Der Zapper-Philipp: Immer schlimmer


Die Praxis mit den Parktika machte auch vor den Schulabgängern nicht halt. Man kann somit die Todesumstände nur erahnen. Peking beugte sich dem Druck und kassierte radikale Teile des Reformpakets wieder ein.

«Für einen Messie ist das Fortwerfen von Dingen stets ein Problem»


Sowohl Mitgliederversammlung wie auch Frühlingsfest finden am gewohnten Ort im reformierten Kirchgemeindehaus in Wallisellen statt. Gleich geblieben ist die Adresse: Laufenstrasse 12, Basel und das Konto: Angepasst wurde die E-Mail-Adresse: Lass endlich Chaos Chaos sein und Kreativität gedeihen, dann wird Zusammenleben täglich nicht nur irgendwie erträglich, sondern auch erfreulich sein.

Halte kleine Abmachungen ein und Du wirst sehen wie Du es kannst, wenn Du hinein ins Leben tanzt, gemeinsam mit den Leuten, die dir vielbedeuten. Menschen mit Ordnungsschwäche brauchen manchmal mehr und manchmal weniger oder gar kein Chaos. Das Chaos spiegelt ihre innere Welt wider oder wie sie die Welt empfinden. Man kann das Chaos auf sein Zimmer begrenzen — selten lässt man gemeinsame Räume unaufgeräumt — und die Zimmer der übrigen Familienmitglieder sind tabu.

Menschen mit Ordnungsschwäche lernen sich an diese Abmachungen zu halten und die Familie akzeptiert das Chaos in deren Zimmer. Das gegenseitige Verständnis kann wachsen und damit die Situation entspannen. Die Familienmitglieder sagen oder schreiben, wenn es irgendwo im Gemeinschaftsbereich nicht aufgeräumt ist und sie gerne Ordnung hätten.

So können sie ihr Dauerräumen aufgeben und dann aufräumen, wenn das Chaos wirklich stört. Ein interessanter Mensch mit Ordnungsschwäche hat mir seine Gedanken mitgeteilt.

Herzlichen Dank für das spannende und positive Gespräch, das mich die Zeit völlig vergessen liess! Aber es brauchte doch noch ein bisschen Zeit, bis er sich einer breiteren Öffentlichkeit zeigen konnte. So richtig gefeiert wurde er eben erst in Zürich. Kein Zweifel mehr, wir reden vom neuen Film von Ueli, der wiederholt an den Vorstandsitzungen von LessMess auftaucht, um von seinem Projekt zu erzählen, von der nicht ganz einfachen Aufgabe, vier Messies vor die Kamera zu bringen und ganz speziell vom Urproblem aller Filmemacher, nämlich das nötige Kleingeld zusammenzukratzen.

Aber es hat sich gelohnt, wie wir jetzt alle sehen können: Nicht nur strömen die Leute in Massen in die Kinos, sondern die Journalistinnen und Journalisten schreiben sich die Finger wund, um über die Protagonisten, die kulturbeflissene und deshalb fleissig Musikkassetten mit Kultursendungen bespielende Elmira, unseren umtriebigen, genialen Computer- und Technofreak Thomas, der auch die LessMess-Webseite betreut, dem stotternden alten Radioapparaten neues Leben einhauchenden Karl und dem seine schrottverdächtigen Landwirtschaftsmaschinen in der Schutzzone herum manöverierende Arthur zu schreiben Messies häufen manchmal nicht nur Gegenstände, sondern auch Wörter an, womit jetzt der Berichtverfasser Johannes gemeint ist….

In der Diskussionsrunde der Filmkritiker bekannte Katja Nicodemus Die Zeit , dass sie, nachdem sie ihn in Locarno gesehen habe, anderntags gleich ihr Büro aufgeräumt habe. Und hier standen nach der Vorführung gar alle Protagonisten auf der Bühne. Martin Walder, der renommierte Film- und Literaturjournalist moderierte die Fragerunde.

Der Film löste Natur gemäss unterschiedliche Gefühle aus — nicht zuletzt auch Betroffenheit und Nachdenklichkeit. März durfte ich in Solothurn am Schluss der Nachmittagsvorstellung erneut Fragen beantworten. Sonniges Vorfrühlingwetter hielt offenbar viele potenzielle Besucher ab.

Ganze 15 Menschen fanden sich ein. Sie alle blieben, stellten viele Fragen und erzählten von ihren langjährigen, bewundernswerten Engagements zugunsten von Messies. Es war eine halbstündige, sehr engagierte Diskussion, quasi en famille, wie sie wohl in einem vollbesetzten Saal kaum zustande gekommen wäre. Auch hier erwies sich, dass Qualität vor Quantität steht. In Zürich ist der Film — die Kinoszene ist hier auch viel grösser — auf grosse Resonanz gestossen: An der erwähnten Vorführung war der Personen fassende Saal fast voll und auch die folgenden Vorführungen seien überdurchschnittlich gut besucht worden, wie Beat Käslin von den Arthouse-Kinos auf Anfrage mitteilt.

Auf so einen ungewöhnlichen Sprössling reagiert auch die Presse. TeleZüri war live dabei. März brachte der Tages-Anzeiger und Bund eine ganze Seite, am 5. Dies nur einige von wahrscheinlich etlichen Beispielen. Ueli und Thomas, welcher Ueli auch beratend zur Seite stand, haben — ganz herzlichen Dank euch für eure grossartige Arbeit — ein Kind in die Welt gesetzt, dessen Rolle als Aufklärer in unserer Sache jetzt schon feststeht.

Der Film wirft hohe Wellen und wir werden weiterhin darüber berichten. So hat etwa am Dienstag, den Unter der Leitung von Karin Frei diskutierten: Die Sendung kann hier gesehen werden. Die Unterrichtsmaterialien sind kostenlos. Erfreulicherweise wurde der Film ' Messies, ein schönes Chaos ' in dieses Programm aufgenommen und wir hoffen auf interessante Diskussionen in den Schulen.

Es wurde ein knapp seitiges! Unterrichtsmaterial dazu erarbeitet, das hier heruntergeladen werden kann. Anmeldung für Klassenbesuche im Kino während der Schulzeit zu reduzierten Eintrittspreisen und Filmgespräche: März in vielen Schweizer Kinos angelaufen. Oder schaut hier für aktuelle Projektionsdaten. Eh i ma gar nid druflos di Stube ufzruume gäng tueni mi äxtra mit süsch öppis versuume.

Zytige u Heftli lige ufem Ofe, Ruehbett u Tisch me chönnt se doch verruume wem e mit läse fertig isch. Auf Zehn zählen beim Aufräumen. Das hat Frieda Habegger motiviert ihre Stube zügig aufzuräumen. Einmal im Jahr entrümpeln — mindestens eines Zimmers. Die so entstehenden ballastfreien Zonen schaffen Freiräume und setzen Energien frei.

Die Leute werfen zum Jahresende viel Ballast ab — sei es, um den Weg zum inneren Ich zu ebnen, oder meistens schlicht, um die überfüllte Wohnung, den Keller oder die Garage zu räumen. Laut dem Leiter Robert Wasescha werden bis Leute pro Tag abgefertigt, während unter dem Jahr täglich durchschnittlich bis Abfall herbeitransportieren.

An den Spitzentagen vom Dezember bis zum Silvester sind deshalb auf dem gesamten Hagenholz-Areal 21 Angestellte statt wie sonst üblich 10 im Einsatz, um die Leute beim Sortieren des Sperrguts anzuweisen, sie zu den Entsorgungsstellen zu leiten und den Verkehr zu regeln.

Das alte Jahr wird ausgemistet und aufs Gemüt drückender Ballast anderswo deponiert. Das hat neben psychologischen und philosophischen Erklärungen ebenso praktische. Bereits beim Vorstellungsgespräch würden Stellenbewerber und Lehrlinge — sie absolvieren die dreijährige Ausbildung zu Rezyklisten — darauf hingewiesen, dass sie in den letzten Tagen des Jahres intensiv arbeiten müssten und in dieser Zeit wegen des Hochbetriebs ein Ferienstopp gelte.

Mit der Zeit wundere man sich nicht mehr darüber, was alles weggeworfen werde. Verstellte Räume scheinen am Jahresende speziell zu belasten. Mit dem Ausmisten der Garage, des Kellers und des Estrichs soll offensichtlich auch einem Neuanfang der Weg geebnet und die innere Ordnung hergestellt werden.

Im Hagenholz jedenfalls herrscht Betrieb, als ob alle rundherum Feng-Shui-Ratgeber zu Weihnachten geschenkt erhalten und eingehend die Anleitung studiert hätten, wie sie dank einer Entrümpelung die Entdeckungsreise ins Ich antreten können.

Obwohl die Leute teilweise hochwertige Produkte im Recyclinghof anliefern, wird dort alles strikt entsorgt — je nach Material entweder im Kehrichtheizkraftwerk oder über Schrott- und Elektrohändler. Diese werden lediglich beim Sortieren unterstützt und an die Standorte der Wertstoff-Entsorgung geleitet.

Allgemein werde gegenüber früher mehr Dreck und tatsächlich unbrauchbarer Abfall verarbeitet, sagt Filli. Sie führt diese Entwicklung darauf zurück, dass Ausrangiertes zunehmend in Brockenhäuser gebracht oder auf Internetplattformen versteigert wird. Zudem sammelten ein Cargo-Tram und ein E-Tram für elektronische Geräte in den Quartieren tonnenweise nicht mehr gebrauchte Gegenstände ein. In gemieteten Kleinbussen und Privatautos, zu zweit oder allein, fahren Scharen von wild entschlossenen Aufräumern vor.

Sie hätten gerade Zeit, begründen die einen ihren Ausflug in den Recyclinghof, sie seien eben umgezogen und nutzten diese Gelegenheit zum Ausmisten, sagen andere.

Seit über sieben Jahren arbeitet Sandro Flachsmann im Hagenholz. Die Arbeit bringe jeden Tag Neues und sei abwechslungsreich. Er schätze den Kontakt zu den Leuten, auch wenn nicht alle gleich geduldig und freundlich seien. Entsorgen will gelernt sein. Wer noch nicht bereit war, der kann sich zum Beispiel an der Volkshochschule Zürich für das nächste Jahr wappnen. In der Ausschreibung heisst es: Jetzt ist es endlich soweit: Hier könnt ihr herausfinden, in welchem Kino eurer Wohnregion der Film gezeigt wird.

Abspielzeiten entnehmt ihr der Tagespresse. Es gilt zu beachten, dass die Kinos das aktuelle Programm jeweils erst recht kurzfristig veröffentlichen. Ulrich Grossenbacher und Protagonisten des Films werden an folgenden Vorstellungen persönlich anwesend sein und euren Fragen Red und Antwort stehen: Ganz besonders möchten wir euch den Besuch des Lunchkinos in Zürich nahelegen.

