Die Burka hat nichts mit Religion zu tun


Die gesellschaftlichen Proteste der letzten Zeit haben in Europa eine Diskussion über neue Varianten der Bürgerbeteiligung ausgelöst und lassen traditionelle Formen politischen Engagements in Vereinen, Verbänden, Parteien und Gewerkschaften in einem neuen Licht erscheinen. Der angeführte Entscheid über das Nachlassen und das Blutgeld.

Die Burka hat nichts mit Religion zu tun


Die Partei bestimmt nicht nur, welche Themen diskutiert werden, sondern auch wie diese Themen von Medien und anderen Parteien besprochen werden.

Die AfD ist Spitzenverdiener der Aufmerksamkeitsökonomie. Heinrich Böll, der am Dezember hundert Jahre alt geworden wäre, und Willy Brandt sind Ikonen der bundesrepublikanischen Geschichte.

Die Dokumentation zeichnet erstmals ihr Verhältnis nach, das von tiefer Sympathie, gegenseitiger Unterstützung und politischer Selbstbehauptung geprägt war. Seine Macht übte der heute wenig bekannte Top-Nazi im Stillen aus. Die Zeit ist reif, sich von den politischen Eliten zu emanzipieren. Demokratische Legitimation und Bürgerwille sollen an deren Stelle treten.

Echte Solidarität, mehr Demokratie und eine positive Identität — das hat Europa heute so nötig wie noch nie. Aber dazu muss es sich von Grund auf ändern. Wer sind ihre Führer? Wer sind ihre Wähler? Was sind ihre Themen? Welchen Weg nahmen sie in die Parlamente? Wie gefährlich sind sie für die etablierten politischen Parteien und für den europäischen Zusammenhalt? Wie hält es Europas Linke mit der Migration? Welche Antworten bieten progressive Parteien auf aktuelle Herausforderungen?

Welche Schwierigkeiten sehen sie? Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert — zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Demokratiegeschichte — als Mitglied der Revolutionsregierung nach dem Ersten Weltkrieg und als erster gewählter Reichspräsident der ersten demokratischen Republik auf deutschem Boden. Klassenkämpfe und zivilgesellschaftliches Handeln, politische Konflikte und geselliges Vereinsleben: Jürgen Schmidt beschreibt und erklärt die vielfältige Entstehungsgeschichte der deutschen Arbeiterbewegung zwischen den er-Jahren und der Gründung des Deutschen Kaiserreichs Seit der Finanz- und Staatsschuldenkrise von ist der Kapitalismus wieder in aller Munde.

In Krisenzeiten treten globale Abhängigkeiten deutlicher hervor, soziale Ungleichheit wird als Problem erfahrbar.

Wie wurden Krisen in der Vergangenheit wahrgenommen und bewältigt? Warum gewannen die Finanzmärkte in einzelnen Ländern an Attraktion? Wieso haben Staaten so hohe Schulden? Welchen Stellenwert hatten prekäre Arbeitsverhältnisse in bestimmten Epochen? Wie wurden Fragen von Ethik und Umweltschutz marktförmig? Wachsende soziale Ungleichheit gefährdet die Demokratie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Wachstum und Wohlstand.

Was ist zu tun? Grenzland — das war 40 Jahre lang die Mitte Deutschlands. In seinen Lebenserinnerungen erzählt Klaus-Henning Rosen ein deutsches Schicksal, das seinen Anfang im Ruhrgebiet im Zweiten Weltkrieg nahm, von der Teilung geprägt wurde sowie von Willy Brandt, den der Autor als Mitarbeiter viele Jahre begleitet hat, so auch, als die Mauer fiel und die innerdeutsche Grenze wieder verschwand.

Wie wird und wurde Arbeit in der Gesellschaft dargestellt und wahrgenommen? Zum Geburtstag des Verlages haben wir diese beiden Schätze mit herrlichen Bildern aus unserem historischen Programm gehoben und in einem Wendebuch neu aufgelegt.

Die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten zwei Jahrhunderte sind nicht zu übersehen. Modernisierungstheorien sind heute weitgehend diskreditiert, finden in der Praxis aber vielfältig Anwendung. In atemberaubendem Tempo schreitet die Verflechtung der Welt voran. Die globalen Herausforderungen unserer Zeit überfordern die Nationalstaaten. Die Menschheit befindet sich in einer entscheidenden Phase — nach der Entstehung der Demokratie in den antiken Stadtstaaten Griechenlands und ihrer Ausweitung auf die modernen Territorialstaaten im Jahrhundert steht nun der nächste Schritt bevor: Wie, wo und von wem wurden diese jungen Frauen rekrutiert?

Welche psychologischen, kulturellen und sozialen Faktoren treiben sie an, sich dem Gedankengut einer dschihadistischen Organisation zu unterwerfen und in den bewaffneten Kampf zu ziehen? Es kommt nur darauf an, auf wen sie die Bomben werfen. Das Kalifat des IS ist das Produkt verdeckter westlicher Kriegsführung unter Einsatz verdeckter Operationen, sogenannter black operations. Sind die westlichen Gesellschaften neurotisch?

Christian Kohlross, psychotherapeutischer Coach und Kulturwissenschaftler, bejaht das und unterzieht sie einer psychologischen Analyse. Die alarmierende Diagnose dieses Buchs: Am Schluss des Buchs skizziert Christian Kohlross mögliche Wege, diesen destruktiven Seelenlagen politisch und sozial zu begegnen.

Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen — so wird der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt gerne zitiert. An der Mitbestimmung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Aufsichtsrat schieden und scheiden sich die Geister, hat sie ihre historischen Wurzeln doch in ganz unterschiedlichen Traditionen und Denkrichtungen. Die Kontroversen um die industriellen Beziehungen sind so aktuell wie nie: Neue Formen der Arbeit fordern die Mitbestimmung heraus.

Daraus sind neun biografische Beiträge hervorgegangen, die Leben und politische Leistungen erstmals in einer vergleichenden Sammlung behandeln. Der Deutsche Reichstag ebnete am Mit ihrem mutigen Nein lieferten sich die sozialdemokratischen Abgeordneten der grenzenlosen Rachsucht der Nationalsozialisten aus. It has taken a radically changing global and regional environment, characterized by hybrid threats and a blurring divide between internal and external security, to make the CSDP a political priority for the European Union again.

With the new Global Strategy and its implementation package, the EU institutions have — remarkably effectively — opened the door to a European Defence Union and eventually — in the long run — a European Army. It is now up to the member states to decide how they want to achieve strategic autonomy, but at the same time ensure that the European Union retains its identity as a soft power. Während die Mitgliedstaaten ihre Verteidigungsausgaben immer und weitgehend unkoordiniert weiter kürzten, nahm die Eurokrise fast die gesamte politische Energie der EU in Anspruch.

Mit der neuen Globalen Strategie und ihrem Umsetzungspaket haben die EU-Institutionen auf erstaunlich effektive Weise den Weg für eine europäische Verteidigungsunion und das langfristige Ziel einer europäischen Armee geebnet. Jetzt müssen die Mitgliedstaaten entscheiden, wie sie die gewünschte strategische Autonomie erlangen und gleichzeitig sicherstellen können, dass die Europäische Union ihre Identität als soft power wahrt.

Wo liegen Möglichkeiten und Grenzen europäischer Sicherheits-, Grenz- und Integrationspolitiken und welche gemeinsamen Vorschläge für Krisenlösungen gibt es? Dabei wird die politische Auseinandersetzung innerhalb der EU nicht nur von Sachzwängen bestimmt: Islamskeptische Argumente gegen Migration verweisen auf kulturell bedingte Differenzen, die für die spezifische Auslegung von Fragen des Asyl- und Völkerrechts an Bedeutung gewinnen.

Eine im Westen fast vergessene Welt: In 25 eindringlichen und berührenden Reportagen bringt uns die Autorin ein Land nahe, das so ganz anders tickt als Deutschland, aber mit uns auf vielfältige Weise verbunden ist. Literatur ist unersetzlich für unser öffentliches und privates Leben, für die Charakter- Bildung von Menschen, für ihr Verständnis von Kultur und dem, was den Menschen zum Menschen macht.

Umso alarmierender ist ihre fortschreitende Marginalisierung und ihr allmähliches Verschwinden aus den Lehrplänen von Schulen, Hochschulen sowie aus dem populären Kulturbetrieb.

Es geht nicht um elitäre Bildungstraditionen, sondern um den drohenden Verlust von Wissen, freiheitlichem Denken und gesellschaftlicher Orientierung. Es ist Zeit, Europa neu zu denken. Die Nationalstaaten pervertieren die europäische Idee und spielen Europas Bürger gegeneinander aus. Alle europäischen Bürger haben gleiche politische Rechte.

Vernetzt die europäischen Regionen! Schafft ein gemeinsames republikanisches Dach! Wählt einen europäischen Parlamentarismus, der dem Grundsatz der Gewaltenteilung genügt! In Krisenzeiten treten globale Abhängigkeiten deutlicher hervor, soziale Ungleichkeit wird als Problem erfahrbar. Leistung, Effizienz und Innovation, Prinzipien kapitalistischen Wirtschaftens, dringen in alle Lebensbereiche vor. Auch für die Geschichtswissenschaft rücken grundlegende Zusammenhänge von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erneut in den Fokus.

Weltkrieg und Revolution konnten die Geschlechterordnung in der Weimarer Republik nicht erschüttern, sondern führten zu vielen kleineren Machtverschiebungen, etwa in den Medien oder im Sport. Die aktualisierte und erweiterte Neuauflage des Wirtschaftslexikons enthält zahlreiche neue Begriffe und Grafiken, insbesondere zur Euroraum- und Finanzkrise.

Volker Vinnai gibt einen einleitenden Überblick zur Arbeit in der Gesamtregion von der zweiten Hälfte der er-Jahre bis zum Zusammenbruch des Ostblocks. Diese Entwicklung veränderte auch die arabische Welt.

