Das Zeitalter der Industrie


Über internationale Mitarbeiter in den Förderanlagen wurden dabei als Geiseln gehalten. Geeigneter für die Abschätzung der künftigen Ölförderung ist daher die Untersuchung der historischen Entwicklung von Fund- und Förderverläufen. Die einen oft Ökonomen sehen keinen Grund zur Unruhe.

Der Ölverbrauch steigt weiter


Die protestantischen Gemeinden in der Kabylei existieren teilweise schon seit den er Jahren. Algerien hat den sunnitischen Islam zur Staatsreligion erklärt. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts gewann der Islam immer stärker an Einfluss im täglichen Leben der Algerier.

Schon Algeriens Unabhängigkeitsbewegung war stark vom Islam durchdrungen, weshalb die Religionsführer nach dem Sieg über Frankreich mehr Rechte einforderten.

Seit gilt das Staatsbürgerschaftsrecht auf islamischer Grundlage; seit wird an allen Schulen der Koran unterrichtet. Mit der Zeit wurde auch die Scharia als Grundlage des Rechtssystems eingeführt: Seit ist ein Familienrecht in Kraft, in dem die Benachteiligung bzw. Andersbehandlung [20] von Frauen festgeschrieben wird. März in Kraft getretenes Gesetz stellt die Missionierung von Muslimen durch andere Religionen unter hohe Strafen.

Für alle Arbeitnehmer besteht eine allgemeine Sozialversicherung; ab dem Lebensjahr wird eine Altersrente gezahlt. Ebenso gibt es Invaliden- und Hinterbliebenenrenten. Was fehlt, ist eine Arbeitslosenunterstützung — ein Manko, das bei der hohen Arbeitslosigkeit Allgemeine Schulpflicht besteht für 6- bis Jährige. Darauf können drei Jahre auf einer weiterführenden Schule folgen. Die Unterrichtssprachen sind Französisch und Arabisch. Die Reform des algerischen Schulwesens mit dem Ziel einer grundlegenden Modernisierung des Schulunterrichts wird seit von der Regierung vorangetrieben.

Nur ein Bruchteil algerischer Lehrer besitzt eine Hochschulqualifikation. Private Universitäten seit im Prinzip zugelassen gibt es weiterhin nicht. Damit schnitten insgesamt nur zwei Staaten noch schlechter als Algerien ab. Der Standard des Gesundheitswesens konnte in den letzten Jahren verbessert werden, ist aber immer noch unzureichend. Bei kostenloser medizinischer Versorgung der Bevölkerung existiert vor allem ein beträchtliches Stadt-Land-Gefälle.

Die Lebenserwartung lag bei 76,8 Jahren. Ursprünglich war das Gebiet des heutigen Algerien von berberischen Volksstämmen bewohnt, im Osten von Tuareg. Schon seit dem 3. Jahrhundert hatte das Christentum in Nordafrika an Einfluss gewonnen.

So war der hl. Augustinus , der bedeutendste Kirchenlehrer des frühen Christentums, Ende des 4. Jahrhunderts Bischof von Hippo Regius , dem heutigen Annaba.

Um die Mitte des 7. Im Laufe des 8. Jahrhunderts kam es wiederholt zu Aufständen der Berber gegen die arabischen Eroberer: Jahrhundert konnte sich die Berberdynastie der Almoraviden im Gebiet des heutigen Algerien durchsetzen; sie beherrschte das Land fast Jahre, bis sie von den Almohaden abgelöst wurde. Jahrhunderts zerfiel das Reich dann jedoch.

Ostalgerien wurde Teil eines tunesischen Fürstentums, im Westen bildete sich von an das Königreich der Abd-al-Wadiden mit der Hauptstadt Tlemcen heutiges Tilimsen heraus. Daraufhin unterstellte sich das Land der Oberhoheit des Osmanischen Reiches und wurde dessen Vasall ; seit war das Gebiet aber wieder faktisch unabhängig.