Hier soll die Projektion am Februar in Gegenwart von Regisseur und Protagonisten zu einem richtigen Fest aufblühen. Auf der website www. Auf den Seiten des Filmportals Outnow. Mit Kindern sollte man Messies, ein schönes Chaos besser nicht schauen. Sie werden nachher garantiert nie mehr ihr Zimmer aufräumen, weil: Doch ansonsten ist Ulrich Grossenbachers Film wärmstens zu empfehlen, denn er ist amüsant und beklemmend zugleich.

Untermalt von gelegentlich eingespielten melancholischen Jazzklängen, begleitet Grossenbacher seine vier Protagonisten bei ihren alltäglichen Adventure-Trips durch ihr eigenes Chaos. Dabei hängt er ihnen auch gerne mal eine Minikamera um den Hals, so dass der Zuschauer die gefährliche Tour aus der First-Person-Perspektive hautnah miterleben kann. Dann wiederum sind höchst intime Szenen zu sehen, beispielsweise, wenn der zwanghafte Sammler Karl vor den Trümmern seiner Ehe steht und nicht fähig ist, etwas dagegen zu tun.

Man weiss nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll. Auf jeden Fall gelingt es Grossenbacher, dem Zuschauer die auf den ersten Blick verschrobenen Charaktere näherzubringen. Er bewahrt dabei stets eine leicht ironische Distanz, ohne aber jemals in Versuchung zu geraten, seine Protagonisten blosszustellen.

Von den vieren kommt der Technikfreak Thomas im Vergleich zu den anderen deutlich zu kurz - dabei ist just er derjenige, der das Filmplakat ziert und für Schmunzler sorgt, wenn er mit dem "Messi"-Fussballshirt gestellt oder nicht?

Ob die Szenen mit ihm deswegen so vergleichsweise kurz ausgefallen sind, weil er als einziger der vier Porträtierten keine sichtbaren ernsthaften Probleme aufgrund seines Messietums zu haben scheint?

Vielleicht ist er auch nur der Schere zum Opfer gefallen. Möglich, dass die eine oder andere Räumungsszene auf Dauer etwas ermüdend wirkt und gekürzt hätte werden können.

Verschwendete Zeit ist der Film dennoch nicht - im Gegenteil. Bis zum symbolischen Schlussbild mit einer säuberlich ausgedrückten Senftube und dem folgenden Schlussong "Messi vielmal" höhö ist Grossenbachers Film ein konsequentes, unterhaltsames, aber auch nachdenklich stimmendes Porträt von vier Menschen, deren Sammeltrieb sie zu Aussenseitern der Gesellschaft gemacht hat.

Wir hoffen auf ein zahlreiches Erscheinen und wünschen jedenfalls schon jetzt allen sehr viel Vergnügen. Liebe Messies und Nicht-Messies Schon stehen die Festtage wieder vor der Türe und sicher auch schon mit einem Bein in der Wohnung mit Kerzen, Tannenzweigen, Weihnachtskrippen, Adventskalender und was uns sonst noch so freut in dieser eher grauen Jahreszeit.

Dies ist das Schlussprogramm des LessMess-Infos Helene weist auf das neue Buch von Ursus hin, unserem grosszügigen Sponsor, und Thomas bringt aus den vielen Pressemitteilungen die interessantesten, gescheitesten oder auch unangenehmsten über Messies.

Alexander Frommherz arbeitet seit Jahren für Messies und hat seine Erfahrungen im Interview zusammengefasst. Johannes ist Ansprechperson für Studienarbeiten und hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt. Fröhliche Festtage und einen guten und sicheren Rutsch ins neue Jahr wünscht euch das Redaktionsteam. Sie wird auch noch bis und mit dem nächsten Sommerfest tatkräftig dabei sein - merci! Nachfolgerin wird Trudi Engelhardt, die dem Verband seit langem nahe steht und sich nun dafür engagiert.

Auch Ihr gilt unser ganz herzlicher Dank. Damit verbunden ist auch eine Adressänderung des Sekretariats. Dieser Adresswechsel gilt nun ab sofort und die neue Anschrift lautet: Reserviert Euch dieses Datum! Mehrfach haben wir über den Film ' Messies - ein schönes Chaos ' berichtet.

Der Film kommt nun definitiv am 1. März in die Schweizer Kinos. Zuvor aber wird er noch an den Solothurner Filmtagen gezeigt, und das am:. Januar , 14h30 im Kino Canva Mittwoch, den Januar , 21h00 im Kino Reithalle. Wüsse mir eigetlig wi wärtvoll mir sy Chöschtlegi Sache trage mir nämlig mit üs Edelmetall — gäng meh jedes Jahr Luege mir doch ds Silber i üsne Haar.

Das isch ja ganz es bsungrigs Edelmetall Eso hei mir allermüglichs guets Kapital. U de ygsetzt i de Hüfte oder de Chnöi Titan — was doch di Dökter alls chöi. Wenn ihr über Weihnachtsmärkte, Flohmärkte oder durch Warenhäuser schlendert, sollt ihr euch — bevor ihr schon zum Portemonnaie greift — fragen:. Ja, oft wird der Senioren-Service zuerst fürs Einkaufen angefragt und später dann fürs Reduzieren der vielen Sachen, weil vielleicht der Umzug ins Altersheim geplant ist.

Oder jemand braucht den Gartenunterhalt und dann später auch Hilfe im Haushalt, zum Putzen oder allgemein zum Aufräumen. Es sind meistens Stammkunden, die uns schon lange kennen. Unsere Kunden bezahlen die Dienstleistungen selbst, deshalb haben wir auch mehr Möglichkeiten auf ihre persönlichen Bedürfnisse einzugehen als die Spitex. Wir sind für dringende Bedürfnisse für sie auch immer erreichbar.

Zudem arbeitet immer die gleiche Bezugsperson mit den Kunden, ausser für Ferienablösungen. Wir freuen uns, dass ihr euch dafür interessiert, bei eurer Vertiefungs-, Matura-, Diplomarbeit etc. Im Verlauf der letzten Jahre haben wir gut zwei Dutzend Anfragen erhalten und in der Folge entsprechend begleitet. Daraus können wir eine erfreuliche Bilanz ziehen:. Diese Erfolgsbilanz wirft allerdings auch ihre Schattenseiten: Die zeitliche Belastung durch solche Unterstützungen ist gross und manchmal kaum vereinbar mit den übrigen Aufgaben, die bei LessMess anstehen.

Wir haben uns deshalb überlegt, wie wir die Situation für beide Seiten, also für uns sowie für die Verfasserinnen und Verfasser der Arbeiten, optimieren können. Die wichtigste gemeinsame Erfahrung ist diejenige, dass viele die Komplexität des Themas unterschätzen. Dies und die angestrebte Optimierung führen uns zu einigen Ratschlägen und Forderungen: Wir erwarten gerne eure Anfragen direkt über studienarbeiten lessmess.

Nun hat mich einer meiner hochintelligenten und gut informierten Leser per Mail darauf aufmerksam gemacht, dass das ein vergebliches Unterfangen sei.

Denn es gebe die Entropie. Die sei Thema des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik — ich versuche die hoch komplizierte Mail zusammenzufassen —, und der sei ein Naturgesetz, das im ganzen Kosmos gelte.

Die optisch schönste — über die Wichtigkeit des Inhalts kann ich nichts sagen — hätte ich Ihnen gerne präsentiert. Doch als ich die Ansammlung von griechischen und lateinischen Buchstaben kopierte, kam das heraus:. Nun habe ich nicht nur hochintelligente Leser, sondern ebensolche Freunde.

Einer von denen erklärte mir, dass genau das Entropie sei: Aus Schönheit und Ordnung wird zwangsläufig Unordnung. Es habe also gar keinen Sinn aufzuräumen, egal ob es sich um Messie-Wohnungen oder ums Fernsehprogramm handelt.

Laut Naturgesetz wird sowieso alles immer schlimmer. Leider betrifft uns das in eigener Sache: Immerhin wurde sie bereits über 2' mal angeschaut.

In den letzten paar Wochen nun haben sich Leute entschlossen, Kommentare zu schreiben. Leider geht es um Wortwechsel, die mit der Sache eigentlich rein überhaupt nichts zu tun haben.

Das Phänomen ist bekannt: Vermutlich handelt es sich hier auch um ein psychologisch erklärbares Verhaltensmuster. Ich kopiere hier zwei Kommentare: Teilweise sind das Faule Menschen die keine Sauberkeit kennen Harz 4 Kassieren fressen ficken und im Dreck leben wollen. Ob es wirklich eine Krankheit ist weis ich nicht aber Faulheit ist es jedenfalls. Man kann es mal unordentlich zu Hause haben aber bei einigen Messies ist es im Dreck leben wegen Faulheit weil sie ihren Arsch nicht hoch bekommen.

In seinem neusten Buch räumt Ursus Wehrli den Alltag auf: Weiteres zu den Büchern vom Künstler findet ihr auf: Ursus Wehrli ist Linkshänder, Querdenker und gelernter Typograf. Sie wurden mehrfach ausgezeichnet — u. August stellte Ursus Wehrli sein neues Buch in Zürich vor. Schweizerische und deutsche Medien freuen sich über dieses Buch und stellen es detailliert vor.

LessMess Sekretariat Postfach 42 Knonau. Ein Interview mit Herrn Manser, Rechtsanwalt. Jetzt gewinnt er auch noch den Berner Filmpreis. Der Film kann nur wärmstens empfohlen werden: Schaut ihn euch an!

Er kommt am 1. März in die Kinos. Zur oft sehr schwierigen Wohnsituation und der häufig drückenden finanziellen Lage von Messies werden Fragen von Rechtsanwalt Manser beantwortet. Im Pressespiegel hat Thomas einen zum Interview passenden, aktuellen Artikel gefunden.

LessMess wünscht allen einen schönen Herbst. Die Selbsthilfegruppe hat ein grosses Potenzial, einander für neue Perspektiven und Handlungsweisen zu ermutigen. Wer ist nicht schon einmal in einer Sackgasse gesteckt und hat den Ausweg fast nicht gefunden? Kreative und positive Vorschläge, andere Sichtweisen können einen Weg aus einer schwierigen Lage zeigen. Er absolvierte eine anerkannte Zusatzausbildung als Mediator. Die Krankenkasse wird wohl nur für die Gesundheitskosten aufkommen, sofern und soweit das Messie-Symptom Krankheitswert aufweist und eine ärztliche Betreuung notwendig ist.

Die Preisverleihung findet am Eine unabhängige Fachjury der Berner Filmförderung zeichnet dieses Jahr zwei Dokumentarfilme, einen Spielfilm, einen Animationsfilm und einen Kurzfilm aus. Sein Film ist witzig und traurig zugleich, schafft das Kunststück, dass wir hinter sich türmenden Bergen von Gerümpel nicht Verwahrlosung sondern Menschen mit ausserordentlichen Fähigkeiten entdecken.