Achim Vogt vervollständigt den einleitenden Übersichtsteil mit einer Fortschreibung bis in die heutige Zeit. Sind rechtsextreme Orientierungen wieder angestiegen? Wie weit reichen sie in die Mitte der Gesellschaft? Richtet sich Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit vor allem gegen Asylsuchende oder auch gegen andere schwache Gruppen? Wird die Gesellschaft von Demokratiezweifeln gespalten? Wie, wo und warum engagieren sich Jugendliche heute politisch? Wie sehen sie die Parteien?

Sind sie bereit, einer Partei beizutreten? Und wenn ja, welche Jugendlichen sind das? Böse analysiert er, dass ein direkter Weg von damals zum heutigen Verhalten der schweigenden Mehrheit der Deutschen führt. Ein Buch zum Staunen, wütend Werden und zum bitteren Lachen. Rolf Hochhuth ist ein Aufklärer in aufklärungsfeindlicher Zeit.

Jahrhundert, stehen seine Werke immer wieder im Zentrum öffentlicher Empörungen. Er selbst vertieft und befeuert sie in Reden und Polemiken. November Jahre alt geworden. Die Historikerin Rena Molho, eine Kapazität auf dem Gebiet der griechischen Holocaustforschung, legt ihre Arbeiten zur systematischen Vernichtung der griechischen Juden mit diesem Buch erstmals auf Deutsch vor. Die Nazis löschten fast 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung Griechenlands aus.

Friedrich Ebert war ein wortgewaltiger Sozialdemokrat, der seinen Aufstieg innerhalb der Arbeiter-bewegung auch seinem Redetalent verdankte.

Der vorliegende Band dokumentiert seine sämtlichen überlieferten Reden als Reichspräsident bis zu seinem Tod. Es sind Zeugnisse eines Staatsmannes, der Demokratie und inneren Frieden auf dem brüchigen Grund der Nachkriegs- und Nachrevolutionszeit zu festigen versuchte und die junge Republik mit Sachlichkeit und Ruhe in eine Phase der relativen inneren Stabilität führte.

Die Absolventen sollten lernen, die marxistisch-leninistische Theorie in die politische Praxis umzusetzen und für die soziale Wirklichkeit fruchtbar zu machen. Das Lern- und Arbeitsbuch soll zeigen, wie Lernprozesse in der Einwanderungsgesellschaft gelingen können — angesichts der seit Jahrzehnten bestehenden Einwanderung nach Deutschland wie auch der gegenwärtigen Zuwanderung von Geflüchteten.

Ihre Biografin erzählt, wie sie späteren Frauengenerationen den Weg in Politik und Bildungsinstitutionen ebnete. Bedeutende Sozialdemokraten und Vordenker der sozialen Demokratie waren Mitglieder studentischer Korporationen. Sie gewähren tiefe Einblicke in beide Organisationen und zeigen auf, welche internen Konflikte zur Abspaltung des IS von Al-Qaida sowie zur Entstehung zweier Rivalen im globalen Dschihad geführt haben.

Viele Zeitgenossen fürchten die Verweigerung. Dem setzt Jens sein leidenschaftliches Plädoyer für zivilen Ungehorsam entgegen.

Der Essay reicht kulturgeschichtlich von der Lutherzeit bis in die Gegenwart des griechischen "Oxi". Rolf Hochhuth, der Autor des "Stellvertreters", wird am 1. April 85 Jahre alt. Sie erfuhr alles über die Abgründe, die seine Stücke erhellen, über den Irrsinn deutscher Zeitläufte, gegen die er loszog, über Freund und Feind und seine Frauen, für ihn das fünfte Element, über seine manische Kampfeslust und darüber, woher Mut und Kraft kommen, sich zügellos einer Wahrheit zu verschreiben.

Auch Historiker und Kulturwissenschaftler haben die umfassende Bedeutung des Themas entdeckt. So wird intensiv über die Frage diskutiert, ob moderne Gesellschaften den Tod verdrängen oder sich vielmehr eine Enttabuisierung des Sterbens feststellen lässt.

Er wurde Anwalt, sozialdemokratischer Politiker, überlebte den Nationalsozialismus im Exil, war einer der Väter des Grundgesetzes und trieb in der frühen Bundesrepublik die politische wie juristische Aufarbeitung der NS-Zeit voran. Wie lebten Handwerker, Land-, Heim- und Fabrikarbeiter im Jürgen Kocka stellt dar, wie im Spannungsfeld von Kapitalismus, Bürgergesellschaft und Staat eine neue deutsche Arbeiterklasse entstand. Anhand von Tagebuchnotizen und Briefen lässt seine Tochter die inneren Kämpfe zwischen Krieg, rassischer Verfolgung und Vaterlandsliebe wiedererstehen.

Das Nachschlagewerk im Taschenbuchformat mit über 1. Wie geht es weiter mit der Deutschen Einheit? Im Fokus dieses Buchs stehen zukunftsfähige politische Projekte der sozialen Demokratie, die Ostdeutschland in den nächsten 25 Jahren voranbringen können. Und es geht um die Frage, was die ostdeutsche Gesellschaft ihrerseits in die gesamtdeutsche und europäische Modernisierung einbringt.

Wie weit soll direkte Demokratie gehen? Befürworter und Gegner der direkten Demokratie orientieren sich in Deutschland beide am Modell einer Volksgesetzgebung. Dies blockiert eine zielführende Debatte um die Einführung von Plebisziten auf Bundesebene. Die gesellschaftlichen Proteste der letzten Zeit haben in Europa eine Diskussion über neue Varianten der Bürgerbeteiligung ausgelöst und lassen traditionelle Formen politischen Engagements in Vereinen, Verbänden, Parteien und Gewerkschaften in einem neuen Licht erscheinen.

In Deutschland ist der Rechtspopulismus laut und deutlich geworden: Diese Entwicklung bedroht die gesellschaftliche Vielfalt, das friedliche Zusammenleben und die parlamentarische Demokratie. Die Idee des Fortschritts findet auch heute noch reiche Nahrung — immer neue Höchstleistungen von Wissenschaft und Technik, immer schnellere Abfolgen neuer, leistungsstärkerer Produkte. Die Steigerung unseres Wissens und Könnens scheint keine Grenzen zu kennen.

Abhandengekommen ist uns dafür der historische Richtungssinn. Wir wissen nicht mehr, wie wir in Zukunft leben wollen. Wir marschieren tapfer, ohne Kompass. Johano Strasser zweifelt am Sinn des schlichten Weiter so! Doch nicht jeder Fortschritt ist unmöglich geworden. Indonesien ist ein Staat mit Millionen Einwohnern, die meisten von ihnen Muslime.

Diese leicht verständliche Einführung gibt Antworten. Jahrhundert ihren Weg zwischen Tradition und Moderne sucht. Welche Wege führten sie zum Salafismus und welche wieder von ihm weg? Der Salafismus stellt eine Reaktion auf die politischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen dar, unter denen die arabischen Gesellschaften seit mehreren Generationen leben müssen. Auch deshalb scheint er vielen Menschen eine Antwort auf die Frage nach der eigenen Identität zu geben.

Seit Jahrzehnten steigt die Zahl der Häftlinge drastisch an, nicht nur der farbigen. Selbst Bagatelldelikte führen zu absurd langjährigen Strafen, die die Reste jeder bürgerlichen Existenz vernichten.

Kann die deutsche Gedenkkultur helfen, die Gesellschaft vor neuem Antisemitismus zu bewahren oder führt sie eher ins Vergessen? Ein spannender Einblick in ein deutsch-deutsches Leben. Brilliante Kurzbiografie in englischer Sprache. Friedrich Ebert — hat als erster Reichspräsident die Politik seiner Zeit ganz wesentlich geprägt. Der Sozialdemokrat nutzte die Gestaltungsmöglichkeiten seines Amtes, um die von Krisen geschüttelte Weimarer Republik zu stabilisieren und innerlich zu befrieden.

Und wie halten es Politik und Behörden in Deutschland eigentlich mit der Menschenwürde? Heute sind die drei sehr unterschiedlichen Länder wichtige Teile Europas. Is the EU an emancipatory instrument for the citizens of Europe? Or is it an agent of their creeping disenfranchisement?

Oder ist sie ein Agent ihrer schleichenden Entmündigung? Ein mörderischer Dialog unter Brüdern als deutsche Sezierstunde: Die Bibliographie zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung erfasst alle Publikationen zur Geschichte der Arbeiter- und Frauenbewegung, linken Parteien, Bewegungen und Gewerkschaften aus dem Jahr Der Betrieb ist im Jahrhundert ein Ort, an dem soziale und politische Veränderungen auf kleinstem Raum sichtbar werden.

Die damit verbundenen innerbetrieblichen Konflikte hatten erhebliche Auswirkung auf die Handlungsfelder und Aktivitäten von Gewerkschaften. Die Gewerkschaftsgeschichte braucht deshalb einen Methodenpluralismus, der verschiedene Aspekte berücksichtigt: Welche Einstellungen bestehen im Hinblick auf Demokratie und den Umgang mit schwachen gesellschaftlichen Gruppen? Inwieweit gehört Gewaltbilligung und -bereitschaft zum Syndrom extrem rechter Orientierung? Existiert in der Bevölkerung ein Problembewusstsein für den Rechtsextremismus?

Menschen, die selbst einmal Flüchtlinge waren, holen ihre Frauen, Kinder und Verwandten aus dem syrischen Krieg illegal nach Deutschland. Dafür behandelt der deutsche Staat sie wie Verbrecher. Selbstmord ist ein gesellschaftliches Tabu, obwohl sich weltweit jedes Jahr Millionen Menschen das Leben nehmen.

In 18 biografischen Porträts berühmter Selbstmörderinnen und Selbstmörder hat Birgit Lahann den Weg in das unaufhaltbare Ende ergründet und nachgezeichnet. Es sind geheimnisvolle, spannende und spektakuläre Geschichten, die von Ängsten, Liebe, Todessehnsucht, aber auch von den oft grausamen politischen Zeitumständen des Sparpolitiken sollten Europa aus der Finanzkrise retten, haben aber die Schulden erhöht, ohne Wachstum zu erreichen.

