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Interviews


Die Menschen haben resigniert und das Feld der Finanzen verlassen. Der Finanzwirtschaft scheint das vollkommen egal zu sein. Welche Rolle spielen auch die paar Milliarden der potentiellen Sparer, wenn es doch um Hunderte von Billionen geht, die um die Welt rasen? Man sollte lieber von Zockern berichten. Nicht, dass das verwerflich wäre. Wer dieses Spiel beherrscht und mitspielen will, warum nicht? Aber es sollte doch bitte schön nicht als Wundermittel für die breite Masse der echten Anleger angepriesen werden.

Gebt den Menschen endlich die Produkte, die sie ver44 stehen! Es ist nun mal Tatsache, dass die meisten Menschen in unserer Republik schon froh sind, wenn sie verstanden haben, was eine Aktie oder gar ein Fonds ist. Ist ja auch kein Wunder. Selbst auf weiterführenden Schulen wird zwar gelehrt, wie eine Gerade das Zentrum der Kugel im dreidimensionalen Raum quer durch ein Dreieck tangiert, aber wie eine Lebensversicherung oder ein Bausparvertrag funktioniert, bleibt ein dunkles Geheimnis.

Das selbstverliebte Finanzsystem erkennt die Bedürfnisse der normalen Leute nicht mehr. Es ist, als würden ihnen Ferraris und Lamborghinis mit PS und jeden Tag neuem Schnickschnack zur Verfügung gestellt, ohne zu erkennen, dass der normale Autofahrer damit vollkommen überfordert ist.

Der wäre froh, man würde ihm einen einfachen, beherrschbaren Kleinwagen zur Verfügung stellen, mit dem er sicher sein Ziel erreicht und bei dem er alle Knöpfe und Schalter versteht. Also, liebe Banker und Finanzberater: Holt eure Kunden da ab, wo sie stehen, und bietet ihnen die Produkte an, die sie wirklich brauchen und vor allem verstehen. Manch einer versteht auch eine Schiffsbeteiligung oder gar eine Stiftung.

Aber überfordert die Leute nicht. Lassen Sie sich nichts aufs Auge drücken, was Sie nicht wirklich verstanden haben. Natürlich macht es Sinn, sich auch mit neuen Produkten zu beschäftigen und in sie 45 zu investieren. Natürlich kann man mit einem Sportwagen schneller ans Ziel kommen, wenn man ihn beherrscht. Deshalb möchte ich Sie ermutigen: Aber ganz gleich, was Sie auch tun: Alles ist besser, als nichts zu tun.

Schon das Tagesgeldkonto ist besser als das Girokonto oder gar das Sparbuch. Geld ist eines der spannendsten Themen überhaupt, auch wenn Sie es jetzt vielleicht noch nicht glauben wollen. Am Ende dieses Kapitels werden Sie mir recht geben.

Wir brauchen dieses Wissen unbedingt als Grundlage, um verschiedene Entwicklungen zu verstehen, die im Weiteren aufgegriffen werden. Ich meine nicht die Münzen in Ihrem Geldbeutel, sondern überhaupt das ganze Geld, das auf den Girokonten hin und her gebucht wird.

Man hört immer wieder den Satz: An kaum einer Schule wird dieses elementare Wissen gelehrt. Nirgends wird darüber aufgeklärt. Vielleicht sollen Sie es gar nicht wissen? Aber beginnen wir von vorne. Bevor die Menschheit Geld verwendet hat, hat sie sich mit Tauschhandel begnügt. Der Fischer hat dem Bootsbauer zehn Zander gegeben, damit der ihm seinen Kahn repariert, und so weiter.

Zuweilen war das aber ziemlich unpraktisch. Wenn einer einen Esel hatte und wollte dafür ein Brot kaufen, war das ein ziemlich schlechtes Geschäft für einen von den beiden, und dieser eine war nicht der Bäcker. Nur einen Teil des Esels einzutauschen hätte bei der schlechten Wundversorgung der damaligen Zeit wahrscheinlich erhebliche Nachteile 47 gehabt. Also kam man recht schnell auf die Idee, dass man irgendetwas erfinden muss, womit die jeweiligen Dienstleistungen und Waren gegeneinander aufgerechnet werden können: Da sich Muscheln und Glasperlen nur sehr beschränkter Akzeptanz erfreuten, haben sich recht bald Gold und Silber als Verrechnungseinheit durchgesetzt.

Das lag zum einen daran, dass Gold und Silber in der gesamten damals bekannten Welt als werthaltig anerkannt waren. Gegen Gold in welcher Form auch immer konnte man schlichtweg überall Waren eintauschen. Hinzu kam, dass man Gold beliebig aufteilen konnte, ohne dass es an Wert verlor. Wenn Sie ein Goldstück von einem Kilo in zehn Goldstücke von jeweils Gramm teilen, sind diese zehn kleinen Stücke zusammen exakt so viel wert wie das ursprüngliche Ein-Kilo-Stück. Im Gegensatz zum Esel.

Gold und Silber waren also geradezu ausersehen, die Rolle des Tauschmittels zu übernehmen. Der Verkäufer des Esels konnte also von dem erhaltenen Gold wieder ein paar Gramm abschneiden und seinen Hunger stillen, indem er sie beim Bäcker gegen ein Brot eintauschte. Das ständige Absägen von Gold und Silber war aber nun auch ziemlich unpraktisch, sodass recht schnell Münzen geprägt wurden.

So reisten die Händler durch die Gegend und tauschten Tontöpfe gegen Silbermünzen, Silbermünzen gegen Waffen und so weiter. Nur Gold und Silber können Zahlungsmittel sein. Nur Gold und Silber sind aufgrund ihrer natürlichen Seltenheit immer wertvoll und jederzeit gegen Waren eintauschbar. Niemand wäre auf die Idee gekommen, Papier könne als Tauschmittel dienen. Also kam man zu der Erkenntnis: Ein Beglaubigungsschreiben wäre doch eine tolle Sache.

So etablierte beispielsweise der Kreuzritterorden der Templer, die ihre Burgen in allen Ländern hatten und Gold und Silber in der jeweiligen Burg horteten, eines der ersten internationalen Zahlungssysteme. Ein Kaufmann zahlte beispielsweise bei den Templern im heutigen Berlin-Tempelhof damals Siedlung Tempelhove einen bestimmten Betrag ein.

Die Templer haben ihm über diesen Betrag ein Dokument ausgestellt, einen Kreditbrief. Diesen hat er dann auf seine Reise ins ferne Jerusalem mitgenommen, was ihm sicherlich einfacher gefallen sein dürfte, als mehrere Säcke Münzen über Berg und Tal zu schleifen.

Dort hat er den Kreditbrief beim ortsansässigen Mutterhaus der Templer wieder in Münzen zurückgetauscht. Der internationale, bargeldlose Zahlungsverkehr war geboren. Diese Kreditbriefe der Templerzeit entsprechen in etwa dem, was wir heute als Geldschein kennen, jedoch mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Es war ein Versprechen.