In diesem tiefgründigen Spiegel unserer Wegwerfgesellschaft verschwimmt der Unterschied zwischen Krankheit und Normalität, während sich die Notwendigkeit gegenseitiger Toleranz verdeutlicht. Mit ihrem ersten Kinospielfilm "Silberwald" schafft es Christine Repond, den Prozess einer Rechtsradikalisierung von jungen Menschen intelligent und sensibel nachzuzeichnen.

Angesiedelt im Emmental, baut der Film in ruhigen Bildern und mit wenig Worten eine beklemmende Atmosphäre auf und erzählt uns eine universelle und aktuelle Geschichte. Die Regisseurin beeindruckt mit einem guten Drehbuch, grossem Einfühlungsvermögen und einer starker Handschrift.

Dem feinfühligen Dokumentarfilm "Bouton" von Res Balzli gelingt es, eine todkranke junge Schauspielerin im letzten Jahr zu begleiten und dabei gleichzeitig nahe und respektvoll zu sein. Der Animationsfilm "Eisprung" von Loretta Arnold ist erfrischend, kurz und bündig. Der Macherin gelingt es, mit einfachen Mitteln, der ältesten Frage der Welt nachzugehen: Sie vermag die Frage zwar nicht zu beantworten, doch auf sehr humorvolle und starkem Text amüsant und gescheit zu beleuchten.

Der junge Filmemacher Gregor Frei inszeniert in seinem Kurzfilm "Handschlag" gekonnt eine Geschichte, die auf einer Schweizer Baustelle spielt und wunderbar aufzeigt, wie schnell es geht, durch einen inneren Konflikt mit seinem Umfeld in ein Dilemma zu geraten.

Die Fachjury des Berner Filmpreises betont, dass die eingereichten Filme für den Berner Filmpreis gegenüber den Vorjahren qualitativ und quantitativ einen Quantensprung gemacht haben. Noch nie zuvor wurden so viele hochstehende Berner Filme eingereicht. Insgesamt 44 Filme visionierte die Fachjury innert drei intensiven Tagen. Die Preisverleihung ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

An der Preisverleihung werden auch Ausschnitte aus allen fünf ausgezeichneten Filmen gezeigt. Notiz an die Redaktionen Zur öffentlichen Preisverleihung vom Mittwoch, November um Mieter und Vermieter leben nicht immer friedlich miteinander.

Sie sind besonders betroffen weil in diesen Gebäuden oft keine ausreichende Wärmedämmung vorhanden ist. Im Grunde müsste man 20 Mal am Tag lüften und natürlich auch nachts, aber das ist natürlich nicht zumutbar.

Schimmel ist besonders von Oktober bis April ein Problem, da es kalt und feucht ist und sich diese Feuchtigkeit dann an den kältesten Stellen der Wohnung festsetzt.

Früher waren es die Eisblumen an den Fenstern, doch durch nachträgliche Isolierverglasung sucht sich die Feuchtigkeit jetzt andere Stellen. Entscheidet sich der Vermieter für eine vernünftige Wärmedämmung, ist das Thema jedoch schnell vom Tisch.

Wir hatten gerade noch einen Fall, wo 40 Euro Vorauszahlung geleistet wurde und dem Mieter nach der Abrechnung Euro als Nachzahlung berechnet wurden. Das ist wie eine zweite Miete. Wenn der Vermieter die Nebenkosten zuvor zu niedrig kalkuliert, ist es praktisch ein Lockvogelangebot. Man sollte sich vor Abschluss des Mietvertrages informieren, wie hoch die Nebenkosten wirklich sind. Eigenbedarf anzumelden ist vor allem bei Eigentumswohnungen ein wiederkehrendes Phänomen.

Jüngst hatten wir den Fall, dass eine Wohnung zwangsversteigert wurde. Noch bevor der Käufer den Zuschlag bekam, wollte er den Mieter zu einer Anpassung des Mietvertrags bewegen. Nachdem der Käufer das Objekt ersteigert hatte, gab es sofort eine Kündigung wegen Eigenbedarf.

Eingezogen ist der Käufer natürlich nicht. Leider gibt es für solche Geschichten immer wieder Menschen, die das auch noch bezeugen. Abzuraten ist übrigens davon, in einem Zwei-Familienhaus einzuziehen, wenn dort eine Wohnung vom Eigentümer bewohnt wird.

Der hat nämlich in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht. Das sagt Haus und Grund: Werner Weskamp, Geschäftsführer von Haus und Grund. Wir bei Haus und Grund verstehen darunter solche Personen, die schon bei Abschluss des Mietvertrags wissen, dass sie innerhalb kürzester Zeit nicht mehr in der Lage sind, zu zahlen.

Meist wird eine Monatsmiete bezahlt und dann kommt nichts mehr. Oft kommt es dann zu Grimms Märchenstunde — so geben viele Mieter der Bank die Schuld und erklären, dass das überwiesene Geld zurückgekommen sei, obwohl sie nie überwiesen haben. Private Vermieter sind meist sehr geduldig, auch wenn schon drei oder vier Monatsmieten ausgeblieben sind.

Oft bleibt dann nur die fristlose Kündigung und eine Räumungsklage. Auf den Kosten, die oft im vier- oder sogar fünfstelligen Bereich liegen, bleibt der Vermieter meist sitzen. Nicht selten sind diese Wohnungen bei der Räumung extrem unhygienisch.

Weil der Strom schon lange abgestellt ist, machen sich im dennoch prall gefüllten Kühlschrank Maden breit. Dieses Szenario zu vermeiden, ist für den Vermieter nicht einfach. Um selbst die Messie-Wohnung in Augenschein nehmen zu können, braucht er zuvor gewisse Anhaltspunkte. Manchmal fällt so etwas jedoch bei Reparaturarbeiten auf oder wenn der Heizungsableser in der Wohnung war. Meist erkennt man gar nicht, wo der Mieter überhaupt schläft. Trotzdem kann in diesen Situationen das Mietverhältnis vom Vermieter nicht sofort beendet werden — auch hier muss erst abgemahnt werden.

Nicht ungewöhnlich ist es, dass Mieter beim Auszug vor allem aus dem Badezimmer, fast alles mitnehmen: Handtuchhalter, Spiegel, Lampe oder den Halter für die Toilettenrollen.

Auch wenn ein Mieter lange in einer Wohnung gelebt hat und nach einer gewissen Zeit ohne Rücksprache mit dem Vermieter zum Beispiel ein neues Waschbecken angeschafft hat, kommt es vor, dass er dieses beim Auszug mitnimmt. Das alte Waschbecken ist natürlich längst weg. Zudem sehen Badezimmer oft aus wie Schweizer Käse. Die Bohrmaschine kommt manchmal viel zu oft zum Einsatz. Die Fliesen sind dann völlig durchlöchert. Häufig sind so viele Fliesen betroffen, dass ein punktueller Austausch nicht mehr möglich ist.

Gnerell raten wir unseren Mitgliedern jedoch immer, mit den Mietern ins Gespräch zu kommen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Zu diesem spezifisch auf Deutschland bezogenen Artikel hat es mehrere Leserbriefe gegeben.

Zwei davon seien hier wiedergegebe - sie illustrieren den etwas angespannten Ton der Kontrahenten Weiterhin sollte man sich über den potentiellen Mieter, genau wie bei Jobbewerbern, im Internet erkundigen und wenn die Vormiet-Stätte zu weit entfernt ist, auch über diese im Internet mitsamt Kartendarstellung.

Weiterhin sollte man auf Kleidung, Auto und Allgemeinbildung bei der Besichtigung achten! Hinzu kommt ein entsprechender Mietvertrag sowie Kaution. Danach sollten beide Parteien die Vereinbarung entsprechend pflegen.

Oder man hat schon ohnehin abgewirtschaftete Objekte, wo der Mietzins die Kosten weit übertrifft. Dann ist es auch egal Ist normalerweise Gang und gebe, jedoch braucht ein Mieter lediglich den Teil der Schufaauskunft preisgeben,der sich auf Mietschulden bezieht. Eine allgemeine Schufaauskunft ist nicht Rechtens. Auskunft über den letzten vermieter.

Kleidung,Bildung und Auto als Kriterium? Die meisten Mietnomaden kommen nicht in Asi-Aufzug daher,sondern treten ordentlich gekleidet,rasiert etc auf. Ich kann da selber ein Liedchen von singen.

Aber eins ist sicher: Lieber einen Hartzler wo dann im Mietvertrag eine Regelung reinkommt,das der Mietzins direkt von den Argen überwiesen wird ,als einen Jungspund,der grade mal 1 oder 2 Monate als Lagerhelfer beschäftigt ist Ihr Geschäftszweck ist, ihre Vertragspartner vor Kreditausfällen zu schützen; nach Meinung der Schufa trägt sie zudem zum Schutz der Verbraucher vor Überschuldung bei. Im normalen Leben, z. Der Film erzielte einen überwältigenden Erfolg bei Publikum und Kritik und wurde bald zum Geheimtyp der Festivalbesucher: Ulrich Grossenbacher porträtiert in seinem äusserst witzigen, zugleich auch sehr feinfühligen Film vier Menschen, die am so genannten Messie-Syndrom leiden.

Er vermittelt dabei einmalige Einblicke in einen Alltag, der sich für die Betroffenen als permanente Gratwanderung zwischen Genialität und Überforderung darstellt. Grossenbacher nimmt seine Zuschauer mit auf Expeditionen in überfüllte Wohnungen, Dachstöcke und Scheunen und lässt sie teilhaben an vergeblichen Auf- oder besser Umräumaktionen.

Dabei ringen die vier Protagonisten nicht nur stets mit sich selber, sondern ihr Verhalten wird auch für ihre Umgebung — ihre Lebenspartner, die Nachbarn, die Behörden — immer wieder zur Herausforderung. Ulrich Grossenbacher hat seinen Film mit viel Respekt vor seinen Protagonisten, einem ausgesprochenem Sinn für Dramaturgie und viel Flair für leise Situationskomik gedreht.

Die Art und Weise, wie dieses filmisch vollendete Werk Menschen portraitiert, die am Messie-Syndrom leiden, ist komplex, widersprüchlich und äusserst unterhaltsam. Das sogar so etwas geordnetes wie das Alfabet schwer zu beherrschen ist zeigt das 'Zurich' Film Festival es heisst wirklich so deutlich: Der Ansturm auf den Film wird auch in Zürich gross sein - wer kann, nutzt die Billetvorbestellung oder erscheint rechtzeitig.

Der Kinostart des Filmes ist im Frühjahr vorgesehen. Der Vorstand von LessMess ist einhellig begeistert von dem Film und überzeugt, dass dank ihm viele Menschen ihre Vorurteile gegenüber Messies abbauen werden und das hoffentlich viele Messies sich aus ihrer Isolation lösen und vermehrt und offener über ihre Situation sprechen können.

