Passives Einkommen: ein einziger Fluch oder ewiger Segen?


Da die Bargeldhaltung einem Zinssatz von Null entspricht, treten nominale Negativzinsen am Markt normalerweise nicht auf. Amerikanische Unternehmen zahlen häufig viermal im Jahr eine Dividende, während die deutschen Firmen nur einmal im Jahr ausschütten. Eine Garantie, dass die Gaps geschlossen werden, gibt es natürlich nicht.

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Dort zahlst Du den Löwenanteil beim Verkauf die Steuern. Dann müssen schnell dreistellige Steuerbeträge bezahlt werden. Mittlerweile habe ich allein über Euro an Devisen über einen in US-Dollar notierten Fonds verdient — und den Gewinn auch realisiert. Hier fielen hohe Steuern an, aber wenn Du an der Börse erfolgreich sein willst, darfst Du nicht wegen Steuern alles über den Haufen werfen. Letzendlich musst Du selbst entscheiden, auf welchen Einkommensstrom Du setzen möchtest.

Ich persönlich empfinde das passive Einkommen als Segen, den ich jedes Jahr erhöhen möchte. Von diesen Einkünften investiere ich alles wieder in neue Aktien, um das Geld gleich wieder für mich arbeiten zu lassen. Du siehst aber auch: Auch für das passive Einkommen muss ich einiges machen.

Als Dividendensammler legst Du ja beispielsweise an, um irgendwann von den jährlichen Dividenden gut leben zu können. So etwas geht natürlich nicht von heute auf morgen, weshalb es so wichtig ist, eher heute als morgen mit der Vermögensbildung anzufangen. Dann musst Du nur einmal im Jahr für das Rebalancing sorgen. Es liegt an Dir wie Du Dein Vermögen aufbaust! Dann hast du aber auch kein passives Einkommen. Mit diesem Artikel nehme ich an seiner Parade teil. Schaut Euch bitte auch die anderen Beiträge zu diesem Thema an.

Da gibt es einige tolle Artikel zu entdecken, die Dir beim Thema passives Einkommen weiterhelfen können. So wirst Du produktiver! Mehr über meine Erfahrungen bei Auxmoney. Mehr über Viainvest, Mintos und Estate Guru. Mehr über Girokonten und Kreditkarten. Wie du jedes Jahr Euro verlierst. Oliver von Frugalisten will mit 40 in Rente gehen. Hier geht es zu Teil 1 der Renten-Serie: Damit die Rente auch morgen noch reicht!

Hier geht es zu Teil 2 der Renten-Serie: Was ist die Rentenversicherung? Hier geht es zu Teil 3 der Renten-Serie: Rente in den USA. Hier geht es zu Teil 4 der Renten-Serie: Letzte Aktualisierung am 8. Dann musst Du in der Regel auch nur einmal — dann aber ordentlich — Steuern zahlen.

Auch auf thesaurierende Erträge zahlt man die Steuer sofort. Man braucht keine Ausschüttungen, um jährlich seinen Freistellungsbetrag auszuschöpfen. Dividenen sind nämlich keine Renditen.

Der Betrag, den man ausgezahlt bekommt, wird einem im Depot abgezogen.. Durch die Dividenezahlung verschiebt sich nur dein Geld vom Depot zum Tagesgeldkonto — das ist in meinen Augen kein zusätzliches Einkommen…. Bei mir bleibt die Dividende auf meinem Depotkonto. Ich verdiene durch die Dividende ja Geld ohne etwas dafür tun zu müssen — auch wenn sie letztendlich vom Aktienkurs abgezogen wird. Das ist in meinen Augen passives Einkommen.

Genau wie beim Girokonto ist bei den Aktien der Kurs gesunken und das Depot hat einen geringeren Wert. Und das auch nur, wenn man die Ausschüttung ohne Kosten und Steuern direkt wieder reinvestiert.