Erste Pläne zur Eroberung Algeriens wurden unter Napoleon erstellt. Der junge Abd el-Kader wurde zu ihrem Führer und rief zum Dschihad auf.

Er war militärisch sehr fähig und kannte keine moralischen Skrupel. Die algerische Bevölkerung hatte massive Verluste erlitten. Die staatlichen und religiösen Strukturen Algeriens wurden zerschlagen, das Gemeineigentum an den Ländereien wurde aufgehoben. Um die Jahrhundertwende eroberten die Franzosen auch die Saharagebiete Algeriens.

Sie waren also keine Kolonie, sondern französisches Staatsgebiet wie die Auvergne oder die Champagne. Die Sahara-Gebiete blieben unter Militärverwaltung. Die nicht-französischen Europäer assimilierten sich unter starkem Druck der französischen Behörden rasch an die französische Zivilisation.

Die muslimischen Algerier hatten keine bürgerlichen Rechte. Eine Zwischenstellung hatten die fast Seit der Dreyfus-Affäre war unter den Siedlern der Antisemitismus verbreitet; Ausschreitungen gegen Juden fanden statt, antisemitische Zeitungen wurden publiziert. Die Mehrheit der Siedler lebten in den Städten.

Allerdings wurde die Position der europäischen Siedler immer weiter unterminiert. Denn die Zahl der muslimischen Algerier wuchs seit von zwei auf neun Millionen, die Zahl der Siedler erreichte nur 1 Million. Die muslimischen Algerier waren in den Jahren französischer Herrschaft erheblich verarmt, Unterernährung und Hungersnöte waren verbreitet.

Von der Bildung, die Frankreich als seinen nationalen zivilisatorischen Auftrag in Algerien glorifizierte, waren fast alle Moslems ausgeschlossen. Reformversuche der französischen Politik, ob von Demokraten oder Sozialisten, scheiterten allesamt, da sie in krudem Nationalismus den Anspruch Frankreichs auf die Herrschaft Algeriens nie in Frage stellten.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs waren rund Während des Krieges benutzte die französische Regierung die algerische Bevölkerung als wirtschaftliche und militärische Reserve.

Im Laufe des Krieges wurden Bis fiel die Zahl der Arbeitsmigranten auf rund Nach der Niederlage Frankreichs infolge des Westfeldzugs wurden rund Als Reaktion auf das Erstarken der seit Ende der er Jahre bestehenden algerischen Unabhängigkeitsbewegung wurde im September allen Algeriern die französische Staatsbürgerschaft zuerkannt Algerien-Statut. Den Kampf um die Loslösung von Frankreich konnte das jedoch nicht aufhalten.

Die Algerier verübten Terroranschläge gegen die französischen Soldaten und Zivilisten. Juli Nationalfeiertag neben dem Tag der Revolution am 1. November wurde offiziell die Unabhängigkeit proklamiert. Die Gesamtzahl getöteter Algerier wurde von Frankreich später mit Algerien war nun eine repressive Diktatur der FLN. Erster Staatspräsident wurde Ferhat Abbas. Seine Regierung versuchte zunächst durch eine verstärkte Sozialisierungspolitik und durch eine Öffnung gegenüber dem Ostblock Algeriens wirtschaftliche Abhängigkeit von Frankreich zu überwinden.

Ab verfolgte sie einen Kurs der Blockfreiheit und knüpfte Kontakte zum Westen. Ursache waren unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit und die Wohnungsnot.

Eine Demokratisierung wurde eingeleitet und eine neue demokratische Verfassung , die die Trennung von Partei und Staat, parlamentarische Verantwortung, Pluralismus , politische Freiheiten und Garantien der Menschenrechte vorsah, geschaffen Verfassung vom November, drei Tage später in Kraft getreten; Änderungen am 3. Februar und Der wirtschaftliche Niedergang führte im Oktober zu spontanen Ausschreitungen in der Hauptstadt Algier, die bald auf andere Städte übergriffen und Hunderte von Todesopfern forderten.