PS Auf der Seite www. Was tue ich, wenn mein Arbeitskollege Messie ist? Offensichtlich hat noch niemand das Info vermisst, wohl weil ihr alle auch viel zu tun habt! Es gibt einen Rückblick auf die Mitgliederversammlung vom Thomas hat für den Presespiegel recherchiert und ist dabei einmal mehr auf sensationslüsterne Sendungen in deutschen Fernsehsendern gestossen.

Es ist doch sehr traurig, wie unsensibel und unkritisch "Journalisten" oder "Messie-Therapeuten" mit Situationen von schwer kranken Menschen umgehen - da zählt offensichtlich nur die hohe! Der Vorstand von LessMess wird darauf schriftlich und deutlich reagieren. Umso erfreulicher ist der gerade fertig gestellte Kinodokumentarfilm von Ueli Grossenbacher "Messies - ein schönes Chaos".

Er zeigt echte Messie-Situationen, aber im Mittelpunkt stehen die vier kreativen Menschen mit ihren Stärken und Problemen. Wir freuen uns auf diesen Kinobesuch besonders!

LessMess wünscht euch allen einen guten Sommer! Frühlingsfest Gegen vier Uhr trafen erste Gäste des Frühlingsfestes ein. Begehrt war wieder der feine selbstgemachte Holdersirup von Anita: Die Überraschung dieses Festes wurde bald hörbar: Marcel begrüsste die Anwesenden mit einem Tusch und Helene hatte dann die ganze Aufmerksamkeit für die Begrüssung der Anwesenden im Namen des Vorstandes. Sie wünschte ein geselliges und genüssliches Fest mit Bekannten und neuen Gästen.

Dann wurde das Buffet mit vielen verschiedenen Sommersalaten eröffnet! Das Dessertbuffet mit Kuchen, Torten und Gebäck von Vorstandsmitgliedern gebacken und mit schön präsentierten Früchten rundete dieses Frühlingsfest kulinarisch ab.

Anita hat einen Wettbewerb vorbereitet: In einem grossen Glasgefäss standen Zweige, die mit roten, grünen und gelben Wollfäden umwickelt waren. Von welcher Farbe war der längste Wollfaden? Aus vielen richtigen Antworten zog Marcel die drei ersten Preise: Einen besonderen Tusch erhielt die gesamte Küchen- und Servicecrew von Marcel und Anita bedankte sich bei ihr für den tollen Einsatz, das vielseitige Buffet und die frühlingshafte Tischdekoration mit Rhododendrenblüten von Claudia.

Oktober in Lausanne: Oktober in Chur: Diese Workshops werden im Rahmen von Denk Quer veranstaltet. Dadurch allein kann das Unmögliche möglich werden. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt — so auch das Aufräumen in kleinen aber stetigen Etappen. Nun ist es soweit: Projektionen am Festival Locarno: Dazu schreibt Thomas Schärer: Sie sammeln so extensiv und kompromisslos, dass ihr Verhalten sie isoliert.

Sie werden ihren Mitmenschen zur Last oder verkriechen sich in den eigenen Wänden — sofern da noch Platz ist. Nicht nur in Boulevardmedien werden jeweils besonders abstruse Fälle vorgeführt: Ulrich Grossenbacher wählte einen anderen Weg.

Arthur, ein lediger Bauer, bewohnt sein Heimetli auf seine Art. Elmira legt in ihrer Wohnung äusserste Gelenkigkeit an den Tag.

Meterhoch türmen sich die zu überquerenden Zeitungs- und Kassettenstapel, keine Kultursendung darf unaufgenommen bleiben. Karl und Trudi bewohnen ein grosses Bauernhaus. Einer der letzten passierbaren Räume ist die Küche.

Sie beklagt das verlorene Sozialleben, nicht mal mehr die eigenen Kinder besuchen sie. Er schafft Platz oder sie zieht aus. Der Tüftler Thomas baut aus Schrott sinnige Apparate. Seine Werkstatt ist so übervoll wie seine Pläne. Grossenbacher scheut zwar keine Drastik der Anschauung, etwa wenn er in einem Schwenk genüsslich langsam die Dimension eines Chaos enthüllt oder wenn er seine Protagonisten bei ihren Gängen durch ihre archäologischen Ablagerungsschichten mit einer Minikamera behängt.

Die präzis gesetzte Musik unterstützt mitunter den ironisierenden Blick. Es ist aber das Interesse für seine Protagonisten, ihr Erleben, ihre Kreativität, ihre Verdrängungsstrategien und ihre Erklärung des eigenen Tuns, das ihn leitet. Hinter Verschrobenheiten zeigen sich komplexe Charaktere. Sie präsentieren sich nicht vornehmlich als Kranke, sondern als Menschen mit einem überschäumendem Interesse für alles.

Sie konfrontieren uns mit Fragen: Was ist normal, was ist krankhaft? Messies - eine Gratwanderung zwischen Genialität und Überforderung. Beherrschen sie das Chaos oder beherrscht das Chaos sie? Der Film gewährt einen vielschichtigen Einblick in den Alltag von vier Messies. Wir begeben uns auf Höhlenwanderungen durch ihre vollen Schatzkammern, entdecken ihre genialen Erfindungen, ihre gefährlichen Basteleien und stöbern in ihren riesigen Archiven.

Wir erleben Konflikte, die sie durch ihr Anderssein mit ihren Angehörigen, Nachbarn und Institutionen zu bewältigen haben. Ein intimer Blick auf ein irritierendes wie faszinierendes Phänomen. Anschliessend arbeitete er als Künstler und Kunstrestaurator; ab belegte er Filmkurse an der Kunstgewerbeschule in Bern. Seither arbeitet Grossenbacher als freischaffender Kameramann und Regisseur. Grossenbacher ist Mitglied der Schweizer Filmakademie. Im ' Filmbulletin ', der renommierten Schweizer Filmzeitschrift, wird im Augustheft bereits vor der Erstaufführung ein Artikel über den Film erscheinen!

Wir haben den Film bereits sehen dürfen und sind allesamt sehr glücklich über den Film, der die Anliegen von LessMess grossartig unterstützt und die wirkliche Messieproblematik einem breiten Publikum nahe bringen kann ganz im Gegensatz zum aktuellen Sensationsfernsehen, das immer wie schlimmer und grausiger mit dem Thema umgeht.

Vermutlich wird der Film dann anfangs Winter im Kino zu sehen sein. Wir werden noch ausführlicher darüber berichten. Einen guten Kommentar dazu hat es ausgerechnet in Minuten gegeben - er beschränkt sich nicht auf "Messies" sondern entlarvt auch andere "Shows", die in Deuschland auch unter dem Sammelnamen "Assi-TV" von "asozial" kursieren:.

Über den schwerkranken Frühpensionär erfahren wir so einiges: Er haust in einer versifften Höhle, hat seinen Haushalt gar nicht im Griff und verbringt seine Tage zwischen leeren Suppendosen, verschimmelten Essensresten, einer toten Katze und einem fröhlichen Geschwader von Kakerlaken und sonstigem Getier. Ah ja, Markus leidet an einer Leberzirrhose, an Diabetes und unter schwerem Übergewicht.

Doch keine Bange — Hilfe naht: Ihre erste Offenbarung, ein Treffer ins Schwarze: Nur ein Kurs in Feingefühl fehlt: Natürlich ist es eklig, wenn zwischen Müllbergen Katzenbaby-Kadaver vor sich hin modern. Doch Hankel-Hirtz' Standpauke verstört den Patienten dermassen, dass er zusammenbricht und zusammen mit seinem letzten Quentchen Würde von einem Spezialtransport für Übergewichtige abgeholt werden muss.

Um sich zu gruseln, braucht es heute kaum mehr Horror-Filme. Das Konzept der neuen Kuppel-Show ist schnell erklärt: Frauen und Männer wollen sich verlieben. Doch skurril reicht nicht mehr. Sein Vater erfährt im Fernsehen von der Homosexualität des Sohnes. Den Vogel schoss der Sender jedoch mit Kandidatin Mariam ab: Die Jährige sucht einen Mann, der sie mit Haut und Haaren liebt. Die Haare sind bei ihr der Knackpunkt.

Mariam hat einen Bart. Und der ist echt — die Moderatorin zupft am Bart und beweist es höchstpersönlich. Statt Streichelzoo gibts bei ihr Freaks zum Anfassen. Auch hier funktioniert das Konzept auf dem traurigen Schicksal ästhetisch benachteiligter Menschen. Zurecht gezurrt kehrt Marina zurück in den Schoss ihrer Lieben.

Worin der Zauber solcher Shows liegt? Schon vor vielen hundert Jahren strömten Menschen auf den Jahrmarkt um Menschen, die aus der Norm fielen, anzustarren. Das Publikum war schon damals abgebrüht — und ist es immer noch. Auch darüber dürfen Generationen von Sozial- und Medienwissenschaftlern spekulieren. RTL 2 findet da in seinem Slogan viel schlichtere Worte: Ekel-TV kommt gut an. Die Quoten geben den Machern recht.

So wollten immerhin 1. Auch dort scheint absehbar: Ein gutes Omen für die noch trashigere Variante von Sat. Financial Times Deutschland , Er sammelt einfach alles: Das hat zur Folge, dass unser Büro aussieht wie eine Müllhalde. Mich nervt das ungemein, denn ich brauche Ordnung, um mich zu konzentrieren. Was kann ich tun? Anstelle einer Buchbesprechung hat Johannes eine Liste von Büchern zusammengestellt. Damit Betroffene, Angehörige, Fachleute, Medien, Kandidaten und Kandidatinnen für Studienarbeiten und weitere Interessierte rasch eine Übersicht gewinnen und die für ihre Ansprüche geeignetsten Bücher finden können, präsentieren wir eine stichwortartige Inhaltsangabe und Wertung.

Die Reihenfolge richtet sich, subjektiv gewichtet, nach Informationsgehalt, Aktualität und Qualität. Ausführliche Besprechungen findet ihr auf dieser Seite weiter unten oder im archiv. Es findet sich bestimmt ein lesenswertes und lehrreiches Buch für Interessierte! Die Vorbereitungen für die Mitgliederversammlung und das Sommerfest am Mai nehmen konkrete Formen an und der Vorstand freut sich auf eure Teilnahme.

Sie erhalten rechtzeitig eine schriftliche Einladung. Für uns alle, aber besonders für Messies ist die Haltbarkeit von Lebensmitteln ein häufiges Thema. LessMess hat einige Fragen und gekürzte Antworten zusammengestellt.

Unsere Powerpoint Präsentation " Was sind Messies " kann jetzt direkt auf unserer homepage und auch auf youtube betrachtet werden.