Mark Blyth entlarvt Austerität als einen gefährlichen Irrweg im Dienste konservativer Politik und wirtschaftlicher Interessen. Oder müssen wir die Hoffnung auf eine fortschrittliche Engagementpolitik am Ende aufgeben?

Es sind aktuelle Forschungsbeiträge zur Politischen Kulturgeschichte, die sich kulturelle Sinnzusammenhänge und ihre vielfältigen Ausdrucksformen im Kontext politischer Strukturen, Deutungsmuster, Bewegungen und Handlungsformen zum Gegenstand genommen haben.

Die Erinnerung an den Krieg prägte die deutsche Gesellschaft nach Doch diese Erinnerung war umkämpft. Sozialdemokratische Kriegsveteranen hatten auf diesem Feld eine eigene Stimme. Aus der Perspektive der linken Kriegsveteranen ergeben sich grundlegend neue Einsichten in die historischen Bedingungen für die Stabilität und Zerstörung der Weimarer Republik. Das Militär wurde in Deutschland oft eingesetzt, um Aufruhr, Streiks und Hungerrevolten niederzuschlagen.

Vollert trägt erstmals die folgenreichsten Einsätze zwischen und zusammen, analysiert Ursachen, Verläufe und rechtliche Voraussetzungen auf fesselnde Weise. Sie wurden umworben und zugleich reglementiert von der nationalsozialistischen Politik, die sie teilweise mittrugen, aber auch unterliefen, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen.

Für die Spätphase der 'alten' Bundesrepublik, die er Jahre, existieren verschiedene Umschreibungen: Auf jeden Fall handelte es sich um eine Phase des beschleunigten politischen, sozioökonomischen und kulturellen Wandels. Etablierte Normen und Deutungsmuster wurden infrage gestellt. Im Zeitalter von Globalisierung und europäischer Integration ist der gesellschaftliche Aspekt zwischenstaatlicher Beziehungen immer wichtiger geworden.

Ihr Engagement richtet sich, wie dieses Buch eindrucksvoll zeigt, auch auf die nördliche Erdhalbkugel. Im Jahr feiert die Sozialdemokratie ihr jähriges Bestehen als Partei. Der vorliegende Band blickt deshalb in europäisch vergleichender Perspektive auf die Geschichte der linken Parteien in Deutschland und Europa seit zurück.

Wer war Willi Eichler? Wie aus heiterem Himmel brannten deutsche Wehrmachtssoldaten ein griechisches Bergdorf nieder, töteten Frauen, Alte, Babys. Christoph Schminck-Gustavus reiste an den Ort, der noch heute vom Schrecken gezeichnet ist.

Er hat die letzten Überlebenden des Massakers gefunden, ihre Berichte aufgezeichnet und Archive gesichtet: Die Rekonstruktion eines erschütternden Verbrechens und seiner juristischen Verleugnung. Freie und pluralistische Medien zu schaffen und zu erhalten sowie die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern, waren und sind Grundpfeiler der internationalen Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Autoren beschreiben detailliert und kenntnisreich, wie sich das Engagement der Stiftung in ihre zentrale Zielsetzung, Frieden, Demokratie und Entwicklung in der Welt zu fördern, einpasst.

Das Verhältnis von Brandt und Schmidt gilt als kompliziert und schwierig, weil ihre Sozialisation, ihr Politikstil und Politikverständnis sich deutlich unterschieden.

Dennoch verband die beiden führenden Sozialdemokraten neben ihrer Rivalität eine jahrzehntelange Partnerschaft, deren Höhen und Tiefen sich in ihrem Briefwechsel facettenreich widerspiegeln. In ihrer Programmatik aus fast Jahren spiegeln sich Auseinandersetzungen der politischen Linken insgesamt genauso wider wie Diskussionen innerhalb der Sozialdemokratie.

Das Lesestück zum Die Unzufriedenheit mit den Institutionen der Demokratie wächst. Die Wahlbeteiligung geht auf allen Ebenen zurück, die etablierten Parteien verlieren an Zuspruch und Protestereignisse häufen sich. Gleichzeitig rufen die Bürger nach anderen und besseren Formen der Partizipation. Gab es noch eine Arbeiterklasse in der späten DDR? Seit Jahrzehnten herrscht in Syrien ein diktatorisches Regime, das die Bevölkerung mit Hilfe eines umfangreichen Geheimdienstapparats und mafiöser Familienstrukturen kontrolliert.

Syrische und deutsche Autorinnen und Autoren schildern die Verhältnisse in diesem Land und erzählen, wie die syrische Bevölkerung die Barriere der Angst überwand und den Kampf für Freiheit und Menschenwürde aufnahm. Auf Grundlage bundesweiter Repräsentativerhebungen entsteht so ein Barometer antidemokratischer Einstellungen in Verbindung mit Ursachenanalysen und Interventionsstrategien. Erfasst werden unter anderem verschiedene Formen von Antisemitismus, Islamfeindlichkeit sowie andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Brandts Reden zur sozialdemokratischen und deutschen Geschichte sind sehr persönliche Beiträge zur Aufklärung der Vergangenheit und eröffnen neue Einblicke in sein Denken. Ist der deutsche Sozialstaat ein Erfolgsmodell der Vergangenheit?

In allen Phasen seiner historischen Entwicklung stand der Sozialstaat vor neuen Herausforderungen. Dies ist auch heute so. Ohne Wissen über seine Vergangenheit wird man über seine Zukunft nicht diskutieren können. Die deutsche Sozialdemokratie hat stets politische Akzente gesetzt. Zunächst soziale Bewegung, dann auch Partei, erkämpfte sie die Demokratie und trieb den Ausbau des Sozialstaats voran. Dabei blieb sie ihren Grundwerten trotz zahlreicher Krisen, Niederlagen und Kompromisse im Wandel treu.

In den frühen er-Jahren ging es um die bilaterale Kooperation mit einzelnen Partnern in der Dritten Welt. Heute geht es um die länderübergreifende Reaktion auf globale Herausforderungen — das zentrale Thema der internationalen Politik weltweit. Rätselhaft und oft unverständlich — so erscheint die Türkei nicht nur dem Besuch aus dem Ausland, sondern auch vielen Einheimischen selbst. Umsteuern gegen Finanzkrise und Ungleichheit erfordert nichts weniger als einen Umbau des Steuerstaates, um eine gerechte und nachhaltige Finanzierung öffentlicher Aufgaben zu ermöglichen.

Als der Mechaniker und Zeugschmied Friedrich Dürr am März neun Arbeiter in einem Augsburger Gasthaus versammelte, ahnte er noch nicht, dass von diesem Treffen die bayerische Sozialdemokratie ihren Ausgang nehmen sollte.

Um wurde er von politisierten evangelischen Theologen als Dritter Weg zwischen Manchester-Kapitalismus und Kommunismus gepriesen: Der Weg dorthin war schwierig. Denn für die meisten Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten waren Auslandseinsätze der Bundeswehr noch Anfang der er-Jahre unvorstellbar.

Die Agenda gilt als Überraschungscoup. Doch der Band zeigt, dass sich die Programmdebatten der SPD seit den er-Jahren in vielen kleinen Schritten dem marktliberalen Zeitgeist annäherten. Ist sie Folge des Kolonialismus oder ungerechter Handelsbedingungen? Ist der Nord-Süd-Konflikt bereits zur Leerformel verkommen? Inwieweit gefährden Umweltkrisen unsere natürlichen Lebensgrundlagen? Spektakuläre Aktionen militanter islamistischer Gruppen haben die Angst vor einer Talibanisierung und vor einem Zerfall des Landes geschürt.

Nirgends sonst liegen Al-Qaida-Camps und Atomwaffenlager so nahe beieinander. Wie nutze ich POP3? Was bringt mir DAB und was bedeutet eine Kulturflatrate? Wie gehe ich mit Trollen um und was ist ein Wobbler? Was sind die Regeln der Netiquette? Die Ideologie grenzenlosen Wachstums durch deregulierte Märkte ist gescheitert. Schon vor 40 Jahren war erkennbar: Die Grenzen des Wachstums sind erreicht, nachhaltige Wirtschaftsformen schonen unsere Lebensgrundlagen, Ungleichheit und ein schwacher Staat fördern Armut, Krankheit und Kriminalität.

Aber erst heute sind wir bereit, über die Konsequenzen nachzudenken. Mit dem Fall der Mauer und der deutschen Einheit konnte die Friedrich-Ebert-Stiftung ihre gesellschaftspolitische Arbeit auch in Ostdeutschland aufnehmen.

Traditionelle Formen von Religion, Religiosität und kirchlichen Bindungen haben in Europa nach an Bedeutung verloren. Dieses vielfach als Säkularisierung beschriebene Phänomen bildet den Ausgangspunkt für den aktuellen Band des Archivs für Sozialgeschichte.

Vergleiche mit zeitgleichen, aber teils gegenläufigen Entwicklungen in den USA, Lateinamerika, Afrika und Asien sowie mit deren Rückwirkungen auf Europa geben Aufschluss über die allgemein-kulturelle Bedingtheit von Religiosität und schärfen den Blick für ihre jeweilige gesellschaftliche Relevanz. Dabei wird deutlich, dass Religion und kirchliche Bindungen trotz tief greifender Säkularisierungsprozesse wirkungsmächtige Faktoren blieben. Angebracht ist daher keine Geschichte des Niedergangs, sondern der Anpassung und Transformation.

Die Neuformierung des Religiösen zeigte sich unter anderem im Evangelikalismus, der Befreiungstheologie und im politischen Islam. Band 15 der Reihe "Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im Zwei ausgewiesene Experten beschreiben den komplizierten Weg der Stiftung vom vermeintlichen "Handlanger des US-Imperialismus" zum geachteten Gesprächspartner und Ratgeber in den verschiedensten Reformprozessen.

Sie stammen aus den verschiedensten Ländern dieser Welt und leben seit Jahrzehnten in Deutschland: Ihre ausdrucksstarken Bilder zeigen, worin die Faszination dieser Sportart besteht, die zahllose Anhängerinnen in allen Kulturkreisen hat.