Nicht mehr und nicht weniger. Im Lauf der Zeit 49 haben sich die Menschen so sehr an dieses bequeme Papier gewöhnt, dass die Händler untereinander gar nicht mehr auf der physischen Übergabe der Goldmünzen bestanden, die sie zur Weiterreise selbst wieder gegen einen neuen Kreditbrief hätten eintauschen müssen. Stattdessen wurde einfach der Kreditbrief von einem Händler an den anderen weitergegeben.

Genau das Gleiche spielte sich bei der Gründung der Vereinigten Staaten ab. Diese Münzen stellen bis heute das einzige Geld dar, das von der Verfassung der Vereinigten Staaten anerkannt wird. Jedermann wusste, ein Dollar sind 24 Gramm Silber. Sobald durch Abrieb das Gewicht einer Münze um mehr als1 Prozent abgenommen hatte, musste sie eingeschmolzen und durch eine neue ersetzt werden. So sehr war man bemüht, die Akzeptanz des Silberdollars durchzusetzen. Aber wie zu Zeiten der Kreuzritter wäre es auch im modernen Amerika ziemlich unhandlich, Säcke an Silbermünzen mit sich herumzutragen.

Kein Mensch wäre damals auf die Idee gekommen, dass es sich bei diesen Banknoten um Dollars handelte. Es war klar, dass diese Noten an sich keinen Wert hatten, sondern nur ein Versprechen beinhalteten, nämlich das, jederzeit von der ausstellenden Bank 50 Silbermünzen in dem angegebenen Umfang zu beziehen, die im Gegenzug zur Ausgabe der Noten bei der Bank hinterlegt waren.

Zumeist war dieser Herausgabeanspruch an Gold- und Silbermünzen oder auch an Gold- und Silberbarren gebunden. Die Golddeckung der Währungen galt in etwa von bis weltweit. Auch davor gab es wie oben beschrieben die Deckung durch Gold und Silber, allerdings kam es in dieser Zeitspanne durch das mächtige England zu einer sehr stabilen und weltweit gültigen Goldwährung. Dieser Wert der Währung blieb über fast hundert Jahre konstant. Alle übrigen Währungen der Welt wurden entsprechend ihrem hinterlegten Goldgewicht umgerechnet.

Man hatte also über hundert Jahre ein stabiles Wechselkursverhältnis aller wesentlichen Währungen. Der Wert des Geldes wurde am Gold gemessen — nicht umgekehrt. Das sorgte ein Jahrhundert lang für stabile Verhältnisse, Wohlstand und weitestgehende Vollbeschäftigung. So weit, so gut. Doch irgendwann wurde bemerkt, dass niemals alle Banknoten gleichzeitig vorgelegt wurden. Was auch passierte, es war völlig unwahrscheinlich, dass zu irgendeinem Zeitpunkt alle Menschen gleichzeitig all ihre Banknoten bei der Bank vorlegen würden.

Also konnte man doch einfach ein paar Banknoten mehr in Umlauf geben, als wirklich Gold oder Silber in den Tresoren lag.

Der gesunde Menschenverstand begehrt hier auf und sagt: Das ist doch Betrug! Aber wenn er von Regierungsseite kommt, nennt man es nicht Betrug, sondern Geldpolitik. So konnte man also mehr Geld schaffen, als eigentlich durch das echte Gold und Silber gedeckt war.

Da Regierungen zu allen Zeiten Geld brauchen, ob zum Ver51 schleudern für Prunkbauten oder für die Kriegsführung, war das eine gern genutzte Einnahmequelle. Und ab brauchten die Regierungen sehr viel Geld. Sie mussten zwei Weltkriege bezahlen.

Sie mussten also schnell viel Geld schaffen. In einem System, das durch Golddeckung garantiert ist, kann man aber nicht mal eben die Druckerpresse anwerfen, denn man müsste im Gegenzug ja auch entsprechende Mengen an Gold einlagern.

Nun konnte die Geldmenge beliebig gesteigert werden. Ohne die Abschaffung der Golddeckung hätte der Erste Weltkrieg gar nicht stattfinden können. Den Regierungen wäre ganz schnell das Geld für neue Waffen ausgegangen, und der Krieg wäre zu Ende gewesen. So aber stieg beispielsweise die Geldmenge des Deutschen Reiches von bis von 9 Milliarden Reichsmark auf 52 Milliarden Reichsmark. Die Folgen waren Hyperinflation und wirtschaftliche Zusammenbrüche weltweit. Massenarbeitslosigkeit und Verzweiflung und in der Folge der Zweite Weltkrieg.

Niemand konnte das Geld so schnell ausgeben, wie es an Wert verlor. Sie erinnern sich vielleicht an alte Erzählungen, wie die Leute eine Schubkarre voller Geld nicht unbeaufsichtigt haben stehen lassen können. Es hätte sonst jemand das Geld ausgekippt und die Schubkarre geklaut. In den Folgejahren gab es immer wieder Versuche, den Goldstandard zumindest teilweise wieder einzuführen, aber sie scheiterten jedesmal an den Interessen einzelner einflussreicher Personenkreise.

April den privaten Goldbesitz verbot und unter Strafe stellte. Jeder Bürger musste 52 seinen Goldschmuck, Münzen, Barren und so weiter bei den staatlichen Stellen abliefern.

Private Haushalte und Banktresore wurden durchsucht und alles Gold konfisziert. Dieses Goldverbot blieb fast vierzig Jahre lang gültig und wurde erst aufgehoben. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde allerdings erneut ein Goldstandard eingeführt.

Alle anderen Länder mussten ihre Währungen entsprechend anpassen. So waren also auch die Währungen der anderen Länder quasi goldgedeckt, da sie in einem festen Wechselkurs in US-Dollar getauscht werden konnten und diese wiederum gegen Gold. Das war für die USA zunächst kein Problem. Sie hatten ja riesige Goldmengen eingezogen und sich während der Weltkriege ihre Waffenlieferungen in Gold bezahlen lassen.

Im Lauf der Zeit brauchte die Supermacht durch ihre weltweiten Aktivitäten aber immer mehr und mehr Geld, beispielsweise für den Vietnamkrieg. So reduzierte man nach und nach die Garantie, für 35 US-Dollar jeweils eine Unze Gold zu liefern, und produzierte immer mehr Dollarnoten, ohne weiteres Gold einzulagern. Als dann Frankreich seine gesamten Dollarnoten in Amerika einreichte und das Gold dafür ausgeliefert haben wollte, konnte Amerika dieses Gold nicht liefern.

Die USA waren de facto zahlungsunfähig. Aus der Banknote als Versprechen auf die Aushändigung echten Geldes in Gold oder Silber war ein Zettel mit dem Versprechen auf absolut nichts geworden.