Bestellungen unter info lessmess. Nimm dir mal echte 20 Minuten: Diese und weitere Fragen stellen Konsumentinnen und Konsumenten an das Kantonale Labor Zürich der Gesundheitsdirektion, welches kompetente Antworten gibt. November Vorschriften über das Mindesthaltbarkeitsdatum und das Verbrauchsdatum erlassen. Wir Konsumentinnen und Konsumenten sollen damit vor verdorbenen Lebensmitteln geschützt werden. Wir können schon beim Kauf kontrollieren, ob wir das Lebensmittel überhaupt noch essen dürfen.

Auf der Verpackung stehen auch die Bedingungen wie das Lebensmittel aufbewahrt werden muss. Werden diese Bedingungen nicht eingehalten z. Kühlung , kann ein Lebensmittel schon vor dem Verbrauchsdatum verdorben sein. Ob ein Lebensmittel verdorben ist oder noch nicht, sieht man ihm nicht unbedingt an!

Deshalb ist das Verbrauchsdatum unbedingt zu beachten! Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist die Ware nicht automatisch verdorben. Nach diesem Datum ist das Lebensmittel nicht mehr für die menschliche Ernährung geeignet, unabhängig davon, ob dessen Zustand noch einwandfrei erscheint. Die Angabe des Verbrauchsdatums ist für leicht verderbliche, resp. Sie enthalten viel Wasser! Die Redaktion Der Lebensmittelhersteller legt das Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Verbrauchsdatum in eigener Verantwortung fest.

Er garantiert bis zum angegebenen Zeitpunkt eine einwandfreie Qualität seiner Ware. Dabei wird das Datum so gewählt, dass das Lebensmittel mit Ablauf der angegebenen Frist die von den Konsumentinnen und Konsumenten erwarteten spezifischen Eigenschaften besitzt und nicht gesundheitsschädlich ist. Auf die Datierung kann sich allerdings nur verlassen, wer sicherstellt, dass das Produkt auch ohne massgeblichen Unterbruch unter den auf der Verpackung angegebenen Bedingungen aufbewahrt wird insbesondere Einhaltung der Kühlkette.

Vor allem Joghurt, Kompott und Konfitüre können verschimmelt sein. Wir alle haben schon Schimmelpilze gesehen und wenn wir die Schimmelpilze sehen, sind dies schon Millionen! Schimmelpilze scheiden Gifte Mykotoxine aus, die für uns krebserregend sind. Die Mykotoxine können auch durch Kochen nicht zerstört werden! Verschimmelte Lebensmittel müssen also weggeworfen werden! Auf der Verpackung steht, unter welchen Bedingungen das Lebensmittel aufbewahrt werden muss.

Lebensmittel, die gekühlt aufbewahrt werden müssen, müssen auch gekühlt nach Hause gebracht und sofort in den Kühlschrank gestellt werden. Denn wird die Kühlkette zu lange unterbrochen, können sich Schimmelpilze und Bakterien schnell vermehren. Der Kühlschrank muss auf ca. Die Temperatur soll jede Woche kontrolliert werden. Resten von Lebensmitteln, auch gekochten, müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

In sauberen Behältnissen können sie bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Zum Essen müssen sie wieder gut gewärmt oder gekocht werden. Resten von beschichteten Konservendosen dürfen kurze Zeit darin und im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Diese sind auf der Innenseite verzinnt. Bei einer geöffneten Dose kommt die metallische Innenfläche mit dem Sauerstoff aus der Luft in Kontakt, was zu Korrosion führt. Dadurch werden die Metalle gelöst und gelangen in das Füllgut. Geöffnete Dosen ohne Beschichtung sollten daher raschmöglichst entleert werden. Händewaschen, Benützen von Einwegtüchern, alle Materialien, die mit dem rohen Fleisch in Berührung gekommen sind, sofort gründlich reinigen, für Fondue chinoise kein Geflügelfleisch verwenden.

Dies sind einige wichtige Punkte zur Haltbarkeit von Lebensmitteln und zum hygienischen Umgang mit Lebensmitteln. Viele weitere Fragen und ihre ausführlichen Antworten findet ihr unter www. Natürlich werfen wir nicht gerne Lebensmittel weg, die vielleicht noch essbar wären. Aber lohnt es sich z. Unsere Gesundheit ist doch wichtiger! Weiterführende links zum Thema: Die Sendung selbst ist leider nicht mehr zu sehen aber auf der folgenden Seite finden sich Ratschläge zu einzelnen Lebensmitteln.

Mindesthaltbarkeit Daraus seien hier ergänzend zwei Beiträge zitiert, die uns wichtig erscheinen: Die Dosen stehen oft in der Nähe des Herdes, wo sie immer wieder im Wasserdampf stehen, was wiedrum die Keimbildung beschleunigen kann. Im verschlossenen Zustand halten gewürze länger: Auch wenn "nur" die Schale von Schimmel befallen ist, müssen Nüsse komplett weggeworfen werden. Hier bilden sich besonders gefährliche Schimmelpilzgifte, die Aflatoxine.

Eine Vergiftung kann zu Leberschäden führen. Zudem wirken Aflatoxine stark krebsfördernd. Münstersche Zeitung Hier gibt Dr. Guido Ritter ein Interview zu eben zitierter Sendung mit einem wichtigen Ratschlag: Durch den Schimmel in den Himmel. Man sieht dem Schimmel nie an, ob er einen Giftstoff bildet oder nicht. Mehr zum Thema Schimmel erfährt man bei Schimmel-auf-Lebensmitteln. Damit wir möglichst keine Lebensmittel wegwerfen müssen, weil sie verdorben sind oder das Verbrauchsdatum überschritten haben, machen wir einen Menuplan und brauchen die vorhandenden Lebensmittel innert der Verbrauchsfrist.

Wir bewahren unsere Lebensmittel richtig und übersichtlich auf. Wir prüfen unsere Vorräte im Kühlschrank mindestens einmal pro Woche und unsere anderen Vorräte einmal im Monat. Alle Angaben beziehen sich auf buch. Auch wenn ein Buch als 'nicht mehr lieferbar' bezeichnet wird ist es durchaus möglich, dass es bei einer Buchhandlung oder einem anderen Lieferanten noch auf Lager ist oder dass man es antiquarisch beziehen kann.

Es wendet sich an Fachleute wie Betroffene gleichermassen. Betroffene kommen zu Wort. In der frühen Kindheit ausgeübter Zwang führt später zu Fehlverhalten, wie übermässigem Sammeltrieb. Ebenso verheerend wirkt sich der Mangel an Zuwendung aus. Rehberger beschreibt auch messietypisches Verhalten im Rahmen einer Therapeutenbeziehung wie zuspätkommen, sich zu entschuldigen, Anpassungs- und Unterwerfungsmuster.

Fachleute finden in diesem Buch wichtige Erkenntnisse zur Therapie, Betroffene und Angehörige erfahren viel über Zusammenhänge in einer Messie-Laufbahn. Wiewohl die beiden Autoren nur am Rande über das Messiesyndrom schreiben, lassen sich die fundamentalen Unterschiede zwischen Messie und Vermüllung erkennen. Für sämtliche Wissensansprüche sehr empfehlenswert. Yayuara-Tobias Das amerikanische Fachbuch, das sich umfassend und klar strukturiert mit dem Messie-Syndrom beschäftigt.

Biologische, hirnorganische Zusammenhänge werden — auch für Laien — verständlich dargestellt. Viele praktische Übungen, Selbsttests, Aufgaben ermöglichen ein systematisches, differenziertes Vorgehen zum Aufräumen. Er leuchtet tief in die Abgründe einer Messie-Seele, die nicht nur vom Alltags-Chaos erdrückt wird, sondern sich auch immer heilloser in die bedrohlichen Verwandten-Beziehungen verstrickt.

Der tägliche Kampf um Übersicht über das Zuviel an Gegenständen, die Angst vor der Dunkelheit wird höchst eindringlich und hautnah geschildert. Die dargestellte Forschung trägt zu einem besseren Verständnis von Messies bei und regt zur Generierung weiterer Annahmen und zur Entwicklung eines Interventionskonzeptes an. Ich will zukünftig normal und frei als Nicht-Messie leben! Ein rechter Funke Wahrheit steckt drin, es kann eine träge Messie-Seele einmal richtig aufrütteln und ihr inneres Spiel entlarven, aber der Erfolg dürfte doch fragwürdig sein.

Für leichte Fälle speziell in Partnerschaften mag das Buch nützlich sein. Liebe Leserinnen und Leser Der letzte Monat des Jahres ist angebrochen und erfüllt uns mit weihnächtlichen Gedanken und mit geschäftigem Treiben: Grittibänzen, Weihnachtsguetsli, Geschenke, Einladungen usw.

Vielleicht wollen wir noch ein Jahresziel erreichen und einen Kasten oder eine Zimmerecke aufräumen, um das neue Jahr unbelastet er angehen zu können. Halt, wir haben uns doch vorgenommen nur kleine Ziele zu setzen, die wir in nützlicher Frist und mit genügend Energie umsetzen können. Der Vorstand von LessMess und das Redaktionsteam wünschen euch allen fröhliche Feiertage und einen guten Start in ein neues Jahr, das euch nur Gutes bringen soll.

Es sollen Institutionen, die mit Messies in Kontakt kommen können oder schon sind, angeschrieben werden, um sie über die Messie-Problematik zu informieren und zu sensibilisieren. Zudem wird in Zürich eine Messie-Tagung mit Fachleuten geplant. Dafür wurden schon erste Gespräche geführt, die sehr positiv verlaufen sind. Die involvierten Personen sind sehr an einer Tagung interessiert und planen nun die weiteren Schritte. Da eine solche Tagung Geld kostet und nicht über hohe Tagungskosten gedeckt werden soll, sucht der Vorstand potentielle Sponsoren.

November in Bern Thema: Mit seiner aufmerksamen, konzentrierten und zugleich lockeren und entspannten Art fällt es einem als Teilnehmerin leicht, sich wohl zu fühlen und ohne Vorbehalte mitzumachen.

In Gruppen von Personen lernten wir in kurzen Vorstellungsgesprächen die ersten Beteiligten kennen und übten dabei auch gleich aufmerksam zuzuhören. Auf die Frage nach konkreten schwierigen Situationen in unseren Gruppen kamen vor allem drei immer wieder auftauchende, den Gruppenprozess störende und lähmende Schwierigkeiten zur Sprache, auf die wir uns als lohnende Übungsbeispiele einigen konnten:.

Beim anschliessenden Durchspielen mit abgesprochen verteilten Rollen und nach genauem Beobachten und Beschreiben der jeweiligen Verhaltensweisen zeigten sich teils erhellende, teils unerwartete, teils auch recht erheiternde Einblicke sowohl für die Mitspielenden als auch für die Zuschauenden. Bei andern Lösungsvorschlägen als den gespielten wurden die Rollen gewechselt.