Die Frage vom Finanzdurchblick ist schon sehr berechtigt. Die Geldstromquelle wird aber kleiner. Man kann Dividenden daher nicht mit Zinszahlungen vergleichen. Das Bild eines Baums, der zusätzliche Früchte abwirft oder das einer Kuh, die zusätzlich Milch produziert, hinkt hier. Also, ich kann Eure Anmerkungen nachvollziehen und finde die Diskussion auch echt interessant. Jetzt musste ich meine Meinung selbst noch einmal überdenken.

Und mit Deiner plausiblen Erklärung zur Rendite bin ich auch einverstanden. Im Artikel habe ich ja das Beispiel eines Dividendensammlers gebracht. Wenn dieser dann zur Rente Warum wird dann aber die Quelle kleiner, wenn ich nicht gezwungen bin, Aktien zu verkaufen? Die Dividenden steigen doch momentan ordentlich. Meine Dividenden investiere ich ja gleich wieder und profitiere dort dann auch vom eventuellen Aufschwung des neuen Aktienwerts. Das ist dann aber kein passives Einkommen, denn ich habe es ja aktiv reinvestiert.

Das ist ja auch die Definition, die ich im Artikel verwende. Wenn ich Einkommen über Aktien generieren möchte, muss ich sie aktiv verkaufen und die Gewinne realisieren. Bei der Dividenden-Aktie muss ich es nicht, sondern behalte die Aktie und erhalte eine Auszahlung in Dividendenform — auch wenn die Dividende dann davon abgezogen wird.

Ich habe dann aber auch keine Orderkosten, sondern Steuern, die ich eventuell zahlen muss. Oder sehe ich das falsch? Man muss hier zwischen zwei prinzipiellen Vorgängen unterscheiden: Die Entnahme eines Betrags von einem Vermögen 2. Das Wachstum des Restvermögens.

Du reduzierst damit aber Dein Vermögen um diesen Wert. Es ist prinzipiell sogar vergleichbar mit dem Verkauf von Aktien fondsanteilen. Auch diese sind dann verkauft und erwirtschaften kein Vermögen mehr.

Die Quelle für zukünftige Erträge wird kleiner. Damit der Betrag der Ausschüttung jährlich der gleiche ist, muss demnach der Kurs zwischen zwei Ausschüttungen den Ausschüttungsbetrag aufholen. Nur wenn der Kurs entsprechend mitwächst, funktioniert das Prinzip der prozentualen Ausschüttung. Wir sind in einer Phase steigender Aktienkurse, da sind steigende Dividendenzahlungen wenig verwunderlich.

Ohne diese Kurszuwächse würde demnach die Quelle der Dividenden und damit bei gleicher prozentualer Ausschüttung auch der Betrag kleiner. Klar profitierst Du von Aufschwung des Aktienwerts. Auch hier ein Beispiel: Deine Frage, was jetzt aktiv oder passiv an dem Vorgehen ist, musst Du für Dich selbst entscheiden.

Für mich entscheidet nicht die Frage, ob ich den Teilverkauf meines Vermögens auslöse oder ob ein Unternehmen diesen Schritt ausführt. Ich persönlich sehe die passive Anlage darin, dass ich Geld in den Aktienmarkt stecke und dieser den Wert ohne mein Zutun im Mittel!

Trader, Einzelaktienanleger mögen da einen höheren Aufwand als ich treiben. Ich frage mich immer wieder, warum du Dir den Spitznamen Dummerchen gegeben hast. Deine Kommentare haben immer einen Mehrwert und sind echt gut! Musste ich gerade mal loswerden. Ich trete in Diskussionen zumindest nicht mit der Attitüde auf: Ihr doof — ich King! Zumindest hoffe ich, dass es so rüber kommt. Klar, mit ein paar grundlegenden Dingen der Geldanlage habe ich mich beschäftigt, aber ich bin weit davon entfernt, echte Ahnung zu haben.