Auf der Banknote von ist zu lesen: Denn in der Tat garantiert diese Dollarnote schlichtweg gar nichts! Sie ist nicht mehr wert als das Papier und die Druckfarbe. Das Einzige, was ihrem Besitzer bleibt, ist in der Tat Gottvertrauen — das Vertrauen darauf, dass irgendein anderer diesen Geldschein von mir gegen eine Dienstleistung oder eine Ware tauscht und annimmt.

Dies gilt in der logischen Konsequenz für alle gängigen Papierwährungen der heutigen Zeit. Sie können ihre Funktion nur aufrechterhalten, solange die Masse der Menschen und die Wirtschaft daran glauben, dass ein anderer diese wertlosen Papierfetzen als Zahlungsmittel akzeptiert.

Ein unglaubliches Experiment, das man bis vor wenigen Jahrzehnten als absolute Torheit angesehen hätte! Es existiert in dieser Form erst seit den siebziger Jahren. Nicht wenige Kritiker gehen davon aus, dass dieses Experiment in naher Zukunft in einem Desaster enden wird. Den meisten Menschen war zu diesem Zeitpunkt nicht klar, was das bedeutet: Eine neue Währung mit Edelmetalldeckung. Es ist absolut notwendig, dass Sie diesen Zusammenhang verstanden haben: Dann haben wir ein Problem.

Daher ist es nur allzu verständlich, dass die USA alles unternehmen würden, um dieses buchstäblich blinde Vertrauen in den US-Dollar aufrechtzuerhalten. Denn was rechtfertigt dieses Vertrauen? Die Gesamtverschuldung also die Schulden des Staates, der Industrie und der Bürger der Vereinigten Staaten ist so hoch wie noch nie zuvor in der Geschichte.

Wie lange ist die Welt bereit, einem hoffnungslos überschuldeten Kreditnehmer ständig neue Darlehen einzuräumen — gegen das wertlose Versprechen, es irgendwann zurückzuzahlen? Also 56 muss er zunächst seine Heimatwährung gegen US-Dollars verkaufen. Diese gibt er dann dem Scheich, der ein paar Fässer voll schmierigen Drecks aus dem Sandboden geholt hat.

Und das wiederholt sich bei jedem Tanker Öl, der gekauft wird. Immer braucht der jeweilige Käufer US-Dollars. Denn der Scheich gibt seine Dollars nicht ganz aus, er leistet sich nur ein paar Prunkvillen, Luxusyachten und Einkaufsreisen nach Paris. Zumeist in amerikanischen Staatsanleihen. Er leiht der US-Regierung Geld. So können die Amerikaner also ständig neues Geld drucken, weil die Welt durch den wachsenden Welthandel und das immer neue geförderte Öl nach immer neuen Dollars verlangt.

Der Scheich leitet das Geld durch, lebt nicht schlecht davon und verleiht den Rest wieder an die USA, in der Hoffnung, immer pünktlich seine Zinsen darauf zu erhalten und jederzeit darauf zurückgreifen zu können, wenn er mal etwas mehr Geld brauchen sollte.

Die Asiaten und speziell die Chinesen sind in den achtziger Jahren freudig in dieses Spiel eingestiegen. Man kann das ganze Spiel auf einen Nenner bringen.

Dieser Handel wird einzig von dem Vertrauen getragen, dass der 57 US-Dollar für alle Zeiten von allen Marktteilnehmern akzeptiert wird. Dieser Deal kam in den letzten Jahren wiederholt mächtig ins Wanken. Die Reaktionen der Vereinigten Staaten waren entsprechend. Wann immer jemand am Dollar gezweifelt hat, wurde es heftig.

Bei meinen vielen Gesprächen stelle ich auch immer wieder die Frage: Nur wenige geben auf Anhieb die wirklich richtige Antwort. Dennoch antworten einige, meist Leute mit entsprechender Position und viel Hintergrundwissen, wie aus der Pistole geschossen: Damit war sein Schicksal besiegelt.

Man versuchte es mit Worten, mit Druck, und letztlich kam die finale Lösung mit dem Einmarsch in den Irak. Wird irgendetwas unternommen, um der Welt einzureden: Es ging uns nicht ums Öl!

Man lässt die Welt in dem Glauben: Wie viel dramatischer wären die Auswirkungen, wenn die Menschen wüssten, dass es in Wirklichkeit um die Glaubwürdigkeit des Dollars ging!

Das wäre weit schlimmer, als wegen der Ölgier gescholten zu werden. Also vergräbt man einen toten Hund über der eigentlichen Leiche. Ob dabei nur die ebenfalls begonnene Urananreicherung des Landes eine Rolle spielte? Im September wurde der staatliche Ölkonzern angewiesen, seine Dollarbestände in andere Währungen wie den Euro zu tauschen. Seitdem haben sich die ohnehin nicht guten Beziehungen zwischen Chavez und den USA 59 weiter verschlechtert. Der Iran hat das Undenkbare getan.

Er hatte bereits mitgeteilt, Öl nicht nur gegen US-Dollar, sondern auch gegen Euro verkaufen zu wollen. April zu berichten wusste.

Für das Jahr folgte die Ankündigung, eine iranische Ölbörse zu gründen, an welcher das internationale Öl nicht mehr in US-Dollar, sondern in Euro und Yen gehandelt würde. Vermutlich hätten sich viele Staaten und internationale Händler nur zu gerne dieser Möglichkeit bedient. Es war also vollkommen ausgeschlossen, dass die USA die erfolgreiche Gründung dieser iranischen Ölbörse zulassen würden.

Der Druck nahm immer weiter zu, und man versuchte, den Iran von seinem Vorhaben abzubringen. Und dabei ging es beileibe nicht um die Atomanreicherung. Man versuchte es mit Verhandlungen, Druck und Sanktionen — mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Der Iran war sich über die Brisanz seines Schrittes im Klaren. So wurde die Eröffnung der iranischen Ölbörse immer wieder hinausgeschoben. Im Februar wurde die 60 Ölbörse endlich eröffnet. Allerdings wird Öl dort bislang nicht gegen Euro, sondern gegen die Landeswährung Rial gehandelt.

Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, aber ich empfehle Ihnen, bei Meldungen zu diesem Thema genau hinzusehen. Also versuchen die Asiaten, diese Dollarberge abzubauen. Dazu werden Staatsfonds gegründet, deren Aufgabe es ist, einkaufen zu gehen. Jede Frau wäre froh, wenn sie mit einem solchen Budget auf Tour gehen dürfte. Der letzte chinesische Staatsfonds wurde mit Milliarden Dollar und dem Auftrag ausgestattet: Kauft was Sinnvolles, Hauptsache, wir werden die Dollars los!

Also ziehen die Fondsmanager um die Welt und kaufen ein, was sie kriegen können. Australische Erzminen, afrikanische Gasfelder oder europäische Hightechunternehmen.