Willy Brandt bewegt nach wie vor die historische Forschung. Wie wird seine Politik heute bewertet? Deutsche und internationale Wissenschaftler ziehen eine Zwischenbilanz. Das Jahrzehnt zwischen dem September und dem Frühjahr , in dem die arabischen Völker begonnen haben, gegen ihre autokratischen Herrscher aufzustehen, hat unser Islambild radikal geprägt und verändert.

Neben dem Islam als solchem geraten dabei auch unsere Islamdebatten in den Fokus. Stefan Weidner analysiert und hinterfragt die verschiedenen Positionen, ohne parteiisch zu sein. Kompetenz im handlichen Format mit Erläuterungen zu allen wichtigen Fragen aus Wirtschaft und Wirtschaftsnachrichten. Ein Lexikon für ökonomisch interessierte Laien. Der Kampf um politische Meinungen wird in Deutschland oft mit historischen Argumenten geführt.

Geschichtsbilder beeinflussen unser Denken und Handeln. Aber wer besitzt eigentlich die Deutungshoheit über die deutsche Geschichte? Wie erlangt und benutzt er sie? Darüber muss öffentlich diskutiert werden. Sie inszenierte die von Elisabeth Selbert angeführte Kampagne zur gesetzlichen Gleichberechtigung. Seine einfühlsamen Erinnerungen erlauben einen Blick in die Seele des "Kontinents der Hoffnungen" und hinter die Kulissen komplizierter Entscheidungsprozesse.

So manches Vorurteil gegen "die in Europa" bleibt da auf der Strecke. Der deutsche Sozialstaat gilt als Erfolgsmodell. Mit dieser Festschrift zum Geburtstag wird das wissenschaftliche und pädagogische Engagement Helmut Berdings gewürdigt. Dieser Band behandelt die Veränderungen der Arbeitsbeziehungen und Arbeitswelt in den letzten vier Jahrzehnten. Elf Autorinnen und Autoren haben die Geschichten von 14 Menschen aufgeschrieben, die in Deutschland zu Hause sind, aber in sehr unterschiedlichen Wirklichkeiten leben.

Sie wollen in dieser Gesellschaft dazugehören und trotzdem "sie selbst bleiben". Entstanden sind intensive Porträts, in denen die Vielfalt unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens sichtbar wird. Die Friedrich-Ebert-Stiftung widmet dem beliebten Politiker und Staatsmann einen einzigartigen Band mit zahlreichen unveröffentlichten Dokumenten, Texten sowie Fotos u.

Drei ausgewiesene Experten schildern eindrucksvoll, wie man diese Ziele in Indonesien, Tansania und Zentralamerika mit viel Geduld und langfristiger Planung erreicht hat. Jahrhundert haben wissenschaftliche Erkenntnisse auf alle Dimensionen von Politik eingewirkt und sie im Wechselspiel mit den Medien verändert.

Vor allem nach etablierten sich Wissenschaftsdisziplinen mit Experten, die ihre Kenntnisse in den gesellschaftlichen Alltag hineintrugen und diesen umformten. Die Sozialwissenschaften avancierten international zu einer Leitwissenschaft für staatliche Institutionen, Parteien und Interessenverbände. Gleichzeitig war eine Politisierung von Wissenschaft zu beobachten. Werner Best war der führende Ideologe und Organisator der Gestapo. Er kam aus der völkischen Studentenbewegung, war befreundet mit Ernst Jünger und von bis Stellvertreter Reinhard Heydrichs.

Schon vor über Jahren gab er tragfähige Antworten auf den fortschreitenden Globalisierungsprozess. Ihre Erkenntnisse sind von verblüffender Aktualität. Dabei findet auch die Verleihung des Friedensnobelpreises an Brandt Berücksichtigung und die Sicht der Nachwelt auf jenen 7.

Sein Wort hat Gewicht in Deutschland seit über 50 Jahren. Er hielt an seinen klaren Positionen auch dann fest, wenn dies zu Lasten seiner politischen Karriere ging. Egon Bahr hat einmal über ihn geschrieben: In Verbindung mit elektronischer Schlagwort- und Volltextsuche bietet die CD-ROM zahlreiche Rechercheoptionen in unterschiedlichen Verfassungsbereichen und eröffnet vielfache Möglichkeiten zur Herstellung länderübergreifender Verknüpfungen und Zusammenhänge.

Die Gesamtedition sieht sich im Dienste einer integrierten europäischen Verfassungsgeschichtsschreibung. Ein geeintes Europa war für Willy Brandt eine Herzensangelegenheit.

In diesem Band untersuchen Historiker aus sieben Ländern seine prägnante Rolle bei der Einigung Europas und den Wandel, den das Bild der Bundesrepublik durch ihn im Ausland erfahren hat. So lautet die provokante These dieses Buchs, das dem derzeit kontrovers diskutierten Thema Bildung historische Tiefenschärfe verleiht. Wie wollen wir in Zukunft leben? Gesine Schwan plädiert in diesem Buch für eine neue Kultur der Gemeinsamkeit jenseits von Egoismus und Marktradikalismus.

Ökonomisierung und Wettbewerb sind in der Hochschulpolitik zu Leitbildern geworden, die Wissenschaftsbetrieb, Studium und Universitäten radikal umgestalten. Der Bologna-Prozess, der einen einheitlichen europäischen Hochschulraum schaffen soll, bildet hierfür den Rahmen. Die Beiträge dieses Bandes beleuchten Gewerkschaften, Nationalsozialismus und Geschichtspolitik im Band 49 des Archivs für Sozialgeschichte befasst sich mit der europäischen Geschichte seit Die internationalen Beiträge beleuchten ganz unterschiedliche Aspekte des boomenden Forschungsfelds.

Sie beschäftigen sich mit der politischen Geschichte der Europäischen Integration, greifen neuere Konzepte wie Europäisierung und transnationale Ansätze auf, um zu alternativen Sichtweisen auf die europäischen Gesellschaften nach Kriegsende zu gelangen. Dabei geraten gesellschaftliche Prozesse in den Blick, die in der Zeitgeschichtsforschung bislang zu wenig ereignishistorisch betrachtet wurden, so Migration und Rassismus, Konsumgeschichte oder Massentourismus.

Auch zur Agrarpolitik, zu den Gewerkschaften oder der Friedensbewegung bietet der Band neue Perspektiven. Der Autor liefert eine Neuinterpretation des mitteleuropäischen Konstitutionalismus im Jahrhundert und korrigiert die gängige Ansicht, dass die konstitutionelle Monarchie nur ein Übergangsphänomen zwischen Absolutismus und Parlamentarismus gewesen sei. Der Gewerkschaftsführer Hans Gottfurcht engagierte sich fast 70 Jahre lang für die freie Angestelltenbewegung.

In seinem Leben spiegeln sich die zentralen Probleme und Konflikte der Gewerkschaftsgeschichte des Kirchliche Versöhnung und staatliche Verständigung zwischen Polen und Deutschen gehörten von bis eng zusammen. Neueste polnische und deutsche Forschungen zeichnen die Wirkungen der berühmten kirchlichen Versöhnungsdokumente von nach, die als eine Voraussetzung der sozial-liberalen Entspannungspolitik und des Beginns der Solidarnosc-Bewegung gelten dürfen.

Man erhält auch Einblick in das, was normalerweise hinter verschlossenen Türen stattfindet. Der Bochumer Historiker Bernd Faulenbach stellt seine Bilanz der Sozialdemokratie jener Jahre in den Kontext der damaligen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Auseinandersetzungen. Das Nachschlagwerk im Taschenbuchformat mit über 1. Sprache wird in politischen Debatten strapaziert, verbogen, oft missbraucht.

Wer sie hört, sollte kritisch sein! Dienel erklärt, wie Bürgerinnen und Bürger politisch über das mitentscheiden können, was sie betrifft. Der Text fasst drei Jahrzehnte Erfahrung mit der sogenannten Planungszelle zusammen, die der Autor in den er-Jahren entwickelt hat.

Dieser wissenschaftliche Sammelband würdigt seinen Weg und seine Leistungen und zeigt: Ernst Reuter war ein Gesellschaftsreformer aus dem Geist der Kommunalpolitik.

Die Demokratie steckt in der Krise. Zunehmende soziale Ungleichheit erzeugt Politikverdruss und Demokratiedistanz. Die neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung präsentiert einen alarmierenden Befund und zeigt, wo die künftigen Aufgabenfelder von Politik und Gesellschaft liegen. Die sozialistische Arbeiterbewegung prägte die moderne Gesellschaftsentwicklung entscheidend mit. Das zeigen die hier versammelten Schriften des Historikers Peter Brandt, die zu seinem Geburtstag neu herausgegeben werden.

Die ersten Weltwirtschaftsgipfel wurden vom persönlichen Zusammenspiel der beteiligten Staats- und Regierungschefs geprägt. Geschichtspolitik will historisch-politisches Bewusstsein wecken und gestalten.

Die Debatte über den öffentlichen Umgang mit historischer Erinnerung boomt. Dieser Band zieht eine Bilanz der politischen Gedenk- und Erinnerungskultur.

Im Mittelpunkt stehen das Erinnern an soziale Aufbrüche und politische Umbrüche, an Diktaturen und an herausragende Persönlichkeiten sowie die Bedeutung dieses Gedenkens für die internationale Verständigung.

Stets geht es dabei um die Frage nach der Relevanz historischer Erkenntnis und öffentlichen Erinnerns für die Gestaltung derdemokratischen Kultur in Gegenwart und Zukunft. Auf diesem Wege wird das nation building untersucht, ferner werden Formen post- kolonialer Gewalt sowie die Rolle internationaler Organisationen z.

Vereinte Nationen in den Blick genommen. Das Buch bietet einen Einblick in die historische Entwicklung des Sozialstaats in Deutschland vor dem Hintergrund heutiger Problemlagen. Dieses spannende Buch erzählt die Erfolgsgeschichte Europas und sucht nach den Grundlagen der gemeinsamen europäischen Kultur und Identität. Nach Jahren voller Kriege und Kämpfe, setzten sich hier am Ende die besten politischen Traditionen und Ideen durch: Demokratie, Parlamentarismus, Menschenrechte und Glaubensfreiheit.