Der Bürgerkrieg, der zwischen Islamisten und dem algerischen Militär geführt wurde, forderte über Während die algerische Führung zuvor die Zahl der Opfer des Bürgerkrieges meist mit nur rund Loi de la Concorde Civile vom Volk in einem Referendum bestätigt. Es sieht eine Amnestie für Terroristen vor, die ihre Waffen niederlegen und nicht schwere Verbrechen wie Mord, Vergewaltigung oder Bombenanschläge begangen haben. Im April wurden Demonstrationen in der Kabylei , einer hauptsächlich von Berbern bewohnten Bergregion im Norden Algeriens, von der staatlichen Gendarmerie niedergeschlagen rund 60 Tote.

Zur Entschärfung der Forderungen der Berber nach mehr Autonomie und demokratischer Partizipation begnadigte Bouteflika im August die Mehrheit der inhaftierten Demonstranten.

Wirtschaftspolitisch versuchte Bouteflika ein Privatisierungsprogramm durchzusetzen. Bei den Präsidentschaftswahlen am 8. Sie wurde im September in einem Referendum angenommen. Sie umfasst eine General amnestie sowohl für staatliche Sicherheitskräfte und vom Staat bewaffnete Milizen als auch für bewaffnete Gruppen.

Sie verneint jede Verantwortung der Sicherheitskräfte und der Milizen für schwere Menschenrechtsverletzungen. Kritik an den Sicherheitsorganen stellt sie unter Strafe. Klagen gegen Mitglieder der Sicherheitskräfte müssen von den Gerichten abgewiesen werden.

Wirtschaftspolitisch wurden die Versuche, auf dem Weg von einer sozialistischen Planwirtschaft zu einer stärker marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsordnung zu kommen, fortgesetzt. Die als wirtschaftspolitische Reformer geltenden Mourad Medelci und Abdelhamid Temmar, die zurücktreten mussten, übernahmen das Finanz- bzw. Sie setzen sich für die Privatisierung öffentlicher Betriebe und die Öffnung des Erdöl- und Erdgassektor für private Investitionen ein.

Die Opposition zweifelte das Ergebnis an. Bei der Wahl am Er ernennt und entlässt den nur ihm verantwortlichen Ministerpräsidenten als Vorsitzenden der Exekutive. Alle Algerier besitzen ab dem Das Frauenwahlrecht wurde eingeführt. Die Verfassung orientiert sich laut Artikel 9 an islamischer Ethik und den Werten der Novemberrevolution. Im Justizwesen bestehen französisches und islamisches Recht nebeneinander. Höchste Instanz ist der Oberste Gerichtshof. Homosexualität in Algerien ist gesellschaftlich geächtet und dort nach geltendem Recht illegal.

In den vergangenen Jahren kam es zu mehreren tödlichen Übergriffen auf Homosexuelle und auch zu einer öffentlichen Steinigung. Mai wurden in Algerien die ersten Parlamentswahlen nach dem arabischen Frühling abgehalten. Durch wirtschaftliche und soziale Probleme sowie die Unzufriedenheit mit den Leistungen des politischen Systems sind islamistische Bewegungen in Algerien sehr erfolgreich. Februar wurde der seit 19 Jahren bestehende Ausnahmezustand aufgehoben.

Dies war eine Forderung der Opposition. Das sind Leute, die sich bereichern. Die Korruption ist gewaltig. Thomas Schiller, Leiter des Auslandsbüros Algier der Konrad-Adenauer-Stiftung zufolge hat Algerien in den letzten 10 Jahren hingegen trotz immer noch erheblicher politischer, wirtschaftlicher und vor allem sozialer Defizite viel erreicht — vor allem Stabilität.

Die politische Stabilisierung seit dem Amtsantritt Bouteflikas und eine zunehmend aktivere Zivilgesellschaft würden dem Land helfen, den Weg zur Normalität zu gehen. In Algerien gibt es zwar die Todesstrafe , doch sie wurde seit mehr als zehn Jahren nicht mehr offiziell vollstreckt. In Algier herrscht seit ein allgemeines Demonstrationsverbot. Die Pressefreiheit ist spürbar eingeschränkt. Es herrscht eine Zensur in Algerien. Bei der Rangliste der Pressefreiheit , welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Algerien Platz von Ländern.

