normalisiert.

Internationales Koordinierungszentrum für maritime Sicherheit. Schicken Sie uns Ihr Feedback! Aus einer vom Bürgerkrieg traumatisierten Stadt ist innerhalb kürzester Zeit eine der teuersten Städte der Welt geworden.

Produziert wird im Land praktisch nichts, fast alles muss importiert werden — meistens aus Portugal, Südafrika, Indien und China.

Das macht das Leben extrem kostspielig. In einem Land, in dem mehr als die Hälfte der Menschen mit weniger als zwei Euro am Tag überleben muss. Und in dem selbst gut ausgebildete Leute vielleicht bis Euro im Monat verdienen. Die Preise entsprechend mit. Eine Quadratmeter-Wohnung kostet schon mal über 3.

Eine Stadt als Spielwiese für internationale Investoren, Öl-Firmen und die zu schnellem Reichtum gekommenen, politisch bestens vernetzten Neureichen Angolas. Unter Sonnenschirmen lässt sich die Hautevolee des Entwicklungslandes bei köstlichem Fisch und exquisiten Meeresfrüchten verwöhnen. Für den schönen Ausblick hat er nicht viel übrig. Mein Leben sieht aber ganz anders aus. Wie das der meisten Angolaner.

Keiner von uns wohnt in so schicken Gebäuden. Wir brauchen eine funktionierende Wirtschaft, eine gerechtere Verteilung des Einkommens. Bildung und Wohlstand für alle.

Aber hier haben nur wenige Menschen viel zu viel Geld. Kuduro ist der populärste Musikstil bei jungen Angolanern. Der schnelle, atemlose Stil passt bestens zu einer pulsierenden Stadt wie Luanda. Wir jungen Leute können damit besonders gut unsere Gefühle ausdrücken, unsere Träume, das, was uns beschäftigt. Ich nutze Kuduro, um politische Botschaften auszusenden, soziale Missstände anzuprangern.

Kuduro ist praktisch meine Waffe, um Ideen und Gefühle auszudrücken. Und das ist der Kontext in Angola: Die Menschen leben in einem Land, das seit fast 40 Jahren vom autoritären Präsidenten dos Santos beherrscht wird.

Er führt es wie einen Familienbetrieb, Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer "Kleptokratie": Seine Kinder sitzen an den wichtigen Schaltstellen in der Politik und der Wirtschaft. Tochter Isabel ist die erste Dollar-Milliardärin und reichste Frau des gesamten afrikanischen Kontinents — geschätztes Vermögen: Die öffentlichkeitsscheue Jährige hat in den letzten Jahren ein Imperium aufgebaut: Telekommunikation, Medien, Finanzen, Energie, Diamanten, Supermärkte — kaum ein Wirtschaftszweig, in dem die dynamische Geschäftsfrau nicht mitmischt.

Auch beim ehemaligen Kolonialherren Portugal hat sich Dos Santos in den letzten Jahren kräftig eingekauft. Besitzt Anteile an Medienkonzernen und Banken. Ohne ihren Präsidenten-Daddy und seine Verbindungen hätte sie wohl kaum ein so märchenhaftes Vermögen anhäufen können. In Angola trägt die attraktive Isabel daher den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Prinzessin". Und wie um das zu untermauern, hat ihr Vater sie letztes Jahr handstreichartig zur Chefin von Sonangol gemacht, dem omnipräsenten und allmächtigen staatlichen Ölkonzern.

Die riesigen Öl-Vorräte haben nur wenigen Menschen genutzt, die politisch eng verbandelt sind mit dem Präsidenten. In kürzester Zeit sind sie extrem reich geworden. Die politische Elite ist identisch mit der wirtschaftlichen Elite. Die Mehrheit der Angolaner hingegen hat nichts vom Öl-Reichtum. Jetzt, wo der Ölpreis deutlich gesunken ist, steckt das Land in einer tiefen Wirtschaftskrise, weil es zu sehr auf das Öl vertraut und nicht diversifiziert hat.

Die Folgen der Krise müssen die einfachen Menschen ertragen: Die Preise für Lebensmittel und Transport steigen. In Luanda wird der Müll oft nicht abgeholt und stapelt sich mitten im Zentrum auf den Bürgersteigen.

Ständige Stromausfälle machen den Menschen zu schaffen. Gegen diese Missstände singt MC Sacerdote an - und lässt sich dabei nicht vom repressiven Staat aufhalten, der unliebsame Stimmen gern gewaltsam unterdrückt. Sie haben Angst, dass sie sonst ihre Privilegien verlieren.

Aber ich muss doch authentisch sein und hinter meinen Songs stehen. Sie müssen mir gefallen. Ich kann doch hier nicht leben, ohne mir Sorgen über die politischen und sozialen Probleme zu machen.

Andere jagen das Geld — ich suche noch meinen Platz inmitten dieses Durcheinanders. Meine Musik spiegelt ihre Realität wieder. Dort ist von der Pracht der Öl-befeuerten Entwicklung nichts zu sehen. Antonio lebt in einem einfachen gemauerten Haus. Seit Jahren baut er daran. Immer wenn etwas Geld da ist, kauft er neues Material. Entsprechend zusammengewürfelt sieht es aus. Innen ist es düster — der Strom ist weg.

Aber wir haben höchstens an zehn Tagen im Monat Strom.