Ich freue mich also immer, wenn mir jemand Denkfehler oder Fehleinschätzungen näherbringt. Schwer vorstellbar, aber danach war die Einstellung zu Geld, Leben, Gegenwart und Zukunft eine andere. Herr Dummerchen, leider machen sie einen kleinen Gedankenfehler: Zwar besteht eine gewisse Korrelation zwischen Dividende und dem Aktienkurs, jedoch wird der Aktienkurs durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Dies ist nur so, wenn der Aktienkurs den tatsächlichen Wert des Unternehmens abbildet. Die Stärke einer Dividende ist aus meiner Sicht, dass sie nicht von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, sondern direkt vom Unternehmen. Ein Unternehmen könnte an der Börse nur einen Euro Wert sein, jedoch Milliarden Gewinn machen; diese Milliarden als Dividende ausschütten und der Aktienkurs bewegt sich parallel kein Stück.

Im Internet wird üblicherweise geduzt — Du darfst mich gerne mit Du oder Dummerchen ansprechen. Eine Korrelation wenn man den Begriff im mathematischen Sinne betrachtet gibt es bestimmt nicht zwischen Dividende und dem Aktienkurs.

Einen Zusammenhang zwischen dem Kurs vor der Dividendenzahlung, der Ausschüttung und dem Kurs danach gibt es aber zweifelsfrei.

Da Du mir dem Dummerchen das augenscheinlich nicht glaubst, kann ich vielleicht mit anderen Verweisen überzeugen: Wenn ein Unternehmen einen Betrag als Dividende ausschüttet, ist es um diesen Wert ärmer. Dadurch sinkt üblicherweise der Kurs siehe oben. Alles andere wäre doch auch irgendwie nicht ganz logisch, oder? Diesen Effekt erwähnen die von mir genannten Quellen auch.

Es spielt dabei auch keine Rolle, ob der Kurs gerade den wahren Wert eines Unternehmens widerspiegelt oder einen über- oder untertriebenen Wert: Ist der aktuelle Kurs eines Unternehmens Euro egal ob realistisch oder nicht und gibt es 1 Mio. Aktien dieses Unternehmens im freien Handel, so ist die Marktkapitalisierung Mio.

Schüttet das Unternehmen nun 1 Mio. Euro aus, so sinkt der Kurs eben um ein Prozent also einen Euro pro Aktie. Warum sollte das bitte schön nicht so sein? Das glaubst Du nicht wirklich, oder? Wenn ein Unternehmen Mrd. Gewinn macht, ist das üblicherweise nichts, was hinter verschlossenen Türen passiert. Der Wert der Aktie wird das repräsentieren.

Vielleicht nicht exakt, da es jederzeit Über- und Untertreibungen gibt, aber im Mittel wird der Kurs um den Wert des Unternehmens pendeln. Der Finanzwesir hat das in einem der Podcasts, die er mit dem Finanzrocker produziert, mal ganz passend mit einem Hund beschrieben, der mit seinem Herrchen spazieren geht — mal läuft der Hund vor, mal trottet er hinter dem Herrchen hinterher.

Im MIttel bewegt er sich aber um sein Herrchen. Ich wüsste nicht, wann ich etwas über Sinn oder Unsinn von Dividendentiteln geschrieben haben sollte. Ich vertrete lediglich die Ansicht, dass Dividenden nicht aus dem Nichts, also zusätzlich zu dem aktuellen Depotwert, generiert werden. Mit einem gewissen Finanzpolster im Rücken wäre das aber durchaus ein Ziel. Wer es sich leisten kann, auch heute schon das zu tun, was er sich im Zusammenhang mit finanzieller Unabhängigkeit erträumt, sollte dies sofort tun.

Er erreicht die finanzielle Unabhängigkeit vielleicht gar nicht oder erst später, da er weniger verdient, dafür lebt er aber unmittelbar ein Leben, das ihn erfüllt und glücklich macht. Es lohnt sich also genau und nicht nur oberflächlich zu prüfen, ob die Träume nicht doch bereits jetzt erfüllbar sind.