Der Ausschuss kritisiert auch, dass zahlreiche Journalisten Opfer von Einschüchterungen sind und Frauen in der Ehe weiterhin diskriminiert werden s. Kritik daran sowie Demonstrationen von Angehörigen der Opfer würden von der Regierung unterdrückt.

Platz, mit 33 von maximal Punkten. Im Juni wurden Vorwürfe bekannt, Algerien habe seit April mindestens Die algerischen Behörden streiten die Vorwürfe ab. Es trat im Jahr in Kraft. März auf der Tagung des Assoziationsrates haben Algerien und die EU ihre gemeinsamen Partnerschaftsprioritäten verabschiedet. Die Partnerschaftsprioritäten bis umfassen Folgendes:. Die Beziehungen Algeriens zu Frankreich sind eng. Beide Seiten sprechen von einer strategischen Partnerschaft sowie einer vertrauensvollen Zusammenarbeit trotz der schwierigen gemeinsamen Kolonialvergangenheit.

Die ohnehin schon intensiven Wirtschaftsbeziehungen sollen weiter ausgebaut werden. Algerien sieht sich von verschiedenen Unruheherden umgeben und sorgt sich um Stabilität und Sicherheit sowie wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Die regionale Zusammenarbeit im Maghreb leidet anhaltend an dem gespannten Verhältnis zwischen Algerien und Marokko. Die Landgrenzen zwischen beiden Ländern bleiben weiterhin geschlossen.

Insbesondere Differenzen über die Westsahara erschweren eine Annäherung. Algerien unterstützt die Polisario Bewegung die für die Unabhängigkeit der Westsahara kämpft und gewährt führenden Mitgliedern Unterschlupf. Die Beziehungen Algeriens zu Tunesien sind partnerschaftlich.

Zwischen beiden Ländern gibt es eine verstärkte und gut funktionierende Kooperation im Sicherheitsbereich, insbesondere bei der Sicherung der gemeinsamen Grenzen. Algerien lehnt jegliche militärische Intervention ab und setzt sich für eine politische Lösung auf der Grundlage eines Dialogs zwischen allen libyschen Parteien ein. Algerien unterstützt die entsprechenden Vermittlungsbemühungen der Vereinten Nationen. Algerien hatte als Chef-Vermittler eine entscheidende Rolle bei den erfolgreich geführten Friedensverhandlungen zwischen malischer Regierung und nordmalischen Gruppen übernommen, die im Juni mit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens in Algier ihren Abschluss fanden.

Algerien hält gute Beziehungen zur syrischen Regierung aufrecht und versucht eine Isolierung Syriens in der islamischen Welt zu verhindern. Dem algerischen Verteidigungsministerium unterstehen des Weiteren die Gendarmerie , die Grenzwache und weitere paramilitärische Verbände.

Algerien gab knapp 5,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 10 Mrd. US-Dollar für seine Streitkräfte aus. Algerien hatte die höchsten Militärausgaben in Nordafrika. Es gibt zwei ehemalige französische Atomtestgelände, auf denen Frankreich zwischen und insgesamt 17 Atombombentests vorgenommen hat:. Es war die stärkste Bombe, die bei einem ersten Test je zur Detonation gelangte.

Die weiteren drei oberirdischen Bomben bei Reggane hatten jeweils weniger als 5 kt. November fand der erste von 13 unterirdischen Tests bei In Ekker im Hoggar statt. Energy Watch Group Zukunft der weltweiten Ölversorgung, Seite 42, eigene Übersetzung.