Werden sie Europa auch künftig zusammenhalten? Ein handliches Taschenlexikon zur Europäischen Union, das keine Frage offen lässt. Unverzichtbar für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.

Deutsche Polizeihilfe macht die Schergen von Folterpolizeien vieler Staaten noch effizienter. Dieses Buch über Friedrich Ebert als Parteiführer, Reichskanzler, Volksbeauftragter und Reichspräsident ist eine stark an der persönlichen politischen Entwicklung Eberts orientierte Einführung. Am Beispiel einiger zentraler politischer Entscheidungen aus den Jahren bis wird ein wichtiger und allgemein verständlicher Beitrag zu einer Gesamtdarstellung von Eberts Politik geleistet.

Demokratie, Selbstbestimmung und Anti-Nationalismus: Bürgergesellschaft — das meint die Beteiligung aller an öffentlichen Angelegenheiten, das meint Engagement für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Aber kann daraus auch ein neuer Gesellschaftsvertrag werden, der das Verhältnis und die Aufgaben zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft neu bestimmt und verteilt? Das neue Lern- und Arbeitsbuch vermittelt Informationen und erprobte Methoden für die Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus in Schulen und Kommunen, in der Jugendarbeit und in der politischen Bildung. Das Handbuch ist ein unentbehrlicher Begleiter in der politischen Bildungsarbeit gegen den Rechtsextremismus.

Ein Pflegefall bringt die Familie oft an den Rand der Erschöpfung. Man lernt Kranke kennen, die nicht verzweifeln, und Angehörige, die trotz aufopferungsvoller Pflege noch Zeit für sich finden, um Kraft zu sammeln — ohne schlechtes Gewissen und ohne Vorwürfe.

Gegen Willkür und Misswirtschaft bildete sich im Herbst im thüringischen Eisenberg eine jugendliche Widerstandsgruppe, die sich auf die Universität Jena ausdehnte und fast viereinhalb Jahre gegen die SED-Herrschaft opponierte.

Nach einer Denunziation wurde sie im Februar zerschlagen, ihre Angehörigen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Studie ist ein beklemmendes Panorama vom Alltag der deutschen Teilung. Horst Wagner und Eberhard von Thadden. Das neue Lern- und Arbeitsbuch zeigt die Leistungsfähigkeit des Konzepts Bürgergesellschaft an praktischen Anwendungsfällen.

Der Band erläutert die Schnittstellen zu Staat und Wirtschaft und klärt auf über unterschiedliche politische Verwendungsweisen und Verwertungsinteressen. Vor allem aber will er zu bürgerschaftlichem Engagement befähigen und ermutigen.

Der Band geht auf aktuelle Fragen der Sozialstaatsreformen ein und fragt nach der historischen Genese krisenhafter Erscheinungen und ihrer Bearbeitung im Laufe der zweiten Hälfte des Das besondere Augenmerk liegt auf vergleichenden Aspekten mit anderen Staaten in Europa. Dabei werden Handlungsspielräume des Sozialstaats als Ganzes und seine Ausformungen auf spezifischen Feldern wie dem Gesundheitswesen und der Rentenversicherung analysiert. Karl Schiller war einer der bedeutendsten Wirtschaftspolitiker der Bundesrepublik.

Der nationalsozialistische Völkermord in Ostgalizien begann mit dem Mord an 25 polnischen Professoren in Lemberg. Jedes polnische Geschichtsbuch erwähnt dieses Verbrechen als Beispiel für die Skrupellosigkeit und Brutalität der Nationalsozialisten. In der Bundesrepublik ist es hingegen weitgehend unbekannt. Die Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaft Hamburg wurden sogar mehrfach eingestellt.

Hinter ihren Bemühungen ist kein ernster Aufklärungswille erkennbar. Dietz Nachfolger Bonn feiert in diesem Jahr seinen Unter den politischen Fachverlagen im deutschsprachigen Raum zählt er zu den bekanntesten. Seine ereignisreiche Geschichte ist ein Spiegel der politischen Entwicklung Deutschlands vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung — und darüber hinaus. Die Gewerkschafter strebten eine Zusammenarbeit über die Zonengrenzen hinweg an. Entstanden ist ein Buch, das seine Leser oft zum Schmunzeln bringt, denn für Horst Ehmke gilt, was vielen Menschen an den heutigen Politikern fehlt: Zur erfolgreichen Politik gehört auch gute Laune.

In den er Jahren wandte sie sich verstärkt den Industrieländern in Europa und Übersee zu. Sie trug durch ihre Unterstützung demokratischer Kräfte nicht nur zur Überwindung der Diktaturen in Chile, Brasilien und Südafrika bei, sondern war auch einer der wesentlichen Akteure bei der Beendigung des Zentralamerikakonfliktes.

Die Stiftung Entwicklung und Frieden setzt sich seit Mitte der er Jahre für eine Neugestaltung der globalen politischen Ordnung ein: Global Governance wurde zum Leitmotiv der Stiftungsarbeit. Was sind die Ergebnisse dieser Arbeit, und welche Herausforderungen stellen sich in der Zukunft? Doch wie gingen die Arbeiter mit ihrer Rolle angesichts faktischer Machtlosigkeit um?

Wie wichtig war ihre ideologische Stilisierung durch die Staatspartei in sozialer und politischer Hinsicht? Viele der Herausforderungen, die sich Hans Matthöfer stellten, sind noch immer akut, seine Antworten immer noch aktuell.

Sein facettenreiches Leben erlaubt es, ein Kapitel der Geschichte der Bundesrepublik aus biographischer Perspektive neu zu schreiben. Erfüllt von der Idee eines undogmatischen Sozialismus, kämpfte und litt er für die Vision einer Gesellschaft ohne Unterdrückung.

Für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zeigt sie, dass es möglich war, über soziale, kulturelle und politische Grenzen hinweg ethnisch-nationale Gemeinschaften zu bilden. Pointiert hinterfragt der Autor die komplexe polnische Geschichte im Ringen um Identität, Anerkennung und staatliche Souveränität. Acht weltweit prominente Ökonomen, darunter Nobelpreisträger Robert M. Solow, haben die deutsche Wirtschaftspolitik kritisch unter die Lupe genommen.

Falsche Ziele, krisenverstärkende Politiken und eine einseitige Fixierung auf die Angebotsseite haben Deutschland schlechter gemacht als es sein müsste. In einer quantitativen Studie wurden neun politische Milieus auf der Basis von Werten und Einstellungen ermittelt. Halbierung der extremen Armut in der Welt bis zum Jahr Ist die zunehmende Kritik an den Millennium-Entwicklungszielen berechtigt?

Der Band lebt von der Spannung zwischen geglückter Integration, wie sie z. Grundlegende Forschungsberichte zur autonomen Jugendkultur der französischen Banlieues, zur Geschichte des Rassismus und des amerikanischen melting pot runden den Band ab. Albert Schulz war in fünf verschiedenen politischen Systemen des Jahrhunderts und drei norddeutschen Ländern für die Sozialdemokratie tätig.

Mit ihm gerät ein wichtiger Funktionär aus der zweiten Reihe in den Blick. Sein Leben war typisch für die Prägungen und politischen Optionen einer bestimmten Führungsgeneration in der Arbeiterbewegung.

Diese politische Biographie beschreibt das Schicksal einer jüdischen Sozialdemokratin, Schwester des berühmten russischen Menschewiken Julij Martow, die fast ihr ganzes Leben auf der Flucht vor den Diktaturen des Ihren Blick hat sie dabei niemals von Russland abgewandt.

Als eines Tages ein Transport mit Juden aus seiner siebenbürgischen Heimat eintraf, standen sich plötzlich Täter und Opfer, seit Jahren bekannt, an der Rampe des Lagers gegenüber. Capesius schickte sie kaltblütig ins Gas und bereicherte sich an ihrer Habe.

Mit essayistischem Scharfsinn und wissenschaftlicher Präzision analysieren die renommierten Historiker Jörg Baberowski und Anselm Doering-Manteuffel die Herrschaftskontexte von Stalinismus und Nationalsozialismus, die eine bis dahin unvorstellbare Dynamik totalitärer Gewalt entwickelten.

Friedrich Ebert hat die Politik seiner Zeit entscheidend geprägt. Weit mehr als bislang bekannt, beeinflusste der Sozialdemokrat, Republikgründer und erste Reichspräsident die Geschicke der Weimarer Demokratie in ihren ersten Jahren. Walter Mühlhausen liefert die erste umfassende Biographie des ersten demokratischen Staatsoberhauptes in Deutschland.

Sie liefern wertvolle historische Informationen, nicht nur für Fachhistoriker, sondern für alle geschichtlich interessierten Leser — ein lebendig geschriebenes Selbstzeugnis und buntes Zeitporträt aus der zweiten Hälfte des Das nepalesische Mädchen Maya erzählt von ihrem grauenvollen Leben zwischen Armut und Zwangsprostitution: Flucht, weil ihr Mann sie schwer misshandelt.

Ein erschütternder Bericht von Missbrauch, Demütigung und Tod. Damit wollte er die Demokratie dauerhaft in den Köpfen und Herzen der Menschen verankern.

Dabei schreckte sie auch vor ideologischen und praktischen Anleihen beim politischen Gegner nicht zurück. Wie umfassend der DGB in dieser Zeit seinen Gestaltungsanspruch für Wirtschaft und Gesellschaft wahrnahm, belegen die Dokumente und Materialien dieses Quellenbandes; sie zeigen aber auch die Grenzen seines politischen Einflusses.

Willy Brandt drängte zu einer raschen Vereinigung. Pointiert schildert Daniel F. Sturm ihre Kontroversen und liefert tiefe Einblicke in das Innenleben der Sozialdemokratie während dieser spannenden Phase deutscher Nachkriegsgeschichte. Dieses Buch nimmt die Auswirkungen der allgemein verlängerten Lebenserwartung unter die Lupe. Auf fesselnde Weise legt Claus D. Kernig, Politikwissenschaftler und Berater von Regierungen in Asien und Afrika dar, wie die Bevölkerungsentwicklung der nächsten Jahrzehnte Deutschland unausweichlich mit Problemen weltweiter Trends verstricken wird.