Jetzt kommen wir zu einem Thema, bei dem viel Spekulation im Spiel ist. Bitte lesen Sie die folgenden Zeilen mit viel Skepsis. Würde China morgen dem Dollar offiziell abschwören, wäre Amerika binnen weniger Wochen pleite. An einem Platzen des Dollars können sie nicht interessiert sein, solange sie selbst noch zu sehr von ihm abhängen. Dennoch wollen sie — wie viele andere Staaten zur Zeit — so schnell wie möglich aus ihren Dollarbeständen aussteigen. Wenn der Dollar massiv und vor allem schnell an Wert verliert, geht ganz schnell die Frage um die Welt: Was ist denn mit dem Dollar los?

Bricht der komplett weg? Ich glaube, da gehe ich auch mal lieber aus meinen Dollaranlagen raus. Einige Marktteilnehmer hatten es wohl übertrieben mit dem Abbau ihrer Bestände. In der Tat stellte sich die Welt bereits damals die Frage: Ist das das Ende des Dollars? Doch es gibt einen Punkt, an dem der chinesische Drache verwundbar ist wie einst Achill an seiner berühmten Ferse: China muss eine Milliarde Menschen ernähren.

Was könnte es also für die chinesische Bevölkerung und somit auch für die chinesische Regierung Schlimmeres geben als explodierende Lebensmittelpreise? Aber Achtung, das ist noch immer eine Hypothese! Ich trage lediglich einige Mosaiksteinchen zusammen, die ein interessantes 62 Bild ergeben. Es muss nicht das richtige Bild sein. Dafür fehlen die Beweise. Es soll lediglich die Diskussion anregen. Aber einiges spricht für diese These: Die Vereinigten Staaten von Amerika.

Und wo werden die Lebensmittelpreise gemacht? Dort wird durch Terminkontrakte — man könnte auch sagen durch Wetten auf die Zukunft — der Preis für die diversen Getreidearten festgelegt. Derjenige, der die meisten Menschen ernähren muss. Binnen weniger Wochen explodierten, immer parallel zum starken Einbruch des Dollars, die Lebensmittelpreise.

Dramatische Entwicklungen rund um den Globus waren die Folge. In Haiti gab es Unruhen und Massenproteste gegen die hohen Lebensmittelpreise. Fünf Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Supermärkte und Tankstellen wurden leer geräumt, der Sturm auf den Regierungssitz nur knapp verhindert. Protestaktionen gab es ferner auch in Indonesien, und auf den Philippinen wurde ein Krisengipfel einberufen.

Auch andere asiatische Staaten befürch63 teten Unruhen. In mehreren Ländern wurde ein Exportstopp für Lebensmittel verhängt, um die Versorgung der eigenen Bevölkerung sicherzustellen. Von angeblichen Hamsterkäufen war die Rede. Die Signale standen auf Sturm, denn die Menschheitsgeschichte ist voll von Geschichten, in denen hohe Lebensmittelpreise zu Aufständen führten, die die jeweiligen Regierungen weggefegt haben.

Auch China und Russland haben damit bereits Erfahrungen gesammelt und wissen, wie gefährlich hohe Lebensmittelpreise angesichts einer armen Bevölkerung sein können. Doch als daraufhin eine Beruhigung beim Verfall des Dollars einsetzte, kamen auch die Lebensmittelpreise plötzlich ganz schnell wieder herunter.

Der Preis für Mais fiel innerhalb eines Monats um 30 Prozent! So schnell wie der Spuk mit den Lebensmittelpreisen kam, so schnell war er auch wieder vorbei.

Hat da jemand einen Schuss vor den Bug abgefeuert? Könnte die Drohung gelautet haben: Es gibt keinen Beweis für diese These. Aber könnte es nicht so gewesen sein?

Was wurde in den Monaten der hohen Lebensmittelpreise nicht alles als Grund genannt! Daher werden die Preise immer weiter in astronomische Höhen steigen. Essen die Chinesen plötzlich nichts mehr? Sind sie wegen der Tibetfrage geschlossen in den Hungerstreik getreten, oder warum sind die Preise um 30 Prozent eingebrochen? Das wird sich weiter fortsetzen. Die Preise werden noch viel höher steigen.

Haben die Raffinerien Gewissensbisse bekommen und den Mais an die arme Bevölkerung Westafrikas verteilt? Wurde die Produktion von Biodiesel plötzlich eingestellt?

Die Böden sind auf Jahre nicht mehr nutzbar! Gab es eine göttliche Schnellsanierung der Ackerflächen? Erinnern Sie sich, wie aufgrund dieser Expertenaussagen alle Anlegerzeitungen für Rohstofffonds und Rohstoffzertifikate trommelten?

Jede Hausfrau sollte plötzlich zum Weizenspekulanten werden. Wer braucht schon Aktien oder Festgeld? Das Glück liegt in Reiszertifikaten!

Der hatte natürlich auch ins gleiche Horn geblasen und beruhigte den Anleger jetzt mit den Worten: In Zukunft kann es mit den Lebensmittelpreisen nur nach oben gehen.

Noch ein Wort zur Spekulation mit Lebensmitteln: Wenn ich Aktien kaufe, stelle ich der Aktiengesellschaft Geld zur Verfügung, damit sie Ertrag erwirtschaftet und im Idealfall auch noch Arbeitsplätze schafft und die Wirtschaft insgesamt voranbringt. Das nenne ich investieren, um etwas zu schaffen und weiterzuentwickeln. Wenn ich Öl oder Gold kaufe, in der Hoffnung, dass die Preise steigen, dann ist das kein Investieren, sondern Spekulieren. Ich wette nur auf den Preisanstieg.

Das tut niemandem wirklich weh. Aber wenn ich mit Grundnahrungsmitteln spekuliere, sieht die Sache ganz anders aus. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Wir legen alle jeweils nur Euro im Monat als Sparrate in einen Rohstofffonds. Da kommen weltweit einige Milliarden zusammen. Der Rohstofffonds kauft dann am Terminmarkt Weizen oder Reis. Daraufhin steigt der Reispreis. Nicht weil ich den Reis essen will, sondern nur weil ich mir mal eben einige Tonnen virtuell in die Garage gepackt habe, um sie später zu einem höheren Preis an die Hungernden zu verkaufen.

Ich kaufe also mit meinem Rohstoffinvestment an der gleichen Börse den gleichen Reis wie die Familie in Indonesien. Das Problem der Hungernden in diesen Ländern besteht nicht darin, dass kein Reis da ist, sondern darin, dass sie ihn sich nicht leisten können, weil er zu teuer ist.

Und ich bin derjenige, der den Preis mit nach oben treibt, um dann am Elend und der Not dieser Menschen zu verdienen. Ich gebe Ihnen ein anschauliches Bild: In einer abgelegenen Gegend steht ein einziger Stand mit Lebensmitteln.