So ergaben sich je nach dem andere Reaktionen und Lösungsvorschläge. Ich bin überzeugt, dass viele von uns diese Art von Weiterbildungsangebot nicht missen möchten und sich bereits auf die nächste Möglichkeit zur Teilnahme freuen.

Ich hatte keine negativen Empfindungen. Ich war über meine eigene Stimme erstaunt und denke, dass sich Norma besser ausgedrückt hat. Ich wollte mich nicht outen, da ich eine Arbeitsstelle hatte.

Dies bewog mich, sehr vorsichtig zu sein, weil ich negative Konsequenzen befürchtete. Ich weiss, dass ich viele Sachen habe, z. Meist ist das Weggeben oder Entsorgen mit guten Gefühlen verbunden: Nach dem Zügeln habe ich eine Schachtel mit Briefen von meiner Mutter gefunden. Beim Lesen der Briefe musste ich weinen, weil mir so viele Erinnerungen wieder präsent wurden. Ich kann die Briefe trotzdem nicht wegwerfen und werde sie nochmals lesen — im Gegensatz zu meiner Schwester, die die gelesenen Briefe wegwerfen würde.

Am meisten belastet mich, dass ich eigentlich aufräumen will, aber oft blockiert bin und nicht einmal damit beginnen kann. Input vom Sonntag, 2. Wir stellen Ihnen jede Woche junge, talentierte Fotografen vor.

Fara Zetzsche, die den Alltag einer Familie mit "Vermüllungssyndrom" dokumentiert. Neben den drei Siegerfotos im ' Unicef-Foto des Jahres ' fanden sieben weitere eine ehrenvolle Erwähnung - darunter von Fara Zetsche ein Foto aus der oben beschriebenen Messiefamilie.

Der dortige Kommentar zu den Fotos tönt leider schon nicht mehr so wertfrei: Nehmt euch die Warnung von Klaus Klages zu Herzen: Sammeln von Engeln, Elefanten, Puppen, Büchern, usw. Brief an eine Freundin Liebste Freundin, Ich erinnere mich noch daran, als wäre es gestern gewesen — damals, vor dem Brockenhaus, als ich eine Autoladung voll Utensilien aus meinem Haushalt fortbrachte. Möglicherweise hält sich der ein oder andere auch ein wenig länger am Firmament der Leistungsgesellschaft - das ist ja durchaus möglich.

Irgendwann beginnt dann alles wieder von vorne: Diese Ähnlichkeit drängte sich mir geradezu auf. Leider verschloss die Masse der Bürger die Augen. Nicht nur die erniedrigenden Hartz-Gesetze, auch die Ausnutzung von Praktikanten wurde von der Mehrheit ganz offensichtlich akzeptiert. Nach dieser Studie waren fast 50 Prozent der von Hochschulabsolventinnen und - absolventen durchgeführten Praktika unbezahlt und dauerten im Durchschnitt fünf Monate. Ich fand das nicht akzeptabel.

Ich denke, es war wie immer: Solange es nicht der eigene Arsch ist der brennt, kümmert sich niemand darum. Bedauerlicherweise schafft der nicht tangierte Bürger auf diese Weise ein Klima der Duldung für massive Eingriffe in Bürger- bzw. Menschenrechte - nicht nur von Erwerbslosen. GmbH Dortmund natürlich auch noch zustimmen musste. Erwerbssuchende - ein Schwerstverbrecher!

Das Perfide ist jedoch, dass allen von klein auf gesagt wird: Jeder kann es schaffen, wenn er sich nur intensiv bemüht. Diese verbale Motivationsspritze gilt für so viele Lebensbereiche. Dennoch steckt eine dreiste Lüge in der Aussage.

Denn nicht alle können beispielsweise Führungskräfte oder Unternehmer werden. Nach Oben hin wird die Luft immer dünner. Uns Teilnehmern bei der c. GmbH Dortmund wurde die gleiche Motivationsmöhre vor die Nase gehalten.

Mit solchen Sätzen wird gern deutlich gemacht, dass diejenigen, die keinen Job haben, oder bekommen, halt selbst daran schuld sind. Sie haben sich eben nicht genug bemüht. Dies ist die Individualisierung des Scheiterns! Die Messlatte wird in einer Wettbewerbsgesellschaft zwangsläufig immer höher gelegt. Die Arbeitswelt ist dadurch autoritärer geworden als sie noch 10 oder 20 Jahre zuvor war. Das ist doch devinitiv kein gesellschaftlicher Fortschritt.

Und man darf sich durchaus die Frage stellen: Muss das denn sein? Es ginge auch anders. Zum Beispiel mit dem erwähnten bedingungslosen Grundeinkommen, wie sie der Prof. April auf die Frage ob das. Möglicherweise hilft der Klimawandel dabei. Es dauert vielleicht nur noch ein paar Jahrzehnte Der Vertrag zwischen mir und dem Weiterbildungsinstitut c. GmbH Dortmund kam wie befürchtet ganz flott mit der Post.

Da sich die Vetragsfreiheit aus Artikel 2 GG ableitet, konnte ich gar nicht glücklich damit sein, hier eine Unterschrift leisten zu müssen. Ich wollte eine Arbeit und ein Einkommen und kein Praktikum. Wenn ich meine Gefühle bei diesem grundgesetzwidrigen Zwang zur Unterschrift beschreiben soll, dann waren da in meinem Kopf Chaos, Wut, Hoffnungslosigkeit - ja, auch Hass.

Ich halte es für vollkommen normal, wenn man in dieser Situation sinistre Gedanken bekommt. Man braucht in Deutschland heute doch niemanden mehr zu foltern oder gar schlimmeres antun. Dann gibt man ihnen einen verblödenden Ein-Euro-Job, durch den die Trägergesellschaft auch noch gut verdient. Oder steckt sie in eine eher weniger als mehr sinnvolle, von der JobCenterARGE finanzierte, und für den jeweiligen Träger noch wesentlich lukrativere, Trainings- bzw.

Dort werden den Zwangsteilnehmern ihre evtl. Auch Kritiker des Mainstreams, also dem heutigen Neoliberalismus, müssen erst gebrochen werden! Dies alles geschieht in der Armutsindustrie, die sich heute den Millionen Erwerbslosen annimmt. Dann wird die Umerziehung zum wertschaffenden Faktotum zur psychischen Folter. Die Politiker der etablierten Parteien spucken ihm dabei im übertragenen Sinne ins Gesicht.

Ich halte dies für schikanös und für eine staatsrechtliche Spielform des Sadismus. Meine Gefühlswelt an diesem Tag war nicht im Geringsten das, was man ausgeglichen nennen könnte, als ich mich auf den Weg machte.

Die Tür stand offen. Als ich in den Raum blickte, guckte ich mir gleich wieder den nettesten Typen aus, neben dem ich mich setzen konnte. Aber auch das hob meine Stimmung nicht. Ich war total niedergeschlagen.

Fühlte mich hilflos, leer und irgendwie allein gelassen. Den anderen Teilnehmern schien es ähnlich zu gehen. Sie starrten eher apathisch vor sich hin. In ihren Gesichtern konnte ich keine freudige Erwartung lesen. Nach und nach füllte sich der Raum. Die Leiterin der c. Da war er wieder. Dieses Praktikum diente ja nicht der beruflichen Orientierung oder der akademisch fundierten Qualifizierung.

Nein, wir sollten einfach nur arbeiten. Zur Belohnung bekam man lediglich theoretisch wenigstens eine Jobchance. Heute bekommt man keinen Job, heute bekommt man eine Chance auf einen Job. GmbH Dortmund, waren eine unglaublich heterogene Truppe, und sollten nun für fünf Monate kostenneutral für die Unternehmen schuften. Nicht nur ich war über die meiner Ansicht nach arbeitsmarktpolitische Ungeheuerlichkeit die hier ablief empört.

Die meisten fügten sich nach und nach in ihr Schicksal. Bei mir jedoch hielt sich diese Empörung am längsten. Die Dinge passten einfach nicht in mein Weltbild.

Zum feinen aber wichtigen Unterschied, hier ein Blick auf: Zeigt sich ein Kandidat nicht willig, so unterstellt man ihm mangelnde Leistungsbereitschaft und droht ihm mit der Kürzung, respektive dem Entzug, seiner üppigen Existenzsicherung damals noch Euro. Die Nazis sagten früher: Ein Schelm, wer hier eine Ähnlichkeit sieht! Wenn es sogar erzwungene Praktika als sozial hinstellt, weil doch gütigerweise Arbeit geschaffen wurde? Narürlich war das die falsche Frage. Die richtige hätte lauten müssen: Dafür bin ich ja viel zu wissbegierig, viel zu neugierig.

Das liegt in meiner Natur. Neue Dinge zu lernen gibt mir einen Kick, macht mir Freude. Aber was ich lerne, das möchte ich immer noch selbst bestimmen - sonst komme ich mir vor, wie zur Reprogrammierung abkommandiert um meine wirtschaftliche Nutzbarkeit und Verwertbarkeit zu erhöhen.

Die viermonatige theoretische Phase brachte mir als studiertem Wirtschaftsingenieur, wie zu erwarten war, nichts Neues. Ich musste langweilige Wiederholungen über mich ergehen lassen. Da hätte ich auch zu Hause in meine Bücher schauen können. Eine der auf Honorarbasis arbeitenden Lehrkräfte war zwar ziemlich humorvoll, so dass ich diese Stunden recht entspannend fand. Aber das tröstete mich nicht über die Grundsituation hinweg.

Ebensowenig brachte die Computerschulung. Lediglich die Handouts waren für uns nützlich. Geschätzter Marktwert je Exemplar: Das Pimpen der Bewerbungsunterlagen war zwar durchaus sinnvoll, aber dafür hatte es auch ein Tage-Crash-Kurs getan. Das war natürlich nur vorgetäuscht und ich kannte seine verneinende Antwort auch bereits im Voraus.

Mir ging es jedoch darum den anderen Teilnehmern vor Augen zu führen, dass zwar über 4. Den Teilnehmern Euro für Garderobe zu geben, wäre sicherlich eine nachfrageorientierte Vorgehensweise.

Heute beherrscht jedoch die angebotsorientierte Form unser Wirtschaftsleben. Klar, dass ich nicht widerstehen konnte. Ich konnte doch mein ketzerisches Mundwerk nicht halten. Ich sagte ihm, dass ich dieses System der Weiterbildungsbranche und der vorgesehenen Praktikantenzuschanzung durchaus durchschaut hätte.

Das ich durchaus wüsste, dass der Arbeitsmarkt uns, mit unseren unterschiedlichen und oft multiplen Defiziten, nicht wirklich braucht. Nach diesem Besuch durch Herrn Ö. Ein Nachhaken durch wen eigentlich?