In dieser Zeit schärfte der Deutsche Gewerkschaftsbund sein politisches und programmatisches Profil, öffnete sich für marktwirt-schaftliche Vorstellungen und setzte neue Richtmarken in seinem Engagement für soziale Gerechtigkeit. Das jetzt in vierter Auflage vorliegende Politiklexikon versteht sich als kompetentes und preisgünstiges Nachschlagewerk für alle gesell-schaftspolitisch interessierten Leser. In 45 Stichwörtern geben sie Einblick in historische Hintergründe, theoretische Zusammenhänge und praktische Erkenntnisse zu der Frage: Auf der Basis transnationaler Ansätze werden verschiedene gesellschaftliche Bereiche und Gruppen untersucht, bei denen es zu Kontakten zwischen Ost und West kam: Parlamentarier, Journalisten und Wissenschaftler, Kirchen, Versöhnungsinitiativen und Vertriebenverbände, Gewerkschaften, politische Stiftungen und Friedensbewegungen sowie Dissidenten, Jugendkultur und Sport.

Hitler und die Rechte haben die Weimarer Republik zerstört. Aber auch die extreme Linke hat zu ihrem Untergang beigetragen: Riccardo Bavaj zeichnet ihre geistig-politischen Irrwege nach und liefert eine glänzend geschriebene Darstellung des linken Antiparlamentarismus in Deutschland von bis Dieser Frage gehen die Autoren des von Jan C.

Poutrus herausgegebenen Bandes nach. Erstmals vergleichen sie dabei Antiamerikanismus in West- und Osteuropa. Johannes Kandel legt die erste umfassende Darstellung und Analyse des blutigen Nordirland-Konflikts von den Anfängen im Jahrhundert bis zur Gegenwart vor.

Vertreibung war im Jahrhundert ein gesamteuropäisches Phänomen. Die Autoren dieses Bandes präsentieren den internationalen Forschungsstand und die Initiativen zu Aufklärung und Versöhnung mit dem Ziel, ein europäisches Geschichtsbewusstsein zu schaffen.

Peter Hurrelbrink fragt nach dem historischen und politischen Ort, den sich die Deutschen beider Staaten im Gedenken an das Ende von Krieg und Nationalsozialismus jeweils zugeschrieben haben. Er untersucht die konkreten und normativen Inhalte ihrer Erinnerungen und wirft damit einen Blick auf den Zustand der politischen Kultur von bis heute.

Sind Menschen auswechselbar wie Maschinen? Es gab Hungersnöte, und viele Germanen litten an Unterernährung, was zu einer relativ geringen Lebenserwartung führte. Der Gesundheitszustand der Germanen war oft schlecht; Gelenkerkrankungen und Bandscheibenschäden waren verbreitet.

Die Religion der Germanen [47] ist insgesamt betrachtet, über die Zeit- und Kulturräume der einzelnen germanischen Völker und Stammesgruppen hinweg, eine dezentral auf lokale Kultzentren bezogene polytheistische Religion. Es scheint daher sinnvoll, eher von den mannigfaltigen, regional verschiedenen Kulten als von einem vereinheitlichenden Begriffsmuster auszugehen. Zudem kann man aus methodologischen Gründen nicht von einer Konstanz der religiösen Kulte ausgehen; vielmehr müssen besonders im Verlauf der Völkerwanderung immer auch die politischen und kulturellen Verhältnisse beachtet werden, denen die einzelnen Stammesgruppen ausgesetzt waren und denen die jeweiligen Zeugnisse zuzuordnen sind.

Grundlegende Merkmale der germanischen Religion lassen sich auf die durch Vergleiche mit anderen historischen Religionen Indien , Griechenland , Rom, Kelten erschlossene indogermanische Religion zurückführen. Eine nachträgliche Beeinflussung könnte sich durch den kulturellen und wirtschaftlichen Kontakt mit den Kelten , Balten , Slawen und spät auch den Römern ergeben haben. Quellen für die Rekonstruktion und Bestimmung der germanischen Religion sind im Wesentlichen drei Gruppen zuzuordnen:.

Grundsätzlich prägend für die germanische Religionsgeschichte war der Übergang von der Jagdgesellschaft zur bäuerlichen Kulturform und später der Übertritt zur christlichen Religion. In der etwa zweitausendjährigen Periode zwischen diesen epochalen Zäsuren war die germanische Religion als solche mit ihren regionalen Unterschieden in ihren Grundzügen relativ stabil. Aus der vorhistorischen Zeit ist aus Funden in Opfermooren und bronze- und eisenzeitlichen Grabhügeln ein ausgeprägter Toten- und Ahnenkult durch die Deponierung von Urnen oder Keramiken mit Resten von organischen Inhalten bekannt.

Andere Votivgaben sind Schmuckgegenstände und Güter des alltäglichen Gebrauchs. Zu diesen Funden kommen anthropomorphe Pfahlgötter , Figuren aus grob bearbeiteten Holzbalken, wie zum Beispiel das Götterpaar von Braak. Diese Figuren wurden durch die Herausarbeitung der primären Geschlechtsmerkmale deutlich erkennbar als männlich oder weiblich gestaltet.

Der Zusammenhalt der germanischen Stämme in historischer Zeit wurde vor allem durch einen gemeinsamen Götter- und Ahnenkult und gemeinsame Opferhandlungen begründet.

Teilweise kamen auch verschiedene Stämme zu gemeinsamen Riten zusammen und bekräftigten so ihr Bündnis Nerthuskult. Allgemein waren die religiösen Handlungen der germanischen Kulturen jedoch sehr vielfältig, so dass Götter wie in vergleichenden polytheistischen Systemen des Mittelmeerraumes sowohl unterschiedliche Bezeichnungen, als auch unterschiedliche Attribute aufweisen.

Wie in anderen indogermanischen Religionssystemen wird auch in der religiösen Praxis der Germanen die Möglichkeit des Henotheismus erwogen. Ein transzendentales Gottesverständnis war den Germanen wohl fremd und entwickelte sich erst spät in der Auseinandersetzung mit dem Christentum, nachweislich durch nordwestnordische Quellen.

Tempelbauten wie bei den Römern waren selten. Die Götter wurden meist auf Waldlichtungen, in heiligen Hainen und an heiligen Gewässern bzw. Mooren verehrt, teilweise mit Menschen-, in der Regel aber mit Tieropfern. Diese sakralen Orte wurden durch Einhegungen von der profanen Umwelt separiert, dementsprechend gilt bei natürlichen Örtlichkeiten wie Hainen, dass diese Waldungen kultiviert wurden und so eine sichtbare Trennung bewirkt wurde Flechtwerkzäune aus Gehölzruten.

Im angelsächsischen Siedlungsbereich und im römerzeitlichen Süddeutschland übernahmen einwandernde Germanen teilweise Kultstätten der verdrängten oder assimilierten keltischen Vor- und Restbevölkerung. Die dargebrachten Opfer waren dabei vor allem als Bitt- und Dankopfer. Geopfert wurde individuell im privaten Kult, aber auch gemeinschaftlich, dann auch zu festen unterjährigen Anlässen wie im Frühjahr, im Mittsommer oder zum Herbst und Mittwinter.

Auch Waffen und andere militärische Ausrüstung vermutlich von besiegten Feinden wurden an diesen Orten dargebracht. Auffällig ist, dass geopferte Waffen zuvor unbrauchbar gemacht wurden. Teilweise sind diese Gegenstände von hohem materiellen wie ideellen Wert Schwerter, aber auch Schmuck, Fibeln , wodurch der kultisch-rituelle Bezug ersichtlich ist Brunnenopfer von Bad Pyrmont. Menschenopfer sind aus historischer Zeit teils in der ethnographischen Literatur belegt, wie beispielsweise die Opferung eines Sklaven beim Nerthuskult, die Tacitus beschreibt.

Die archäologischen Fundauswertungen zeigen, dass Menschenopfer statistisch gesehen sehr selten praktiziert wurden. Auch für die in Norddeutschland und Dänemark gefunden Moorleichen, die oft mit Menschenopfern in Verbindung gebracht werden, gilt: Lediglich ein kleiner Teil der etwa Funde weist sicher auf einen kultischen Hintergrund hin siehe Grauballe-Mann.

Im Zusammenhang mit Menschenopfern ist eine bedingte kultische Anthropophagie nachgewiesen, die auf animistische Züge der germanischen Religion verweisen. Ein organisierter oder besonders kenntlich gemachter Priesterstand ist für die frühe historische Zeit nicht bezeugt. Zu dieser Zeit wurden sakrale Handlungen durch die Familien- und Sippenhäupter durchgeführt. Im Laufe der römischen Kaiserzeit und in der Zeit der Völkerwanderung werden priesterliche Strukturen erkennbar, die aber immer noch stark privaten Charakter trugen.

Diesbezüglich dienen vor allem angelsächsische und isländische Belege als Nachweise, wie zum Beispiel für den isländischen Goden. Entsprechend den weiblichen Gottheiten gab es weibliches Kultpersonal. Zu diesen zählten auch Seherinnen. Erhaltene Zaubersprüche wie die Merseburger Zaubersprüche oder altenglische Zaubersprüche wie der Canterbury Charm zeigen noch die alten Schichten oder Nachklänge der germanischen Religiosität an.

Magie und Zaubersprüche konnten eine apotropäische , schadenabwehrende sowie eine heils- und heilbringende Funktion erfüllen, ebenso aber auch der Verfluchung dienen und Schaden und Unheil bringen.

Weihesprüche, Ansprachen innerhalb der Zaubersprüche oder in Runeninschriften haben im Norden oft einen Bezug zu Thor, auf dem Kontinent wird im zweiten Merseburger Spruch und auf der Nordendorfer Runenspange zudem oder auch allein Wodan genannt.