Lange bevor die Vorräte erschöpft sind, geht die Produktion zurück. Diese einfache statistische Auswertung funktioniert aber vor Erreichen des Fördermaximums nicht immer; genauere Ergebnisse erhält man, wenn auch die Funde neuer Ölquellen in die Betrachtung einbezogen werden: Bevor ein Ölfeld ausgebeutet werden kann, muss es erst einmal gefunden und erschlossen werden das scheint trivial, sei aber hier nochmal gesagt, da es in mancher Diskussion vergessen wird.

Ölfunde von bis Schätzungen ab Änderungen sind zurückdatiert Zur Erklärung gibt es zwei grundverschiedene Annahmen: Die einen oft Ökonomen sehen keinen Grund zur Unruhe. Dass seit den 70er Jahren wenige neue Ölfelder gefunden wurden, liege daran, dass ölreiche Länder wie Irak, Iran und Saudi Arabien in den vergangenen Jahren keinen Grund hatten, Öl zu suchen — und hohe Ölpreise wären ein Grund.

Allerdings gibt es keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Ölpreis und Ölfunden, und geopolitische Hindernisse der Suche nach neuen Erdölquellen wie die Irakkriege alleine reichen nicht aus, den Rückgang der Funde zu erklären.

Einer der ersten dieser Mahner war der ehemalige Produktionschef von Saudi Aramco, Sadad Al Husseini, der seit Mitte der 90er Jahre darauf hinweist, dass weniger Öl entdeckt als gefördert wird, die Vorräte also zurückgehen. Die Botschaft dieser Mahner: Inzwischen kennen wir die Voraussetzung für die Entstehung von Erdöl gut genug, um zu wissen, wo wir suchen müssen; die wesentlichen Erdölvorkommen sind bereits entdeckt, die lohnenden werden bereits ausgebeutet.

Die Schätzung der Geologen, wie viel Öl noch zu entdecken ist, liegen alle unter oder um Milliarden Barrel siehe auch Abbildung oben — wir müssen daher uns auf eine in Zukunft sinkende Ölproduktion einstellen. Campbell geht von folgenden Zahlen aus: In der Vergangenheit wurden Milliarden Barrel Öl gefördert; Milliarden Barrel liegen noch in den bekannten Ölfeldern und weitere Milliarden Barrel werden aus Ölfeldern hinzukommen, die als sicher gelten, aber noch zu entdecken sind.

Nach diesen Annahmen aber wäre die Hälfte der konventionellen Ölvorräte bereits verbraucht — und nach der Hubbert'schen Glockenkurve der Höhepunkt der Ölförderung erreicht , Abbildung unten.

Colin Campbells Szenario der Weltöl- und Gasförderung. Beim konventionellen Öl ist der Höhepunkt der Förderung erreicht, unkonventionelle Ölquellen können ihn um ein paar Jahre hinauszögern. Beim Gas sieht er den Höhepunkt um erreicht. In ihrem Weltenergiebericht World Energy Outlook hat auch die Internationale Energieagentur IEA vermutet, dass der Spitzenwert der Rohölproduktion aus dem Jahr von etwa 70 Millionen Barrel nicht wieder erreicht wird, und damit indirekt den Mahnern zumindest teilweise nachträglich Recht gegeben.

Das amerikanische "Schieferöl" scheint nun zu neuen Hoffnungen Anlass zu geben: Optimisten wie der dänische Statistiker Björn Lomborg behaupten schon lange, dass es derart riesige Mengen an Schieferöl gäbe, dass diese "ausreichen, um unseren gesamten Energiebedarf für 5. Echtes Schieferöl kann jedoch nur mit erheblichem Energieaufwand gewonnen werden: Dazu wird unter hohem Druck eine Flüssigkeit in das Gestein gepresst, um Risse im Gestein zu erzeugen und auszuweiten.

Das funktioniert jedoch nur in der unmittelbaren Umgebung des Bohrlochs, so dass wesentlich mehr Bohrtürme als bei der konventionellen Ölförderung eingesetzt werden müssen.

Die Gewinnung von Energie kostet selber Energie: Energy Return on Energy Input gemessen. Unabhängig von der Frage nach der Menge ist aber sicher: Die Zeit des billigen Öls ist mittel- und langfristig vorbei.