Bei mir waren sie es. Leider war ich komplett eingespannt mit meinem neuen Podcast-Projekt. Aber Holger hat einfach einen tollen Blog und es freut mich, dass Dich sein Blog so animiert hat. Das ist wirklich ein sehr gelungener Post bei Zendepot inklusive interessanter Diskussion in den Kommentaren. Ich bin da übrigens ganz bei Dir. Das Ziel ist, ein glückliches Leben zu führen. Nicht erst in der Zukunft, sondern immer.

Ich arbeite wirklich gerne in meinem Job. Das geht aber nicht so einfach bei mir Elternzeit ist da übrigens eine ganz fantastische Erfindung!! Ausserdem kann sich die Begeisterung auch legen. Was heute spannend ist, mag in 10 Jahren vielleicht langweilig sein.

Ich sehe bei mir auf der Arbeit einige Kollegen über 50, die früher auch mit Elan dabei waren. Mit den Jahren hat sich dann eine gewisse Unzufriedenheit breit gemacht. Das ist wirklich traurig, da sie ein glücklicheres Leben hätten führen können, wenn sie denn rechtzeitig Vermögen aufgebaut hätten. Ich möchte nicht in diese Position kommen. Wenn ich morgen meinen Job verlieren sollte, dann ist das nicht der Weltuntergang. Mein Finanzpolster wird es abfedern.

Ich bin dadurch viel entspannter. Vermögen ist damit auch eine Versicherung, die mich entspannter schlafen lässt. Da sind mir einige tolle Artikel aufgefallen, die ich Dir nicht vorenthalten möchte. Es gibt einige hundert Artikel oder Forenthreads zu diesem Thema, aber so diskussionsreich ist kaum einer.

Das ist mir sehr bewusst und üblicherweise kommentiere ich das auch nicht. Das mache ich nur, wenn ich das Gefühl habe, dass man meine Argumente auch ernst nehmen könnte und an einer sachlichen Diskussion interessiert ist.

Ich habe nämlich nichts gegen Dividenden, denke aber, dass sie in meinen Augen mitunter nicht ganz richtig eingestuft werden. Die von Dir verlinkten Artikel erläutern leider alle nicht, in wie fern hier tatsächlich die Dividendenzahlung ein Einkommen generieren — der Zusammenhang wird einfach postuliert. Passiv ist ganz sicher der Vorgang, dass aus der Vermögenstorte für mich ein Stück herausgeschnitten wird und mir auf den Teller gelegt wird, d.

Auch das Wachstum der Resttorte passiert passiv. Einkommen ist es für mich trotzdem nicht. Die Dividendenzahlung erhöht nicht mein Vermögen, sondern teilt es nur in zwei Teile auf.

Die zwischen den Dividendenzahlungen erfolgenden Zuwächse stellen für mich tatsächlich einen Wertgewinn dar. Ich fürchte an genau dieser Stelle unterscheiden sich die Einschätzungen: Oder man geht davon aus, dass die Dividendenausschüttungen den Wert des Unternehmens überhaupt nicht ändert obwohl der Kurs der Aktie sinkt — warum wohl?!

Dann entsteht die Dividendenzahlung auch aus dem Nichts. Geht man aber — wie ich — davon aus, dass Aktieninvestitionen immer den Kurswert als Gegenwert haben, so entspricht die Dividendenzahlung dem oben beschriebenen Kuchenteilvorgang. Mir scheint, dass dedizierte Dividendensammler hauptsächlich eine der beiden erstgenannten Einstellungen zu Aktien haben — ich sehe nicht, was gegen die dritte Sichtweise spricht, die ich als realistischer einstufe.

Wow — da habe ich ja eine richtig sau gute Diskussion gestartet…. Dass Dividenen als Rendite gesehen werden, ist leider viel zu viel verbreitet….. Dividendenstrategie funktionieren nicht wegen der Dividende, sondern weil eine Dividende ein gutes Unternehmen auszeichnet!

Ich finde die Diskussion mit Euch fast besser als meinen Artikel — auch wenn ich immer noch anderer Meinung bin. Für mich ist es aber viel wichtiger, diese Einblicke und Meinungen von Euch zu erhalten und so meinen Horizont zu erweitern. Und es macht den Blog einfach besser, wenn solche Diskussionen zustande kommen.