Eine monographische Gesamtdarstellung der Christianisierungsgeschichte der Germanen fehlt bisher. Kurz vor dem Hunneneinfall im Jahre wurde bei den Terwingen noch mit römischer Unterstützung eine rudimentäre kirchliche Organisation aufgebaut. Wulfila wurde einer der ersten Bischöfe der Westgoten. In einem ähnlichen Kontext ist auch die Wulfilabibel zu sehen. Im Gegensatz zur westlichen Kirche, die den Gottesdienst an die lateinische Sprache band, war die östliche Kirche bereit, die Volkssprache in der Liturgie zu verwenden.

Die Übersetzung der Bibel ins Gotische ist nicht gleichzusetzen mit mittelalterlichen Übersetzungen biblischer Texte, die der Erbauung und Unterweisung dienten.

Die gotische Bibel war ein liturgisches Buch, dessen Sprache eng mit der Vorlage verbunden blieb. Ein im Westen provokantes Merkmal des östlichen Ursprungs der gotischen arianischen Kirche war die erneute Taufe übertretender nichtarianischer Christen. Die Verdrängung der heidnischen Religion wurde auch als Bedrohung der sozialen Ordnung gesehen und es kam bzw.

Mit der Westwanderung christianisierter Germanen Goten, Vandalen, Burgunden, Langobarden und den Reichsgründungen verbreitete sich der Arianismus auch in der — im übrigen katholischen — westlichen Hälfte des römischen Reiches. Jedoch wurden längst nicht alle Germanen christianisiert, so dass mit dem Zusammenbruch des römischen Reiches auch die Verbreitung des Christentums einen Rückschlag erlitt.

Das Frankenreich wurde von dem kulturellen Überlagerungsbereich zwischen Rhein und Loire aus christianisiert. Jahrhundert griff die Christianisierung auch auf die Randzonen und Nachbarländer des Fränkischen Reiches über und fand ihren Abschluss mit der Eroberung und Eingliederung der Friesen und Sachsen. Ab dem Ende des 7. Jahrhunderts waren auch angelsächsische Kräfte an der Mission beteiligt. Die Missionierung des angelsächsischen Englands ging mit unterschiedlichen Traditionen vom Kontinent und von Irland aus.

Die Christianisierung des Nordens erfolgte durch deutsche und englische Kräfte und hatte entscheidenden Anteil an der Ausbildung der Königsmacht ab dem Ende der Wikingerzeit.

Die Missionierung setzte bei den politischen Führungsspitzen an. Für diese ergaben sich durch die Annahme des Christentums neue Möglichkeiten der religiösen Legitimierung, die sich voll ausgebildet zuerst im Westgotenreich in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts in Form der Königssalbung zeigen. Die neuartige Verbindung königlicher Kirchenherrschaft führte zur räumlichen Abgrenzung der kirchlichen Bezirke durch politische Herrschaft und trug zur spätrömischen Partikularisierung der westlichen Kirche bei.

Diese Entwicklung wurde ab dem letzten Drittel des 7. Die Religion der Germanen galt für die christliche Mission, wie auch vorher schon die hellenistisch-römischen Religionen, als dämonische Verblendung, die die Menschen hinderte, zu ihrer gottgegebenen Bestimmung zu finden.

Die Missionierung verfolgte einerseits das Ziel der Integration des ganzen politischen Verbandes in die heilsanstaltliche Kirchenorganisation und andererseits die Beseitigung der heidnischen Kulte. Massenhaft vollzogene Taufen ohne ausreichende Vorbereitung dienten der Aufnahme in die Kirche, und die christliche Religion ersetzte als neuer einzuhaltender Kult den alten.

In der Karolingerzeit wurde die dem Taufgelöbnis vorangehende Absage an den Teufel um das Abschwören der heidnischen Götter und Kulte erweitert. Private heidnische Kultausübung wurde mit Geldstrafen belegt. Diese funktionale Kontinuität hatte auch Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums. In der Forschung wurde in diesem Zusammenhang der Begriff der Germanisierung des Christentums diskutiert.

Die germanische Kulturwelt war relativ arm an Bildern. Erst ab dem 5. In der jüngeren Kaiserzeit wurden von römischen Vorbildern nach Tierformen gestaltete Fibeln übernommen. Besonders beliebt waren Eber und Hirsch. Bronzene vollplastische Rinderfiguren waren ebenso bekannt, wenn auch selten. Über die Holzschnitzerei kann natürlich wenig gesagt werden. Die Nachahmungen römischer Tierbilder wurden mit der Zeit zu einer eigenständigen germanischen Tierornamentik weiterentwickelt.

Wesentliches Element der politischen und gesellschaftlichen Ordnung auf germanischem Gebiet waren die Stämme. Ein Stamm verfügte als Siedlungsgemeinschaft über ein bestimmtes Siedlungsgebiet, auf dem auch Angehörige anderer ethnischer Gruppierungen leben konnten, wie beispielsweise in eroberten Gebieten.

Ebenso gab es natürlich eine gemeinsame Sprache, religiöse Riten und ein Identitätsbewusstsein, dessen deutlichster Ausdruck ein Mythos der gemeinsamen Abstammung war. Tatsächlich waren jedoch auch Stämme keine einheitlichen und stabilen Gebilde, sondern immer von Durchmischung, Neubildung, Abwanderung, Untergang und dergleichen betroffen.

Erstmals detaillierte Beschreibungen der Germanen finden sich bei Tacitus. Hinzu kommen die — von Tacitus nicht beschriebenen — germanischen Siedlungsgebiete in Skandinavien. Tacitus legt dar, dass sich die germanischen Stämme in drei Gruppen gliedern und dass es zahlreiche Stämme gibt, die nicht in diese Gliederung passen.

Nach Tacitus unterscheiden sich die einzelnen Stämme nach ihren Kultorten. Die germanischen Stämme zur Zeitenwende waren also vermutlich vor allem Kultgemeinschaften. Dieser Unterteilung lassen sich auch archäologischen Gruppierungen zuordnen. Sie wurden aggressive Gegner des römischen Imperiums und Träger der Völkerwanderungsreiche. Sie verflochten sich in unterschiedlicher Weise mit der mediterranen Hochkultur und beendeten die relative Einheit der Germanen zu Gunsten gesonderter Entwicklungen.

Sie bestimmten das Geschehen der Völkerwanderungszeit und bildeten die Grundlage der europäischen Völker- und Nationalstaatengeschichte. Die diesen Vorgang analysierenden Untersuchungen von Wenskus [55] stellen den heutigen Forschungsstand zu diesem Thema dar. Es handelte sich um einen aus Bündnissen entstehenden Konzentrationsprozess, der politische und militärische Durchschlagskraft zum Ziel hatte.

Gleichzeitig setzte eine zunehmende Differenzierung der sozialen Schichtung ein. Herrschaftsbildung auf personaler Grundlage, Land-, Menschen- und Beutegewinn auf der einen Seite und Instabilität der Ergebnisse auf der anderen Seite war auf engen Austausch mit imperialen und kulturellen Gegebenheiten im römischen Machtbereich angewiesen.

Tiefgreifende politische und soziale Veränderungen waren Voraussetzung für stabile politische Formen. Jahrhundert bezeugt, während sich die gentes des Ostens zunächst der antiken Wahrnehmung entzogen. Deren Wanderungsverbände bildeten sich nicht an der Peripherie des Reiches, sondern weit im Hinterland.

Die Grenznachbarn des römischen Reiches wurden dann auf diesen Zügen integriert. Die Siedlungsgebiete der Germanen im ersten Jahrhundert siehe Karte lassen sich unterteilen in:. Franken, Goten, Burgunden u. Diese Entwicklung blieb den römischen und griechischen Ethnographen lange verborgen, so dass sich in den historischen Aufzeichnungen kaum Beschreibungen finden.

Die Vielfalt von über 40 Stämmen lat. Die Markomannen gingen ihrerseits seit dem 6. Jahrhundert in den Bajuwaren auf. Die Alamannen werden das erste Mal unter den Stämmen erwähnt, die nach das von den Römern aufgegebene rechtsrheinische Dekumatland Agri decumates besetzten. Die Alamannen wurden von den Römern geduldet, da sie den Rhein als Grenze anerkannten. Erst ab der Mitte des 5. Jahrhunderts dehnten sie — jetzt Alemannen genannt — ihr Siedlungsgebiet auch auf linksrheinische Gebiete aus — bis in die Champagne.

Damit kam es zum Konflikt mit den Franken und die nördlichen Territorien gingen nach der Schlacht von Zülpich lat. Tolbiacum an diese verloren. Jahrhundert expandierten die Alemannen in die Nordschweiz. Jahrhundert bewegten sie sich nach Westen und besiedelten die Lausitz und östliche Teile Brandenburgs.

Ein Jahrhundert später erreichten Stammesgruppen das Maintal und zu Beginn des 5. Jahrhunderts kam es zur ersten Reichsgründung in der Region von Worms und Speyer. Die Burgunden kamen in intensiveren Kontakt mit dem Römischen Reich und traten auch zum Christentum über. Raubzüge in Gallien werden ab der Mitte des 3.

Im Norden Galliens wurden fränkische Söldner in römischen Diensten angesiedelt. Die salischen Franken erhielten als foederati Siedlungsgebiet in Toxandrien. Diese Besiedlung expandierte und umfasste im 5. Jahrhundert die Region zwischen Lüttich und Tournai.

Die Goten entwickelten sich wahrscheinlich als Stammesverband im Gebiet der Weichselmündung. Dort sind sie jedenfalls zur Zeitenwende belegt. Aussagen über die weitere Herkunft der Goten bleiben problematisch: Die von Jordanes überlieferte Stammeslegende Origo gentis , wonach die Goten aus Skandza Skandinavien oder Gotland stammen sollen, ist archäologisch nicht zu beweisen [62] , zumal die Goten wohl polyethnisch zusammengesetzt waren.

Nach verschob sich ihr Siedlungsraum langsam in Richtung Schwarzes Meer. Die Vorfahren der Langobarden siedelten zunächst im Bereich der Niederelbe. Später zogen erste Gruppen entlang der Elbe nach Böhmen und in angrenzende Gebiete.

Zur Zeit der Markomannenkriege in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts gelangten Langobarden über die Donau bis nach Pannonien. Dort schlossen sich ihnen weitere elbgermanische Stammesgruppen an. Ebenso erhielten sie Zuzug von germanischen Populationen aus Thüringen. Bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts bildeten diese Gruppen ein ethnisches Eigenprofil aus und werden erstmals als Langobarden erwähnt.