Davor befindet sich eine Schlange hungriger Menschen, die darauf hoffen, 66 dass ihre wenigen Münzen ausreichen, um die mitgebrachte Reisschale zu füllen. Da kommt der reiche Spekulant von hinten angerannt und schreit: Genau das tun wir im Prinzip, wenn wir mit Grundnahrungsmitteln zocken. Daher bin ich ausdrücklich für ein striktes Verbot von Spekulationsgeschäften jeder Art mit den Grundnahrungsmitteln Weizen, Reis, Mais, Getreide und — schon mal vorsorglich für die Zukunft — Trinkwasser.

Trinkwasser sei ein Produkt wie jedes andere, und dafür müssten die Menschen in Zukunft eben bezahlen. Wenn es sich manche nicht leisten könnten, wäre das nicht sein Problem. Es scheint also nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch Trinkwasser auf Termin gehandelt wird. Was kommt als Nächstes? Einmal kurz einatmen für 3 Cent, einmal tief durchatmen für 10 Cent? Wie pervers kann unser System noch werden? Was ist zu abwegig, um es sich vorzustellen?

Es ist absolut nichts dagegen einzuwenden, wenn Landwirte ihre Ernte auf Termin an ihre Abnehmer verkaufen, um die Erträge frühzeitig kalkulieren zu können.

Alle Vereinbarungen zwischen Lieferanten und Produzenten über jetzige und künftige Abnahmepreise sind vollkommen in Ordnung. Natürlich soll sich auch der Preis für Lebensmittel nach Angebot und Nachfrage richten. Aber nach echter Nachfrage. Nach Nachfrage von 67 Essern. Sonst sind wir nicht besser als die, die wir hier so hart kritisieren. Lassen Sie uns die Welt ein klein wenig besser machen, wo wir die Möglichkeit dazu haben.

Die meisten Menschen haben nur eine vage Vorstellung davon, wie Geld heutzutage eigentlich entsteht. Die tatsächlich geprägten Münzen oder gedruckten Geldscheine machen weniger als 10 Prozent des gesamten im Umlauf befindlichen Geldes aus. Am besten schauen wir uns die wundersame Geldschöpfung anhand eines Beispiels an: Auf Ihrem Kontoauszug stehen jetzt 10 Euro.

Dann verleiht die Pfefferminzia-Bank diese 10 Euro an einen anderen Kunden, nennen wir ihn Hugo, und stellt ihm diese 10 Euro auf sein Girokonto. Also können Sie jetzt gemeinsam 20 Euro ausgeben. Es wurden folglich 10 Euro einfach so aus dem Nichts heraus produziert. Klingt unglaublich, aber genau so funktioniert die Schaffung von Geld. Auf diese Weise soll eine unbegrenzte Vermehrung von Geld verhindert werden, was allerdings mehr symbolischen Charakter hat. Die Banken können so viel Geld erschaffen, wie sie Kreditnehmer finden.

Gehen wir noch mal zu der ursprünglichen Konstellation zurück: Sie haben 10 Euro in Scheinen bei Ihrer Bank eingezahlt. Die Bank schreibt Ihnen 10 Euro gut. Gleichzeitig hat sie Hugo diese 10 Euro geliehen und auch seinem Konto gutgeschrieben. Im Tresor hat die Bank allerdings nur 10 Euro in Scheinen liegen.

Wenn jetzt Hugo und Sie gleichzeitig zur Bank gehen und jeder von Ihnen sich diese 10 Euro in bar auszahlen lassen will, kann die Bank das gar nicht, da sie ja nur 10 Euro im Tresor hat. Die Bank wäre zahlungsunfähig. Das Banksystem mit Buchgeld funktioniert also nur so lange, bis viele Kunden gleichzeitig ihr Geld abheben wollen. Das passiert zum Beispiel dann, wenn die Menschen ihrer Bank nicht mehr trauen.

Die Leute befürchten, dass ihre Bank Bankrott macht, und wollen das Geld 69 abheben, bevor es weg ist. Denn das Geld, das sie eingezahlt haben, wird ja nicht für sie im Safe aufbewahrt. Sie haben mit der Einzahlung Ihrer Bank einen Kredit gegeben. Selbst wenn an dem Gerücht absolut nichts dran ist, kann es die Menschen dazu bewegen, zu ihrer Bank zu rennen und das Geld vom Konto abzuheben, also praktisch den an die Bank gegebenen Kredit sofort zurückzufordern.

Wie wir oben gesehen haben, kann keine Bank unseres Systems alle auf den Konten stehenden Summen auf einmal auszahlen. Sie hat dieses Geld ja gar nicht. Und genau deshalb kann ein hartnäckiges Gerücht eine intakte Bank binnen Stunden in die reale Pleite treiben.

Das war ein solcher Bank-Run. Die ersten haben ihr Geld bekommen, aber wer zu spät kam, hatte das Nachsehen. Auch hier gilt wieder die alte Börsenweisheit: Schauen wir uns das Ganze doch mal ohne Nebelkerzen an. Zunächst einmal das Beste: Diese verwahrt die 70 Bank nur für Sie.

Viel spannender ist aber, was mit Ihrem Guthaben auf dem Konto geschieht. Die Kundengelder im deutschen Bankensystem werden durch die Einlagensicherung geschützt. Diese Einlagensicherung besteht zum einen aus einer gesetzlichen Garantie.

Diese ist aber pro Anleger auf 90 Prozent seines Geldes und maximal 20 Euro beschränkt. Von den übrigen 80 Euro müssen Sie sich leider verabschieden. Um diesen GAU zu verhindern, gibt es über die gesetzliche Absicherung hinaus noch eine private Absicherung seitens der Banken, den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihre Bank dabei ist, können Sie das unter www. Diese Entschädigungseinrichtung ist eigentlich eine tolle Sache. Sie wirbt auch damit, dass die Entschädigungssumme jedes einzelnen Kunden bei 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank liegt. Jeder Kunde der Deutschen Bank, der weniger als 10 Milliarden Euro auf dem Konto hat, bekommt also von dieser Entschädigungseinrichtung sein gesamtes Geld wieder, wenn die Deutsche Bank pleitegehen sollte.

Hier endet meist das Beratungsgespräch, und der Kunde wähnt sich sicher und zufrieden. Sie können es sich bereits denken, dass dieses Thema, welches Sie in jeder Bankbroschüre nachlesen können, hier nicht so ausführlich erörtert würde, wenn es da nicht noch eine dunkle Seite hinter der strahlenden Fassade gäbe.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer denn bitte schön die ganzen Milliarden bezahlen soll, wenn die Deutsche Bank Pleite macht? Der Einlagensicherungsfonds übernimmt die Zeche.