Man sei dann mit ihm zum Therapeuten gegangen, der ihm dann Pillen verschrieben hätte. So läuft das also: Wer nicht spurt, dem droht man mit psychiatrischer Zwangs- Behandlung. Das war wirklich ein starkes Stück. Ein gesundes Misstrauen ist doch im Hinblick auf über Jahre Arbeitnehmergeschichte, mit den vielen Arbeitskämpfen um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne vollkommen normal.

Leider passt man auch heute die Arbeitsprozesse nur ungern den Bedürfnissen der in diesen Prozessen tätigen Menschen an. Man passt die Menschen den Arbeitsprozessen an und bezeichnet dies als Optimierung. Wer in diesen Arbeitsprozessen durch Erschöpfung Symptome von Schwäche zeigt, dazu gehört auch Zynismus, Bitterkeit, Gleichgültigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, dem wird ganz unverhohlen empfohlen sich psychotherapeutisch und psychopharmakologisch behandeln zu lassen um seine individuellen sozialen und beruflichen Kompetenzen zu erhöhen.

Um den Anforderungen der Wirtschaft heute zu genügen, betreiben immer mehr Arbeitnehmer, und sogar schon Studenten, freiwillig Neuro-Enhancement um ihr Verhalten zu optimieren.

So kann man auch Märkte generieren. Unser Personalentwickler, Herr B. Er trank ein Glas Wasser halb leer und fragte, wer lieber sagen würde, dass das Glas halb leer sei und wer eher meinte, das Glas sei halb voll. In Punkto Selbstmotivation sparte er ebenfalls nicht an der oberflächlichen Argumentation wie die professionellen Motivationstrainer bei denen die Leute am Ende der Veranstaltung glückselig lächelnd den Saal verlassen.

Diese durften meist zuvor horrende Eintrittspreise bezahlen. Selbstdarstellung und freie Rede wurde geübt. Dies kannte ich aus dem Studienfach Rhetorik und man kann es eigentlich nicht oft genug üben.

Adäquates Verhalten in diversen Situationen und in der Gemeinschaft wurde ebenso besprochen wie situationsgerechte Kleidung. Nun ja, die wenig abwechslungsreichen Hawaihemden des Herrn B. Auch wenn es Mai und recht warm war. Obwohl wir keinen Punk, Tattoofreak etc. Bringt halt Füllstoff in den Vortrag. Eine etwas fülligere Dame unter uns, wurde sogar mit Tipps für eine ausgewogene Ernährung versorgt.

Und Buchhinweise gab es natürlich auch. So sinnvoll, wie manche Dinge ganz sicher sind, ist die erzwungene Situation in der solch ein Training stattfindet, eine unangenehme. Man sei an seinem Schicksal selbst schuld.

Mit ein bischen Mühe klappt es schon mit einem Job oder wie hier, mit einem Praktikum. Das Problem wird individualisiert, die Verantwortung der Gesellschaft auf den Einzelnen übertragen.

Und dazwischen schwingt permanent mit: Erwerbslose muss man re- sozialisieren! Dazu fällt mir der Satz vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten. Er hatte aber einen gut bezahlten Job. Übrigens habe ich die ganzen Monate dort bei der c. GmbH Dortmund nichts gegessen. Also, 20 Euro für ein Büchlein wären sinnvoller angelegt gewesen. Stattdessen bekamen wir furchtbar schlecht kopierte Fotokopien sukzessive ausgeteilt.

Wer nicht anwesend war musste zusehen, wie er an die Zettel kam. Dilletantischer und wertloser ging es nun wirklich nicht mehr!

Unter Anleitung von Personalentwickler K. Die meisten Teilnehmer stimmten für diesen kurzen, aber meiner Meinung nach viel zu devoten Slogan: Auf dem Gang zwischen dem Seminarraum und dem Computerraum sagte er unter vier Augen zu mir: Ich wollte nicht zu den Idioten gerechnet werden. Als zweiten Part sollte, neben dem Flyer, eine Homepage entwickelt werden mit dem gleichen anbiederndem Ziel, incl.

Abrufmöglichkeit für jedermann von Details und Lebensläufen der Teilnehmer. Wir meldeten die Internetadresse www. Es wurden bestimmte Formulierungen im Anschreiben empfohlen. September bis zum Januar ihr Team im Rahmen eines 'Training on the Job' kostenneutral verstärken. Ich hatte starke Zweifel, dass wir mit derartigen Anschreiben überhaupt für vollgenommen wurden.

Aber darauf kam es anscheinend niemanden an. Irgendwann im Laufe des Tages, kam man auf die angeblich häufig nicht ausbildungsfähigen Azubianwärter zu sprechen und ich meinte dazu, dass man dies auch unter einem etwas philisophischeren Aspekt sehen könnte und doch in den Fokus der Betrachtung rücken sollte, dass wir als Menschen nur auf Basis von Chemie arbeiten.

Es sei doch inhuman von der Wirtschaft, die Menschen allein auf ihre Arbeitsfähigkeit zu reduzieren, die zudem noch wie Maschinen funktionieren sollen. Mai beim Radiosender WDR 5 gegen Dies ist aber ein ganz typisches und immer wieder anzutreffendes Verhaltensmuster: Man übe eine durchaus angebrachte leichte Kritik an den herrschenden Verhältnissen - hier an der neoliberal geprägten, allein auf Wirtschaftlichkeit fokussierten Arbeitswelt - und hinterfragt deren Auswirkungen, und schon kommt da so eine verstaubte Keule aus der rechten ideologischen Ecke angesaust mit dem Ziel einen zu treffen und in die Knie zu zwingen.

Erinnert mich irgendwie an so alte Sprüche wie: Platter ging es nicht. Auf der Webseite der FAZ stand: Er bezieht ungerechtfertigterweise staatliche Leistungen und verweigert zugleich Steuern und Sozialabgaben. Am frechsten war die Schlussfolgerung: Ausweitung auf ganz Deutschland und auf alle von Schwarzarbeit betroffenen Branchen ist dringend geboten. Offenbar ging es um ganze andere Dinge: Zurück zu den Praktika: Wären freiwillige Praktika nicht besser? Man hätte doch durchaus eine Regelung finden können um den Erwerbslosen zu sagen: Seht her, es gibt die Möglichkeit in der Wirtschaft Praktika zu absolvieren, zum Beispiel für vier Wochen.

Unternehmen und Kandidat haben somit die Möglichkeit sich kennenzulernen. Man hätte auch sagen können, wenn euch etwas nicht behagt, dann könnt ihr jederzeit ohne Sanktionen wieder aufhören. So wären schwarze Schafe und menschenverachtende Verhaltensweisen bei den Unternehmern leicht auszuschalten. Genau dies wurde aber bewusst nicht gewünscht und damit bewusst nicht ermöglicht.

Der Grundsatz im deutschen Recht: Dazu gibt es ein Urteil vom Sozialgericht Aachen: Für mich ist es eine Form von Gewalt, wenn ich gegen den Willen von einem anderen Menschen etwas mache. Dies war so die Zeit, in der ich anfing über einige Fragen ernsthaft nachzudenken. Ja, über sehr viele Fragen sogar. Warum nur werden erwachsene Menschen von der Arbeitsagentur derart gegängelt?

Warum nur derartig entmündigt? Warum wird in Deutschland immer und nahezu alles komplett unethisch gemacht? Selbst, wenn es gut gemeint ist? Gut gemeint für wen? Ausbeuter und Menschenschinder haben dadurch doch freie Hand. Muss dieses so sein? Ja, offenbar sollte dieses genau so sein. Der Dumme bei solchen Geschichten, da komplett dem Wohlwollen des Unternehmers ausgeliefert, beispielsweise wegen dem Druck mit dem Praktikumszeugnis, ist mal wieder der Erwerbslose als schwächstes Glied in der Kette.

Als ob das nicht auch besser ginge. Warum nur tun sich diese Politiker in diesem Land so schwer den abhängigen Menschen die Freiheit zu geben selbst zu entscheiden? Warum geben sie Unternehmern freie Hand in jeder Beziehung? Warum erfolgt keine Steuerung des ordnungspolitischen Rahmens nach ethischen Gesichtspunkten? Sind sie nur Handlanger der Kapitalbesitzer? So langsam begann ich mich noch intensiver um Wirtschaftspolitik zu kümmern.

Denn Mitte begannen bereits einige Wolken an den Finanzmärkten aufzuziehen, die so dunkel waren, dass auch dem Blauäugigsten hätte mulmig werden müssen. Das sich Deutschland laut Transparency International auch im Jahr , wie im Jahr zuvor, wieder auf Platz 14 der weltweiten Korruptions-Rangliste befand, ist doch wirklich bemerkenswert.

Das Wirtschaftsingenieurwesenstudium kratzte da ja nur an der Oberfläche und war mehr ver deckend als auf deckend. Es galt zu schauen, wem wirtschaftspolitische Entscheidungen und die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen monetär dienen. Wer profitiert von den Deregulierungsbestrebungen, den Privatisierungen, der Entrechtung der Arbeitnehmer, der Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse usw.? Wie verändern beschlossene Gesetze die Vermögensverhältnisse der Gesellschaft, wie zersetzen sie den Zusammenhalt, die Solidarität der Bevölkerung?

Wer glorifiziert den Marktmechanismus und verachtet den Sozialstaat sowie kapitalinteressenbeschränkende Regeln? Nun erst hatte ich einen detaillierteren Überblick und konnte Entwicklungen, auch in der Arbeitsmarktpolitik, mit den Interessen der Kapital- und Vermögensbesitzer korrelieren.

Die Flyer kamen aus der Druckerei und wurden umgehend versandt. Flyer zur Versendung an Unternehmen Natürlich wurde durch diesen Flyer die Wirtschaft gefördert, das liegt auf der Hand.

Zumindest die Papierindustrie, die Druckerei und die Post haben Umsatz gehabt. Aber auch die Computerindustrie und die Energiewirtschaft partizipierten von unserer Nonsensarbeit. Alles also eine Art Wirtschaftsförderung. Er fragte locker und lässig in die Runde, wer denn schon einen Praktikumsplatz in Aussicht hätte. Zwei Personen meldeten sich, worüber Herr B.

Somit hatte ich mit meiner anfänglichen Vermutung also vollkommen Recht! Uns wurde erklärt, dass man flexibel sein solle was die Praktikumsstelle angeht. Nicht fixiert sein auf eine Sparte, einen Tätigkeitsbereich.

Ich kann mich doch nicht ständig neu orientieren und ziellos rumeiern wie eine Kompassnadel im Bermudadreieck - irgendwann muss ich ja mal meine Linie finden. Eine Dame einer zwei-Leute-Franchisenehmeragentur besuchte uns vormittags. Sie benötigte einen fünften! Eine avisierte Übernahme erschien jedem von uns als unglaubwürdig.

