Ist fairer Handel fair? Über die Probleme des Fair Trade

Welche Städte noch beim „Wettbewerb Hauptstadt des Fairen Handels “ ausgezeichnet worden sind, erfahren Sie in der Bildergalerie über diesem Text. Das könnte Sie .

Ist Fair Tade dem Verbraucher gegenüber unfair, weil es an Transparenz mangelt? Dank wirklicher Frische, interessanter Röstprofile und guter Qualität des Ausgangsmaterials schmecken die noch dazu in aller Regel deutlich besser, als alles, was so in Bio Supermärkten rumsteht. Diese Auszeichnung motiviert und verpflichtet uns, als Kommune noch mehr im Bereich des Fairen Handels zu tun. Ökologischer Anbau ist Garant für eine nachhaltige Wirtschaft. Zugunsten der Mitleser lösche ich Kommentare ohne Themenbezug und Kontext.

Es geht auch fair

Die Dreidimensionalität des Fairen Handels entspricht dem Konzept von nachhaltiger Entwicklung, wie sie in der Präamble zum EU-Vertrag enthalten ist. Bereits auf der “United Nations Conference on Environment and Development (UNCED)”, hat sich die Völkergemeischaft zum Leibild nachhaltiger Entwicklung bekannt.

Daran sehen wir, dass die Kleinbauernfamilien — wie viele Menschen aus anderen Erzeugergruppen — stark von Wetterschwankungen betroffen sind. Das ist doch wohl kaum noch als Marktwirtschaft zu bezeichnen? Würden Kaffeebauern in Peru oder Guatemala von dieser Initiative tatsächlich profitieren? Entscheidend ist doch die Frage: Wie viel Geld kommt beim Kaffeebauern an? Im Marktdurchschnitt sind es laut Kaffeebarometer nur 10 Prozent.

Da darf man sich nicht wundern, wenn junge Menschen in den Anbauregionen in diesem Sektor nicht mehr arbeiten wollen. Über die Mehrwertsteuer zu gehen, halten wir nicht für das richtige Instrument.

Deren Verringerung hätte zur Voraussetzung, dass über das Steuerrecht definiert werden muss, was Fairer Handel ist. Wir befürchten, dass der Faire Handel damit verwässert wird und nur der kleinste gemeinsame Nenner herauskommen würde. Das wird dem Anliegen des Fairen Handels aus unserer Sicht nicht gerecht.

Eine derartige Privilegierung des Fairen Handels führt doch eher zu dem Denken, dass er nur durch Übervorteilung erfolgreich sein kann. Laut der Verbraucherbefragung vom Forum Fairer Handel ist nach wie vor eine der stärksten Motivationen beim Kauf von fairen Produkten, Kinderarbeit zu verhindern.

Partnerorganisationen in Indien bekämpfen Kinderarbeit in der Textilindustrie anders als unsere Partner in der Elfenbeinküste, die Kakaobauernfamilien beraten. Nur dann werden sie ihre Kinder in die Schule schicken. Der Faire Handel mit Mindestpreisen, Vorfinanzierung und langfristigen Verträgen ist eine richtige Antwort auf die Gegebenheiten eines ungerechten Marktes.

Gesetzliche Verbote von Kinderarbeit, die Entwicklung von Kinderrechten und das Einstehen dafür, Sensibilisierung und eine gute soziale Infrastruktur sind ebenso unverzichtbar. Leider hat sich gerade die Lage von Kindern, die in der Landwirtschaft in Sub-Sahara Afrika arbeiten, entgegen des weltweiten Trends in den letzten Jahren verschlechtert. In der Elfenbeinküste werden über eine Million Kinder im Kakaosektor ausgebeutet. Da müssen wir alarmiert sein, landet doch ein beträchtlicher Anteil dieses Kakaos in deutscher Schokolade!

Wie weit ist diesbezüglich die Kirche? Als Konsumenten treffen wir fast jeden Tag Kaufentscheidungen. Damit bestimmen wir mit, wie gut andere Menschen von dem, was sie herstellen, leben können.

Unsere glitzernde Konsumwelt wäre kaum denkbar, wenn nicht auf der ganzen Welt Menschen oft sehr hart arbeiten würden, um die bei uns angebotenen Waren zu produzieren. Leider geht es dabei meist alles andere als fair zu. Weil viele möglichst wenig zahlen wollen, werden Menschen weltweit ausgebeutet. Sie bekommen Dumpinglöhne dafür, dass sie in Fabriken ohne Notausgänge arbeiten oder in einsturzgefährdeten Minen schuften. Der Faire Handel zeigt, dass es auch anders gehen kann: Fairer Handel ist Hilfe zur Selbsthilfe.

Kleinproduzenten im Globalen Süden werden gezielt gestärkt. Die Fair-Trade-Bewegung möchte die wirtschaftliche und soziale Situation von benachteiligten Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeitern verbessern. Mit zusätzlichen Prämien werden beispielsweise der Aufbau von Gemeinschaftsprojekten oder die Umstellung auf ökologischen Anbau unterstützt. Ebenso wichtig ist die Bildungs- und Informationsarbeit für einen gerechteren Welthandel. So können noch mehr Menschen davon überzeugt werden, dass wir alle Verantwortung für unsere Mitmenschen und unseren Planeten tragen.

In den er Jahren entstand die deutsche Fair-Trade-Bewegung. Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Gruppen, Weltläden oder Kirchengemeinden. Der Faire Handel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und davon gibt es immer mehr.