Die Produktion aus zur Neige gehenden Ölfeldern wird immer teurer, da der Aufwand steigt; neue Ölfelder sind in der Regel kleiner und liegen in immer unzugänglicheren Regionen der Erde, was ihre Ausbeutung ebenfalls teuer macht, und die Gewinnung von Öl aus der Tiefsee, aus Teersanden oder mittels Fracking ist noch teurer. Wenn die Lücke zwischen Nachfrage und Produktion wieder aufgeht, können aufgrund der Konzentration der Ölförderung in wenigen Ländern können die Produzenten ihre Kosten auch wieder weitergeben.

Steigende Preise sind überhaupt die Voraussetzung dafür, dass der prognostizierte Bedarf gedeckt werden kann, da sich nur dann weitere Investitionen in die Ölgewinnung lohnen.

Die einzige Chance, diese Spirale zu durchbrechen, wäre eine dauerhaft sinkende Nachfrage. Im Herbst ging eine Nachricht um die Welt: Wenn diese bisher noch nicht bestätigten Schätzungen stimmen, wäre dies der bedeutendste Rohölfund seit den er Jahren, und Brasiliens Ölreserven wären mit denen von Venezuela oder Russland vergleichbar.

Aber auch dieser Fund wird nicht ausreichen, um den Verlust anderer Fördergebiete auszugleichen; und: Die brasilianische Erdölgesellschaft Petrobras gilt als führend bei offshore -Fördertechniken, ihre bisher tiefste Förderstelle liegt aber bei 2. Wenn der Ölpreis auch von der Rivalität zwischen dem Iran und Saudi-Arabien abhängt, sollte uns das nicht freuen: Der überwiegend schiitische Iran unterstützt schiitische Milizen im Irak, die dort gegen den sunnitischen "Islamischen Staat" IS kämpfen, sponsert die schiitische Hisbollah, die unter anderem das Regime in Syrien im dortigen Bürgerkrieg unterstützt und den IS bekämpft sponsert aber - was zeigt, dass nicht die Religion, sondern Machtinteresse die zentrale Triebkraft ist - in Gaza auch die sunnitische Hamas, die ebenso wie die Hisbollah Israel bekämpft und steht auch im Bürgerkrieg im Jemen an der Seite der schiitischen Huthis.

Damit hat sich der Iran gegen das sunnitische Saudi-Arabien gestellt, das die islamistischen Assad-Gegner in Syrien mit Geld und Waffenlieferungen unterstützt, im Jemen direkt in den Krieg gegen die Huthi-Rebellen eingegriffen hat und ohnehin glaubt, dass der Iran hinter dem arabischen Frühling steckt, in dem sunnitische Herrscher ringsum eine Bedrohung ihrer Macht sahen und gegen dessen Folgen Saudi-Arabien überall mit Predigern und der Finanzierung von Koranschulen kämpft, die die totalitäre wahhabitische Islam-Auslegung verbreiten sollen.

Und wie Drogensüchtige auch nicht interessiert, was mit ihrem Geld eigentlich angerichtet wird, sah das bei unseren Ölimporten nicht anders aus. Die Ölproduzenten der Erde. Nicht alle Ölproduzenten sind auch Ölexporteure, China und Indien beispielsweise sind Netto-Importeure, da ihr Verbrauch die Fördermenge überschreitet.

Abbildung nach Le Monde diplomatique: Den Förderländern selbst hat das Erdöl auch oft kein Glück gebracht: Wenn man Reichtum einfach aus dem Boden pumpen kann, fördert das nicht unbedingt Erfindungsreichtum und Produktivität, wohl aber autokratische Herrschaftsformen und Korruption: Die andere Seite der Medaille ist die zunehmende Ölförderung in sensiblen Lebensräumen wie der Tiefsee oder der Arktis oder die Umweltbelastungen bei der Nutzung "unkonventioneller Ölquellen".