Die Markomannen traten erstmals im Heer des Ariovist in Erscheinung. Ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet lag am Main, jedoch wanderten sie unter dem Druck der Römer kurz vor der Zeitenwende unter dem Heerführer Marbod nach Böhmen. Dort bildeten sie das Zentrum eines Stämmebundes.

Jahrhundert erwähnte man sie das letzte Mal. Die Sachsen bildeten sich vermutlich im 3. Jahrhundert [65] , eventuell jedoch erst im 4. Jahrhundert aus älteren Stämmen der Nordseegermanen. Die früheste unbestrittene Nennung stammt von Kaiser Julian aus dem Jahre Jahrhundert teilten sich die Sachsen in die nach England abwandernden Angelsachsen und die auf dem Festland verbleibenden Altsachsen.

Ein Jahrhundert später beherrschten die Altsachsen weite Gebiete an der Nordseeküste. Gleichzeitig verstärkte sich im Westen der Druck des Frankenreichs und im Osten jener der in den Elbraum expandierenden Slawen.

Nach der Zwangschristianisierung wurde diese Einteilung durch Grafschaften ersetzt. Jahrhundert wurde das inzwischen weiterentwickelte Stammesrecht Lex Saxonum im Sachsenspiegel niedergeschrieben.

Dagegen existiert keine Kontinuität zwischen den heutigen Sachsen im gleichnamigen Freistaat und den historischen Altsachsen des frühen Mittelalters [67] , da der Sachsenname erst durch verschiedene dynastische Verschiebungen auf diese im Mittelalter germanisierten Landschaften überging. Nach dem Abzug der Hunnen etablierten die Thüringer ein Königreich, welches von den Franken unterworfen wurde.

Nordthüringen ungefähr das heutige Sachsen-Anhalt links der Elbe wurde danach teilweise von den Sachsen besiedelt, ebenso wurden Hessen , Schwaben und Friesen angesiedelt. Die vermutlich eher dünn besiedelte Gegend zwischen Saale und Elbe im heutigen Freistaat Sachsen hingegen konnte gegen die eindringenden Slawen nicht gehalten werden.

Die slawische Landnahme in diesen Gebieten erfolgt im ausgehenden 6. Die den Germanen benachbarten keltischen Kulturen hatte der Kontakt mit den Römern an die Schwelle zur Hochkultur geführt, bevor sie erobert und romanisiert wurden.

Die Romanisierung war z. Die Germanen bildeten keine gemeinsame kulturelle Einheit zu dem Zeitpunkt, als sie die Kelten bzw. Gallier in der Rolle der nördlichen Nachbarn des römischen Reichs beerbten. Sie bewahrten ihre Eigenständigkeit, obwohl es auch zwischen Römern und Germanen einen intensiven Austausch gab. In der Folgezeit gab es unterschiedliche Bestrebungen, an der römischen Kultur teilzuhaben.

Oft ging es nur um den Erwerb materieller Güter, die friedlich durch Handel oder Geschenke oder kriegerisch durch Raub und Plünderung angeeignet wurden. Später kam die Teilhabe an der Macht und die Aneignung römischen Territoriums hinzu.

Diese Bestrebungen waren von Stamm zu Stamm unterschiedlich, jedoch waren alle germanischen Kulturen bestrebt, ihre ursprüngliche barbarische Existenz hinter sich lassen und eine höhere Stufe der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung zu erreichen.

Dies lief in der konkreten historischen Situation auf eine beständige Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen hinaus und sie endete im Westen mit einem Erfolg der Germanen, während der Osten des römischen Reiches diese Bedrohung abwenden konnte. Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt: Allerdings vermutet man heute, dass vielmehr Hungersnöte aufgrund klimatischer Veränderungen dafür verantwortlich waren.

Erst nachdem sich die germanischen Stämme in zwei Gruppen aufgeteilt hatten, gelang es den Römern v. Der Durchbruch der Kimbern und Teutonen durch das damals noch keltische Mittelgebirge führte zur Erschütterung der keltischen Macht in Mittel- und Süddeutschland, sodass später auch andere Germanen, insbesondere suebische Stämme , in Hessen und das Maingebiet eindringen konnten.

Andere Gruppen drangen in Gallien ein, wurden jedoch durch Caesar 58 v. Dieser Kontakt führte in der darauffolgenden Zeit zu ständigen Konflikten: Immer wieder kam es zu Übergriffen der Germanen auf die Römer. Im Gegenzug führte Caesar in den Jahren 55 und 53 v. Diese Expeditionen hatten vor allem demonstrativen Charakter und führten zu keiner dauerhaften rechtsrheinischen Präsenz der Römer.

Caesar erkannte den Rhein als Grenzlinie zwischen Germanen und Römern an. Auch in der Folgezeit kam die Rheingrenze nicht zur Ruhe. Der römische Kaiser Augustus beschloss deshalb die Verlagerung von Truppen an den Rhein, die bisher in Gallien stationiert waren.

Die Rheingrenze blieb dennoch unsicher, woraufhin Augustus seine Taktik änderte: Trotz der Drusus-Feldzüge gerieten aber die wenigsten Germanenstämme wirklich in dauerhafte römische Abhängigkeit. Nachdem Drusus im Spätsommer 9 v.

Im Jahr 1 n. Die Römer begannen repräsentative römische Städte östlich des späteren Limes zu gründen, beispielsweise im heutigen Waldgirmes in Hessen. Er war kein Gegner Roms, legte jedoch Wert auf seine Unabhängigkeit. Eine Zerschlagung seines Reiches wäre wahrscheinlich der Schlussstein der römischen Unterwerfung der Germanen gewesen. Nachdem der Widerstand der Germanen gebrochen schien, wurde Publius Quinctilius Varus damit beauftragt, in den Gebieten östlich des Rheins römisches Recht einzuführen und Steuern zu erheben.

Als Statthalter war er gleichzeitig Oberbefehlshaber über die rheinischen Legionen. Varus, der sich zuvor in der römischen Provinz Syrien den Ruf eines brutalen und korrupten Verwaltungsfachmanns erworben hatte, brachte die Germanen bald gegen sich auf. Die von ihm eingeführten Steuern wurden von den Germanen zudem als zutiefst ungerecht empfunden, da sie eine solche Abgabe nur für Unfreie kannten.

Arminius nutzte das Vertrauen, das ihm Varus entgegenbrachte, aus und lockte diesen in einen Hinterhalt. Laut den Überlieferungen des Sueton soll Augustus daraufhin ausgerufen haben: Der römische Eroberungsversuch scheiterte damit im Jahre 9. Germanien blieb danach bis zur Völkerwanderung von der römischen Kultur wenig beeinflusst. Unter Germanicus unternahmen die Römer zwischen 14 und 16 n. Ob es sich dabei um Strafexpeditionen oder die Fortsetzung der römischen Expansionspläne handelte, ist umstritten.

In den Folgejahren kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Germanen und Römern: Im Jahr 29 schlugen die Römer einen Aufstand der bis dahin römerfreundlichen Friesen nieder. Vor allem fehlt bis heute auch nach über hundertjähriger Forschung ein zuverlässig datierter römischer Fund von der Neckar-Odenwald-Linie vor dem Jahre 98, sei es eine Inschrift, ein Militärdiplom oder ein dendrochronologisch datierbarer Holzfund.

Um wurde die römisch-germanische Grenze unter Kaiser Hadrian zwischen dem mittleren Neckar und der Donau bei Eining um etwa 20 bis 40 Kilometer nach Norden verschoben.

Im Jahre fielen die Markomannen , Quaden , Langobarden , Vandalen , Jazygen und weitere Stämme in die römische Provinz Pannonien ein und lösten damit die Markomannenkriege bis aus. In der sehr unzuverlässigen Historia Augusta wird erwähnt, dass die Römer planten, zwei neue Provinzen einzurichten; ob dies den Tatsachen entspricht, ist ungewiss.

Damit wäre jedenfalls das Vorfeld der italienischen Halbinsel auch in nordöstlicher Richtung nach gallischem Vorbild gesichert worden. Die Ursachen für diese aufkommende Wanderbewegung germanischer Stämme konnten bisher nicht geklärt werden, denkbar wären z. Als Mark Aurel starb, waren die Germanen zwar geschlagen, aber nicht endgültig besiegt; der Erfolg war nur vorübergehender Natur.

Auch die Kräfte des Römischen Reiches waren erschöpft und die verwüsteten Provinzen mussten restauriert werden. Der Verzicht auf eine expansive Politik gegen Germanien unter Augustus, die sich auf die Grenzsicherung des Römischen Reiches konzentrierte, war den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Die Bündnisse mit einzelnen Stämmen waren nicht von Bestand, da ein stabiles Königtum als zuverlässiger Ansprechpartner noch nicht existierte.

Auch der Limes reichte als Kontrollinstrument nicht aus, um die sich oft jährlich wiederholenden Einfälle gewaltiger Völkermassen zu stoppen. Zudem geriet das Imperium in eine schwere Krise, die von der modernen Forschung als Reichskrise des 3.

Die nötige Trennung des Heeres in einen Teil zur Grenzsicherung und eine weitere mobile Eingreiftruppe erfolgte erst um unter Kaiser Gallienus. Im Dezember wurde bekannt, dass bei der Gemeinde Kalefeld in Süd-Niedersachsen ein römisches Schlachtfeld aus dem 3. Die römischen Münzfunde belegen, dass die Schlacht um stattgefunden hat. Die archäologischen Funde fundieren die der Fachwissenschaft schon lange Zeit bekannten Berichte, wonach es im 3.

Jahrhundert zu römischen Militäroperationen im vorgelagerten Grenzgebiet kam. Die zur Zeit der Völkerwanderung weit wandernden germanischen Stämme gehörten vor allem zu den Ostgermanen — z. Ihre Reichsgründungen hatten jedoch keinen dauerhaften Bestand; die ostgermanischen Sprachen sind heute ausgestorben.