Deswegen herzlichen Dank an Euch drei! Stufst Du Deine Aktieninvestitionen in einer der beiden von mir in meinem letzten Kommentar genannten Arten ein? Oder hast Du einen ganz anderen Blick auf das Thema? Ich wäre wirklich interessiert — vielleicht kann ich ja noch was lernen?!

Eigentlich ist das ja genau das passive Einkommen, das der Dividendensammler anstrebt. Ich tue auch aktiv nichts dafür, sondern lege die Füsse hoch und bohre in der Nase. In diesem Fall ist es passives Einkommen.

Denn der Kurs der Aktie sinkt ja. Deshalb kann ich nicht davon ausgehen, dass sich am Wert nichts ändert. Was hier aber wichtig ist: Am sogenannten ex-Dividende-Tag steigen sehr viele immer in den Wert ein, weil er günstiger ist. In den meisten Fällen habe ich den Dividendenabschlag nach wenigen Stunden wieder drin.

So verbuche ich den Verlust erst gar nicht. Das ist völlig richtig, dass der Kurswert der Gegenwert ist, aber das ist in meinen Augen mein Vermögen im Depot und kein Einkommen, das ich zum Leben ausgeben könnte oder reinvestieren kann. Und das sind aber Dividenden für mich. Ich hoffe, es ist nachvollziehbar. Deine Sichtweise ist ja nicht falsch, sie ist nur anders. Und das meine ich mit der unterschiedlichen Definition. Hallo Daniel, danke für Deine Erläuterungen. Fällt diese aber irgendwann doch mal geringer oder gar komplett aus, könnte der Kurs dann doch wieder interessant sein.

John Maynard Keynes wies bereits im Februar in seiner Allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes darauf hin, dass Zinssignale nicht immer ihre Koordinierungsfunktion erfüllen könnten. Er meinte, der Zinssatz könne die Koordinierungsfunktion auf dem Gütermarkt dem gesamten Vermögensmarkt nicht ausüben, weil er diese Funktion auf dem Geldmarkt übernehme und ein Geldmarktgleichgewicht nur dann mit einem Gütermarktgleichgewicht verbunden sei, wenn sich das Güterangebot an die Güternachfrage anpasse.

Theoretisch könnte der Gleichgewichtszinssatz kleiner als null sein, was für die Geld- und Fiskalpolitik eine besondere Herausforderung darstellt. Diskutiert wird, inwieweit Negativzinsen das Ergebnis von Marktkräften oder von geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken sind. Diese hat sich weltweit mit einem Überhang an Ersparnissen gegenüber den Investitionsmöglichkeiten auseinanderzusetzen Sparschwemme , die ebenfalls einen Grund für Negativzinsen darstellen kann.

In Dänemark hat die Erfahrung mit Negativzinsen gezeigt, dass Bürger noch mehr sparen, um ihre künftige Kaufkraft zu schützen. Die Sparquote stieg an, während die Investitionsquote sank.

Die Idee der Umlaufsicherung geht auf Silvio Gesell und die von ihm begründete Freiwirtschaftslehre zurück. Ihm zufolge sei die Geldhortung, selbst bei fallenden positiven Zinsen, auf den dem liquiden Geld immanenten, verbleibenden Urzins , also den reinen Liquiditätsnutzen zurückzuführen, den Keynes als Liquiditätspräferenz benennt.

Durch einen derartigen Negativzins würde Geld, das längere Zeit nicht ausgegeben wird, einen Teil seines Geldwerts verlieren. Individuen würden hierdurch angehalten, ihr Geld kontinuierlich zu konsumieren resp. Um neben der stabilen Umlaufgeschwindigkeit auch einen stabilen Preisindex zu gewährleisten, müsste die im Umlauf befindliche Geldmenge exakt gesteuert werden.