Teersande , wie sie beispielsweise in Kanada abgebaut werden, erfordern den Abbau und die Verarbeitung von zwei Tonnen Sand, um ein Barrel Öl zu gewinnen. Das in Teersanden enthalte Öl ist nämlich oxidiert und ähnelt eher Bitumen; bei seiner Aufbereitung werden enorme Mengen an Energie und Wasser verbraucht: Krebserregende Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle wie Arsen in diesen Abfällen, die aus undichten Becken immer wieder in Gewässer gelangen, werden für eine Häufung von Krebsfällen in der Region verantwortlich gemacht.

Die wirtschaftlich abbaubaren kanadischen Teersande werden aber auf - je nach Quelle 40 bis Milliarden Barrel Öl geschätzt; wenn wir die Umweltfolgen in Kauf nehmen, kann der Höhepunkt der Erdölförderung um ein bis einige Jahre verschoben werden.

Auch das Fracking ist hoch umstritten: Ein Teil kommt nach dem Fracking als Rückfluss wieder an die Oberfläche und muss entsorgt werden, ein Teil verbleibt unter der Erde, wo es - etwa durch Lecks in der Verrohrung - möglicherweise nicht nur Tiefen-, sondern auch Grundwasser verschmutzen könnte. Die Industrie hält allerdings dagegen, dass die Verrohrung aus mehreren ineinander steckenden Rohren mit überwachten Zwischenräumen bestehe, so dass dieses nicht geschehen könne.

Erdgas scheint auf den ersten Blick die ideale Alternative zum Erdöl: Es verbrennt sauberer, kann Autos, Lastwagen und Busse antreiben und wird bereits zur Stromerzeugung sowie zum Kochen und Heizen verwendet, so dass eine Infrastruktur zu seiner Nutzung bereits besteht. Die nachgewiesenen Reserven betragen laut BP Weltenergiestatistik Allerdings würde diese Reichweite drastisch sinken, wenn der Verbrauch stark ansteigen würde, um eine zurückgehende Ölproduktion zu ersetzen; und ähnlich wie beim Erdöl würde die Förderung nicht in 60 Jahren plötzlich zu Ende gehen, sondern lange vorher langsam sinken.

Die Entdeckung neuer konventioneller Gaslager hat längst - wie beim Erdöl - seinen Höhepunkt überschritten, so dass ein Peak Gas ebenfalls absehbar ist. Er dürfte allerdings später eintreten als beim Erdöl.

Die norwegische Erdgasproduktion könnte aber schon bald ihren Höhepunkt erreichen, so dass wir in Deutschland noch abhängiger von unserem bisherigen Hauptlieferanten Russland oder Ländern wie Turkmenistan, Aserbaidschan oder Kasachstan werden, in denen die Lagerstätten am Kaspischen Meer liegen. Auch beim Erdgas ist die Förderung dieser Vorkommen jedoch besonders umweltbelastend unter anderem werden krebserregende Chemikalien eingesetzt; siehe z. Für die bedeutende Rolle des Erdöls in der modernen Industriegesellschaft gibt es gute Gründe: Kaum ein anderer Energieträger ist so vielseitig, leicht zu transportieren und zu speichern.

Daher sind Erdölprodukte vor allem als Treibstoffe - Benzin, Diesel, Kerosin - unschlagbar bequem; Ersatzstoffe sind meist teurer und stehen auch nicht ausreichend zur Verfügung. Dann würde die Nachfrage nach Erdöl kurz vor ihren Höhepunkt erreichen, und danach stark zurückgehen. Diese Produktionsspitze wäre dann nicht durch mangelnde Reserven verursacht, sondern würde das bestätigen, was der ehemalige saudische Ölminister Scheich Yamani sagt, seitdem er diesen Posten verlassen hat: Saudi Arabien bremste zu seiner Zeit oft den Anstieg der Ölpreise, da Yamani nicht indirekt die Entwicklung von effizienterer Techniken und alternativer Energiequellen fördern wollte.

Er hatte den Westen richtig eingeschätzt — immer wenn die Preise sanken, wurden diese Programme wieder zurückgefahren.