Hat aber irgendjemand mal gefragt, ob der überhaupt genug Geld im Portemonnaie hat? Ich habe Anfang mal nachgefragt. Aber seltsamerweise keine Antwort bekommen. Man möchte keinen Anlass zu Spekulationen geben. Das ist doch der Hammer, oder? Stellen Sie sich vor, man verspricht Ihnen: Und was ich da gefunden habe, hat mir gar nicht gefallen. Aus Insiderkreisen hört man — ich bitte diese Zahl lediglich als begründete Spekulation und nicht als Fakt zu sehen —, dass in diesem Feuerwehrfonds nur 4,5 Milliarden Euro liegen sollen.

Also sind lediglich 0,5 Prozent der Kundengelder durch diesen Fonds abgesichert. Und dann wird wieder ein Finanzminister vor die Kameras treten und sagen: Aber glauben Sie im Ernst, eine private Bank würde sich selbst in Zahlungsschwierigkeiten bringen, um die Kundengelder eines Konkurrenten zu retten?

Wir haben die peinlichen Streitereien gesehen, als es darum ging, wer die Milliarden für die Rettung der Hypo Real Estate aufbringen soll. Da kann man sich ungefähr vorstellen, wie es aussieht, wenn es eines Tages um zehnmal höhere Summen gehen sollte.

Die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken haben jeweils eigene mehrstufige Absicherungssysteme, die im Normalfall gut funktionieren, aber im Falle eines Super-GAUs ebenfalls an ihre Grenzen kämen. Um es ganz klar zu sagen: Dieses System ist besser als nichts. Es ist besser als alle Absicherungssysteme unserer Nachbarstaaten. Aber man muss sich darüber im klaren sein, dass es eine hundertprozentige Absicherung nicht geben kann.

Nichts im Leben ist zu Prozent sicher. Schon gar nicht Ihr Geld oder Ihre Rente. Für die am häufigsten vorkommenden Unfälle funktionieren die wunderbar. Es kann keine Absicherung gegen alles geben. Warum sagt man das den Menschen nicht? Ich glaube, die 73 meisten Leser werden mit dieser Wahrheit wunderbar umgehen können. Genauso können Sie Ihrer Bank vertrauen. So einfach ist die Sache.

Niemand hatte mehr Vertrauen in die Banken. Gerüchte gingen um, welche Bank wohl die nächste sei, die pleitegeht. Als dann Anfang Oktober die Zentralbanken Alarm schlugen, weil sie einen starken Anstieg der Bargeldnachfrage registrierten, reagierte Bundeskanzlerin Merkel rasch, unkonventionell und keinen Tag zu früh. Hätte sie nicht an diesem Wochenende die Staatsgarantie für alle Spargroschen aller privaten Konten erklärt, wäre es vermutlich wenige Tage später zu einem Sturm der Menschen auf ihre Banken gekommen, um das Geld von den Konten zu holen.

Diese Entscheidung kann man nicht hoch genug bewerten. Die Banken haben sich untereinander nicht mehr vertraut, und die Menschen haben den Banken misstraut. Die Regierung hat nichts anderes gemacht, als das Vertrauen der Menschen durch die Banken hindurch auf die Regierung durchzuleiten. Ein einmaliger und gewagter Vorgang. Man kann nur beten, dass diese Garantien nie tatsächlich in Anspruch genommen werden. Sollte das geschehen, stehen wir einen Schritt vor dem Staatsbankrott.

Zunächst aber funktioniert die Garantie. Die Menschen belassen ihr Geld auf dem Konto, und die Banken leihen sich untereinander wieder zaghaft Geld. Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten. Aber man sollte aufhören, den Leuten zu sagen: Es ist immer, aber wirklich immer unabdingbar, selbst ein wachsames Auge auf die Entwicklungen zu haben und dann unaufgeregt, aber rechtzeitig zu reagieren.

Glauben Sie keinem Versprechen, das Sie nicht bis ins Detail überprüft haben. Alles klingt schlimm, doch wird uns von allen Seiten immer wieder bestätigt: Und dann geht die Party nach oben erst richtig los. Auslöser war damals folgender: Sie durften keine Ratenkredite vergeben, durften nur Konten führen, und selbst die Anlagezinssätze wurden ihnen vorgeschrieben. Sie durften jetzt auch Ratenkredite und Unternehmenskredite vergeben.

Die Sparkassen konnten endlich auch Kreditkarten ausgeben, und die Beschränkungen der Zinssätze wurden ebenfalls aufgehoben. Darüber hinaus durften sie im Immobiliengeschäft tätig werden. Einzig das Investmentbanking also Dinge wie Wertpapierhandel, Börsengänge und Vermögensverwaltung blieb ihnen verwehrt. Die Sparkassen wollten nun so schnell wie möglich in den Immobilienmarkt drängen und haben die Risikokontrolle nicht allzu eng gesehen.

Sie haben Geld langfristig, also für zehn bis zwanzig Jahre, zu festgelegten Zinsen an die Häuslebauer verliehen. Gleichzeitig haben sie selbst dieses Geld kurzfristig für sechs Monate bis zwei Jahre am Markt aufgenommen. Das geht so lange gut, wie die kurzfristigen Zinsen niedriger sind als die langfristigen. Sobald sich das aber ändert und die kurzfristigen Zinsen ansteigen, müssen die Banken mehr Zinsen für das Geld bezahlen, das sie selbst aufnehmen, als sie für das Geld bekommen, das sie zu langfristig vereinbarten Zinsen verliehen haben.

Auch Bankmanager scheinen einfach nicht aus der Geschichte lernen zu wollen. Jeder hält sich für besonders schlau. In der Folge gingen etwa tausend! Sie sahen die einzige Möglichkeit, die Rezession zu beenden, darin, den Teufel Kreditkrise mit dem Beelzebub noch mehr billiges Geld auszutreiben.

Also senkten sie die Zinsen massiv kommt Ihnen der Ablauf bisher bekannt vor? Diese mischten dann den Sprengstoff 78 erst so richtig an, dessen Lunte zwanzig Jahre später brennen sollte. Die Bank zieht Sie aus bis aufs Unterhemd, um herauszufinden, ob Sie sich den Kredit überhaupt leisten können.

Und wenn das geschafft ist, gewährt sie Ihnen Ihr Immobiliendarlehen, nicht ohne einen anständigen Risikopuffer einzubauen: Hier haben die Geldvermittler die Darlehen nur sehr kurzfristig in den eigenen Büchern.

Auf dieses Päckchen machen sie einen Aufkleber: Dann verkaufen sie das ganze Bündel mit einem gewissen Abschlag an internationale Investoren weiter.

Dass ein auswärtiger Investor die in diesem Paket enthaltenen Kreditverträge der Häuslebauer gar nicht überprüfen kann, liegt auf der Hand. Doch das alles hat niemanden wirklich interessiert, offensichtlich am wenigsten die Investoren selbst.