Der reguläre Anleihe-, Kredit- oder Guthabenzins dient nicht mehr als Lockmittel für Gläubiger, sondern bringt ihnen bei Negativzins eine Wertminderung. Eine Kreditklemme lässt sich durch Negativzinsen nicht beseitigen, Geldanlagen werden durch sie nicht verhindert. Wirksam ist ein Negativzins bei Fremdwährungen , wenn diese hierdurch Aufwertungen mildern oder verhindern wollen. Im Falle eines negativen Nominalzinses muss ausnahmsweise der Gläubiger den Zins als Zinsaufwand und nicht — wie üblich — als Zinsertrag verbuchen, während der Schuldner einen Zinsertrag erhält.

Dieser Zinsaufwand schmälert den Gewinn des Gläubigers, so dass er sich gezwungen sieht, ersatzweise eine Anlageform zu wählen, bei der er einen Zinsertrag verbuchen kann. Bei negativer Realverzinsung versuchen Anleger am Markt eine Umschichtung der Geldanlagen in inflationsgeschützte Anlagen. Anleihen fallen nur bei einer Ausstattung als inflationsgesicherte Anleihen unter diese Kategorie.

Mittelfristig werden die Kreditinstitute den Negativzins an ihre Kunden überwälzen. Am sensitivsten dürften hierauf ausländische Anleger reagieren und ihre Einlagen abziehen, so dass der Negativzins eine Abwertung des Euro zur Folge haben kann. Bei Staatsanleihen mit negativem Nominalzins können unterschiedliche Gruppen trotz des vorgezeichneten Geldverlustes ein Interesse an solchen Anleihen haben bzw.

Zum einen ist dies der Staat selbst, der bei Negativzins hochverzinste Anleihen zurückkauft und dafür niedrig verzinste Papiere herausgibt.

Renten- und Mischfonds können entsprechend gesetzlicher oder eigener Vorgaben eine festgelegte Quote von Staatsanleihen im Portfolio aufzuweisen haben. Wird Geld neu angelegt, müssen diese Fonds Staatsanleihen zum aktuellen Kurs kaufen, wie hoch der auch sein mag.

Auch Spekulanten können auf weiter steigende Anleihekurse sinkende Zinsen setzen. Sicherheitsorientierte Anleger können für diese Sicherheit einen kleinen Verlust in Kauf nehmen. Daneben gibt es Institutionen und Anleger, die Kredite mit einem gewissen Prozentsatz von garantierten Wertpapieren Bundesanleihen absichern müssen. Wertpapiere mit Deckungsstockfähigkeit gibt es nicht sehr viele, dazu gehören aber Bundesanleihen.

Auszahlungen an Waisen durch Lebensversicherungen, die zur Absicherung der Ausbildung unter Treuhand sind.

Die Alternative zu Geldanlagen ist die Bargeldhaltung. Da die Bargeldhaltung einem Zinssatz von Null entspricht, treten nominale Negativzinsen am Markt normalerweise nicht auf.

Allenfalls in speziellen Situationen wie der Finanzkrise ab und der Eurokrise wurden vereinzelt leicht negative Nominalzinsen beobachtet. Der zinslosen Bargeldhaltung entspricht auch die Anlage in Edelmetallen.

Es besteht in der Rechtswissenschaft grds. Die Frage, ob und unter welchen Umständen Banken von ihren Kunden Negativzinsen verlangen können, ist obergerichtlich Stand Januar noch ungeklärt und in der juristischen Literatur umstritten. In einem Teil-Anerkenntnisurteil kommt das Landgericht Tübingen am Mai zu dem Schluss, dass Negativzinsen zumindest auch auf kostenpflichtigen Girokonten nicht zulässig sind. Dies gilt sowohl für Neu- als auch Bestandskunden.

Vorausgegangen war ein Rechtsstreit des Marktwächter Finanzen mit der Volksbank Reutlingen eG, die im Mai in einem Preisaushang ein sogenanntes Verwahrentgelt für Guthaben auf Kontokorrentkonten ab dem ersten Euro einführte. Das Gericht begründet in der Kostenentscheidung, dass es der Argumentation der Verbraucherschützer im Wesentlich folgt.

Während des Verhandlungstermins am