Die haben sich blind auf die Einschätzungen sogenannter Ratingagenturen verlassen. Jetzt hat eine solche Ratingagentur leider auch keine Abteilung mit Sehern, Glaskugeln und Tarotkarten, sondern muss sich in Ermangelung dieser Dinge zumeist auf die Einschätzungen der Kreditvermittler vor Ort verlassen. Was glauben Sie, welche Einschätzung ein Kreditvermittler in New Jersey seinem Kreditvertrag, den er ja verkaufen will, beilegt? Also kann es nicht verwundern, wenn die Einschätzungen der Ratingagenturen ein klein wenig optimistisch ausfallen.

Darüber wurde nie nachgedacht. Rund um den Globus wurde solch ein risikobelasteter Sondermüll in Billionenhöhe bedenkenlos gekauft. Es wird nämlich noch unglaublicher … Nachdem über Jahre hinweg jeder halbwegs solvente Amerikaner sein Häuschen mit Pool erworben hatte, brauchte man neue Kreditnehmer, um die riesige weltweite Nachfrage nach diesen Kreditpäckchen zu erfüllen.

Also nahm man es bei der Kreditprüfung immer weniger genau. Jedem Tabakpflanzer nicht dem Plantagenbesitzer, sondern dem Tagelöhner! Selbst wenn der anfangs gar nicht wollte, hat man ihn mit abenteuerlichsten Konstruktionen überredet: Das ist so 80 was wie ein Naturgesetz.

Damit können Sie die Raten des ersten Darlehens bezahlen, und es bleibt Ihnen sogar noch Geld für einen neuen Plasmafernseher übrig! Und das machen wir dann einfach jedes Jahr so weiter! Kredite an Habenichtse also. Die Kreditnehmer haben einfach ihr Einkommen angegeben, ohne dass sie das belegen mussten. Wenn da einer in abgerissenen Klamotten 1 US-Dollar Jahreseinkommen auf den Zettel geschrieben hat, hat der Kreditvermittler ihn angezwinkert. Ob Sie es glauben oder nicht: Auf einer solchen Finanzierungsgrundlage wurden Abertausende Kredite in Milliardenhöhe!

Als in den letzten Jahren die Zinsen in Amerika langsam anstiegen, wurde dieses Konstrukt immer anfälliger, und man erfand eine neue geniale Idee, wie man Menschen, die sich eigentlich nicht einmal die Zinsen leisten könnten, ein Immobiliendarlehen andrehen konnte: Die Kunden wurden mit sehr niedrigen Anfangszinssätzen geködert: Also wird der mittellose amerikanische Tabakpflanzer künftig achtundzwanzig Jahre lang diesen sich sehr schnell ändernden Zinssatz von London zahlen.

Wenn die Zinsen in den nächsten Jahren wieder ansteigen, können das problemlos 12, 13 oder 15 Prozent werden. Die haben sich auf die Begleitschreiben der Kreditvermittler verlassen.

Jetzt frage ich persönlich mich: Vermutlich wissen die noch nicht einmal, dass es den Mann überhaupt gibt. Aber sie haben seinen Kreditvertrag im Keller!

Als wäre das Ganze nicht schon abenteuerlich genug, hat man diesen Paketen auch noch andere Darlehen beigemischt — beispielsweise Autofinanzierungen oder Kreditkartenverbindlichkeiten. Ist natürlich übertrieben, trifft aber den Kern. Der hat die nicht, um mehr Abwechslung in seinen tristen Alltag zu bringen. Er braucht die dritte Kreditkarte, um die Verbindlichkeiten der ersten beiden zu bedienen, wenn diese ausgeschöpft sind, und so weiter. Das geht eine Zeitlang gut, aber dann geht es etwas ganz anderes … nämlich mächtig schief!

Den Höhepunkt dieses Kreditwahnsinns erreichte der amerikanische Markt Ende , als nahezu jeder, der auch nur drei Kreuze unter einen Vertrag setzen konnte, ein Immobiliendarlehen aufgenommen hatte. Es wurden schlichtweg die potentiellen Käufer knapp. Wenn keine neuen Käufer mehr gewonnen werden, ist in einem Markt, in dem es fast unbegrenzt viel Land gibt, die logische Konsequenz, dass die Preise nicht mehr steigen. Diese Hausbesitzer konnten also ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen und mussten ihr Haus verkaufen, was wiederum Druck auf 83 die Immobilienpreise ausübte.

Das war der Beginn der Katastrophe. Anfang dämmerte es plötzlich den ersten internationalen Investoren, dass mit ihren Kreditpaketen aus Amerika etwas nicht stimmte.

Immer mehr Kredite in diesen Paketen fingen an zu faulen und zu stinken, und die Investoren begannen auf einmal, in diese Pakete reinzuschauen. Und was sie da fanden, hat ihnen gar nicht gefallen. Als Konsequenz stellten sie sofort den Kauf weiterer Kreditpakete ein. Also haben die einzelnen Banken den Wert eben mal so ungefähr geschätzt und den Verlust dann als Abschreibungen in ihren Quartalsbilanzen bekanntgegeben. Aber um es mit Wilhelm Busch zu sagen: Was, wenn noch mehr Kredite darin zu faulen beginnen?

Welche Abschreibungen kommen dann noch auf uns zu? Warum sollte sich der Immobilienmarkt in den USA kurzfristig wieder erholen? Bemühen wir doch wieder unseren Freund, den gesunden Menschenverstand: Sie lesen täglich von Immobilienkrise und fallenden Immobilienpreisen.

Da sagen Sie sich doch: Der Immobilienmarkt bewegt sich wesentlich träger und nachhaltiger als beispielsweise der Aktienmarkt. Während der Aktienmarkt schnell wie ein Sportboot die Richtung ändert und sich neuen Situationen in wenigen Tagen oder gar Stunden anpassen kann, ist der Immobilienmarkt wie ein träger Öltanker, der, einmal in Fahrt, sehr lange die Richtung beibehält und nur gaaanz langsam den Kurs ändern kann.

Wenn also die Immobilienpreise erst einmal angefangen haben zu fallen, dann fallen sie recht lange und zu Anfang immer schneller, da sich der Trend durch den Herdentrieb der Leute immer mehr beschleunigt. Je tiefer die Preise fallen, umso mehr Hausbesitzer werden durch die Banken zum Verkauf gezwungen, da sie keine Anschlussfinanzierung mehr erhalten, wenn ihr Darlehen ausläuft. Sie wollen Dollar Darlehen? Ihr Haus ist doch nur noch Dollar wert! Tja, da werden Sie wohl verkaufen müssen, denn wie wollen Sie sonst Ihr auslaufendes Darlehen von Dollar zuzüglich Zinsen zurückzahlen?

Die ganzen Abschrei85 bungen der letzten Monate haben vermutlich noch nicht einmal den realen Ist-Zustand wiedergegeben. Was kommt da noch an Abschreibungen auf uns zu, wenn der Immobilienmarkt weitere zwei bis drei Jahre fällt, wovon unbedingt auszugehen ist?

Darauf angesprochen, reagieren die Optimisten mit den immer gleichen unterhaltsamen Argumenten: Die senken die Zinsen weiter. Dann muss der Häuslebauer weniger Zinsen bezahlen, und alles wird gut! Das Problem besteht darin, dass der Häuslebauer komplett überschuldet ist.

Er hat seine Kreditlinien bis zum Anschlag ausgeschöpft. Und da die einzige Sicherheit, die er hat — seine Immobilie —, gerade mächtig im Preis fällt, sind schon seine bisherigen Darlehen nicht mehr ausreichend besichert. Wer sollte diesem Menschen noch einen weiteren Kredit geben? Die Immobilienvermittler können keine Wundertüten mehr an die aufgeschreckten Investoren verkaufen, fallen also aus.

Die Banken selbst bekommen zwar jede Menge billiges Geld von der amerikanischen Notenbank zur Verfügung gestellt, aber die werden den Teufel tun, das Geld an die Verbraucher weiterzuleiten. Oder würden Sie Geld an jemanden verleihen, der eigentlich ohnehin schon pleite ist? Also helfen die Zinssenkungen in diesem Szenario überhaupt nicht weiter. Dem amerikanischen Verbraucher ist es egal, ob er zu 5 oder zu 2 Prozent kein Darlehen bekommt. Er bekommt einfach keines.

Also kann er seine bisherigen Verpflichtungen nicht erfüllen, geschweige denn einen neuen Konsumrausch entwickeln. Denn diese erhalten billigstes Geld, geben es aber nur mit extremen Risikoaufschlägen, die sie mit der aktuellen Situation ja auch sehr gut begründen können, an ihre Kunden weiter.

Wir hatten in Japan in den achtziger Jahren eine vergleichbare Situation, als der Immo86 bilienmarkt dort einbrach. Die japanische Notenbank senkte die Zinsen bis auf 0 Prozent, und dennoch mussten die Bürger bei ihren Banken bis zu 20 Prozent Zinsen für Darlehen zahlen. Ein Riesengewinn für die Kreditinstitute. Genau das passiert auch in den USA. Diese hatten also nur einen einzigen Zweck: Es ging nur darum, die Banken zu retten.

Von der Immobilienkrise zur Bankenkrise zur Krise der Realwirtschaft Im Jahr hat sich aus der ursprünglichen Krise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt eine handfeste Bankenkrise entwickelt. Eine Bankenkrise, die eine Dimension erreicht hat, die wahrlich furchterregend ist. Noch im Sommer wurde ich mit ungläubigem bis mitleidigem Lächeln bedacht, wenn ich behauptete, diese Bankenkrise sei die schwerste seit der Weltwirtschaftskrise Mittlerweile gibt es viele angesehene Köpfe, die sich nicht mehr scheuen, sie so zu bezeichnen.

Er war davon überzeugt, dass diese Krise die Weltwirtschaft stärker verändern werde als alle anderen nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwar herrschte zwischen und relative Ruhe. Danach jedoch wurden die Einschläge 87 von Mal zu Mal heftiger.

In den fünfzehn Jahren zwischen und gab es in hundert Industrie- und Entwicklungsländern gefährliche Wirtschaftskrisen. Und ich gehe jede Wette ein, dass man diese Zahl in dem Moment, in dem Sie, lieber Leser, dieses Buch in Händen halten, als sehr wohlwollend belächeln wird. Ab kam noch eins drauf. Die Krisen in Asien und Russland folgten.

In Thailand wurde die Hälfte aller Banken geschlossen. Das waren alles bedeutende, durchaus feuergefährliche Situationen. Da rollt ein Tsunami auf uns zu. Wie dieser Tsunami verläuft und welche Auswirkungen er haben wird, darüber wird in der Finanzwelt gestritten und diskutiert wie über kaum ein anderes Thema. Beeindruckend ist, wie dramatisch die Einschätzungen der Fachleute auseinandergehen. Die einen sehen das Ende unserer wirtschaftlichen Grundordnung, 88 die anderen gehen davon aus, dass in wenigen Monaten alles vergessen ist und wir uns auf den Weg zu neuen Gipfeln machen.

Das Faszinierendste daran ist, dass es für beide Sichtweisen gute Argumente gibt. Damit Sie sich ein eigenes Bild machen können, werde ich Ihnen beide Varianten vorstellen, und am Ende entscheiden Sie selbst, welche Variante Ihnen Ihr gesunder Menschenverstand als die wahrscheinlichste erscheinen lässt. Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, beginnen wir mit dem Horrorszenario und erholen uns am Ende mit dem nicht minder spannenden Hoffnungsszenario. Die Entwicklungen aller freien Märkte erfolgen immer in Wellen.

Und genauso wie eine Welle die Preise nach oben übertreibt, übertreibt die Gegenbewegung in ihrer tiefsten Ausdehnung nach unten. Am besten lässt sich das an der Internetblase erklären: Zunächst wurden die Kurse völlig wahnsinnig nach oben übertrieben. Der Dax stand bei Punkten, eigentlich wertlose Unternehmen wurden mit abenteuerlichsten Bewertungen versehen. Da war ein Filmrechtehändler wie EM.

Am Ende der Korrektur im Frühjahr waren selbst die stabilsten Unternehmen deutlich unter ihrem Buchwert zu bekommen. Jeder zweite Internetnutzer war im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität.

Worüber die meisten Onliner klagen, hat Bitkom herausgefunden. Das amerikanische Unternehmen betreibt eine Cloud-basierte Markforschungsplattform, die vor allem für Customer Experience Management genutzt wird. Kunden der GfK können von nun an Tools des Startups nutzen. Sechs Beiträge können sich Hoffnungen auf die begehrte Auszeichnung machen, die am 7. März in Köln verliehen wird. Deutsche Unternehmen verhalten sich im Vergleich jedoch zurückhaltend. Das besorgt viele Bundesbürger, die einen Rückgang des Wohlstands befürchten.

Wir sind ein beratungsorientiertes, unabhängiges Marktforschungsinstitut, welches einen integrierten Ansatz aus qualitativer Querdenker, die gleichzeitig Macher sind. Moderne Marktforschung mit internationaler Ausrichtung: Sämtliche Institute und Dienstleister. Diese Webseite verwendet Cookies. Fehler, die hier passieren, können im schlimmsten Fall unbrauchbare Studienergebnisse nach sich ziehen. Einige Erkenntnisse sind in diesem Artikel zusammengestellt. Wie spielen sich Bewerbungsprozesse in der Branche ab und worauf kommt es Personalentscheidern bei Bewerbungen an?

Was sind die Kompetenzen der Zukunft? Dies ist nur ein kleiner Auszug der spannenden Fragestellungen, die wir für unsere Recruting-Studie genauer betrachtet haben. Gestiegene Bekanntheits- und Imagewerte Teil 4 — Feldforschung: Unbekanntere Anbieter glänzen mit Bestwertungen Teil 5 — Befragungssoftware: Ein Anbieter sticht hervor.

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