DAS fand ich plötzlich spannend! Dies wurde von den Teilnehmern recht unterschiedlich von , mehrheitlich jedoch mit weniger als fünf laufende Bewerbungen angegeben. Ich wandte ein, dass ich die Bewerbung auf eine Festanstellung vorziehe, da doch angeblich die Wirtschaft boomen und Fachkräfte gesucht würden.

Jemand erwähnte, er hätte bereits einen Praktikumsvertrag unterzeichnet bei einer Firma über die er durch Beziehungen gekommen sei, worauf Frau F. GmbH Dortmund und dem jeweiligen Unternehmen geschlossen werden. Wir waren also definitiv nur Arbeitssklaven - da hatten wir es! Unseren Herrn durften wir nur bedingt wählen. Und auch nur, solange die Theoriephase lief.

August, so drohte Frau F. Ich bezweifelte, dass von denen schon mal jemand etwas von Artikel 12 unseres Grundgesetzes gehört hat. Plötzlich waren alle Teilnehmer hellwach. Wir warteten gespannt auf die Antwort.

Lapidar sagte Frau F. Uns fiel auf, dass ihr absolut bewusst war, wie sehr man uns verarschte, aber sie taten es alle ohne jegliche Scham. In welchen archaischen Zeiten leben wir eigentlich - Scotty, beam me up! Uns wurden in den nächsten Wochen noch mehr Praktikumsstellen vorgeschlagen als zuvor.

Der Aushang war vollgepackt. Ich bewarb mich nur widerwillig auf ausgewählte Stellen. Daneben hatte ich laut Eingliederungsvereinbarung ja noch mindestens vier Bewerbungen pro Monat zu schreiben. Ein Vertrag zwischen mir und der c. Also, unter einem Vertrag verstehe ich etwas anderes.

Fakt ist - ich gab zu keinem Zeitpunkt eine Verpflichtung ab, mich Unternehmern in Bewerbungen um ein Praktikum anzubiedern. Aber mir blieb nichts anderes übrig, als das bittere Spiel noch eine Weile mitzuspielen.

Ich - engagierte - möchte - Einsatzbereitschaft - meine - Herausforderung - durch - annehmen - Persönlichkeit - die - Ziele - Ihres - innovativen - Unternehmens - meine - Kenntnisse - meine - und - umzusetzen - fachlichen - gewinnbringend. Mit dieser tollen Aufgabe für Debile, durften sich nun 24 Akademiker einen Vormittag lang beschäftigen. Alles sträubte sich in mir, solch einen Irrsinn mitzumachen und so brillierte ich nicht damit, als einer der ersten die Lösung gefunden zu haben.

Eine ältere Dame war sogar richtig happy. Spätestens da wurde mir klar, dass ich irgendwie anders bin. Dort wurde ein Beschäftigungsträger gezeigt, bei dem Spielzeugspenden auf Funktionsfähigkeit und Vollständigkeit für eine mögliche Weitergabe an Bedürftige geprüft wird. Dort sind auch gespendete Puzzlespiele zu testen.

Da schwärmte eine leitende Person ganz stolz: Wir haben es echt weit gebracht. Bedauerlicherweise finden sich immer genug Menschen, die so etwas bereitwillig mitmachen. Ein Schnüffler bei mir zu Haus Oops, ich wurde schriftlich zur Klärung einer leistungsrechtlichen Angelegenheit zur Leistungsabteilung der Arbeitsagentur gebeten.

Gelegentlich malte ich mit Ölfarben ein Bild, fertigte ein Objekt oder eine Skulptur an. Dies war entspannend und produktiv. Das machte ich bereits seit dem Jahre Und es hilft einem, wenn man innere Wut in etwas Positives umwandelt.

Aber leider stimmt der Spruch von Wilhelm Busch: Mit einem roten Punkt - wie in einer echten Galerie. Ich fuhr an diesem warmen Sommertag mit dem Fahrrad zur Arge. Richtung Stadteinwärts auf dem Radweg neben der vielbefahrenen B Der Gang auf der Etage der Leistungsabteilung war schmucklos und kahl.

Der Raum zu dem ich musste, war nicht schwer zu finden - alles gut durchnummeriert. Als ich an die Tür klopfte, wurde ich hereingebeten. Nachdem ich Platz genommen hatte, warf mir ein Herr S. Da ich dieses noch nicht gemeldet hätte, solle ich doch bitteschön darlegen, welche Einkünfte ich bisher aus selbständiger Tätigkeit erzielt hätte.

Dies versuche ich ja zu ändern. Darunter fallen auch selbst gemalte Ölbilder, Skulpturen, Objekte etc. Er verzog die Mundwinkel zu einem gequälten Lächeln und schnaufte. Zu den als verkauft gekennzeichneten Werken konnte ich, als erfolgloser Hobbykünstler, bestätigen, dass diese Werke noch in meinem Besitz waren. Mein Wort galt jedoch nichts. Zuvor musste ich jedoch ein Schriftstück unterschreiben, indem ich bestätigte, dass die Preise für die Kunstwerke am Markt noch nicht zu erzielen sind, sich die als verkauft gekennzeichneten Werke noch in meinem Besitz befinden, ich den Webauftritt selbst gestaltet habe und der in Anspruch genommene Webspace mir unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde.

Nur Fingerabdrücke wollte man nicht haben. Das kommt sicher irgendwann noch - alles nur eine Frage der Zeit, dachte ich. Als ich 20 Minuten später, etwas aus der Puste gekommen, ankam, wartete er bereits in seinem Wagen vor meiner Haustür.

So viel Einsatz wäre bei der Steuerfahndung wünschenswert. Daher habe ich auch in allen Räumen an den Wänden meine Bilder und Objekte hängen. Dabei entging mir nicht sein prüfender Blick auf das Bett in meinem Schlafgemach und auf den Zahnputzbecher mit den verschiedenen Zahnbürsten im Bad.

Er fragte jedoch nicht danach, warum dort mehrere drin steckten. Auch darauf hätte ich ihm eine plausible Antwort geben können. Natürlich habe ich kein Atelier, bestenfalls ein Wohnraumatelier. Penibel wie ich bin, lagen auch keine mehr oder weniger ausgequetschten Farbtuben und farbverschmierte Pinsel und Lappen herum, wie man sich einen Schaffensort eines Künstlers so vorstellt.

Warum einige Kunstwerke als verkauft markiert sind? Wie sieht das denn sonst aus Hätte ich jedoch Einnahmen erzielt, hätte ich sie selbstverständlich der Leistungsabteilung gemeldet.

Klar, dieser permanente Druck ging auch an mir nicht spurlos vorüber. Ich bin darüber recht grau geworden. Auch hatte ich damals darüber nachgedacht, wie schnell man doch durch eine Sprung vor den nächsten herranrollenden 40 Tonner sich dieser demütigenden Schikane hätte entledigen können.

Aber hätte eine derartige Aktion die Helfershelfer oder gar die Architekten der menschenverachtenden Hartz-Gesetze irgendwie tangiert? Ich denke sie hätten nur gesagt: Kurz danach hat sich die Suizidrate auf sechs pro Tag verdoppelt. Ich selbst bin da eher der Typ der vorher ordentlich auf- beziehungsweise abräumt, so dass es sich für mich lohnt und gehörig rappelt im Karton.

Arsch mit Arm Damals habe ich die Welt lieber mit einem Kunstwerk beglückt: Andere vorbereitete Etiketten tragen die Aufschrift: Bei solchen Gipsaktionen die entsprechenden Körperpartien vorher guuut enthaaren und eincremen.

Sonst ziept es ganz ordentlich. Ach ja - der Gips wird beim Erhärten angenehm warm. Inklusive einem fünfmonatigen Praktikum. Alles auf Steuerzahlerkosten also. Ich hielt es für eine ebenso fragwürdige Geschichte wie bei der c-GmbH, bei der die Weiterbildung eher eine Tarnung zu sein schien, um auch hier jedes Jahr aufs Neue erwerbssuchende Menschen einer Beschäftigungstherapie ohne akademischen Anspruch zu unterziehen.

Ähnlich wie bei den Unternehmen F. Gelernter und zertifizierter Praktikant. In Summe entfallen gerade durch diese Praxis viele Normalarbeits- verhältnisse. Auch wenn der Praktikant am Ende doch einen Job bei dem Unternehmen bekommt, bei dem er das Praktikum absolviert hat, so musste er zuvor für eine gewisse Zeit dem Unternehmen billig bis kostenneutral zur Verfügung stehen.

Die Praxis mit den Parktika machte auch vor den Schulabgängern nicht halt. Statt, wie früher, eine Ausbildungsstelle nach der Schulzeit zu bekommen, dürfen sich heute viele zuerst in ein Praktikum einbringen. Manche können eine ganze Reihe davon vorweisen. Begründungen für die Sinnhahftigkeit, gibt es viele, keine Frage. Unzählige Menschen im Land, durften sich in den letzten Jahren in Praktika verdingen. Wer Pech hatte, dem wurden bestenfalls die Fahrkosten erstattet.

Vielen erging es auch nicht besser. Die Besten werden schon an der Uni abgeworben. Die zweite Reihe benötigt etwas Zeit für die Jobsuche. Der übrig gebliebene Rest und die ehedem Geschassten, durften für die Weiterbildungsbranche instrumentalisiert werden — natürlich zu hohen Kosten — auf Kosten der Steuer- und Beitragszahler.

Die Dozententätigkeit wurde oft lediglich niedrig vergütet. Die Geschäftsführung dafür umso üppiger. Diese Form der Wirtschaftsförderung trägt eine neoliberale Handschrift.

Natürlich schaffen immer einige besonders Engagierte aus einem Praktikum den Sprung in eine feste Stelle - die Möglichkeit besteht tatsächlich. Also für den einen oder anderen gab und gibt es dieses sogenannte Sprungbrett schon. Gerade dies wird ja in der Diskussion immer vorne angeführt, damit dieses Instrument seine Existenzberechtigung erhält. Wer erst einmal mehr Praktika, Weiterbildungen, Arbeitsgelegenheiten usw.

Für die Wirtschaft war es das bestimmt. Die Tage bei der c. GmbH Dortmund wurden hektischer. Die Rechner im viel zu kleinen Nebenraum waren schon ganz früh zur Stellenrecherche besetzt.

Der Papierdurchsatz des Druckers erhöhte sich rapide. Wir waren richtig busy. Es standen Vorstellungstermine an. Wir mussten ordentlich strampeln und Leistung zeigen. Wer bockte, wurde von den Personalentwicklern und den Angestellten in die Mangel genommen. Immer so, dass möglichst viele auch genug mitbekommen. Scham und Angst wurde unser Antrieb. Ich hatte ein erstes Vorstellungsgespräch bei einem innovativen Unternehmen im Technologiepark Dortmund.

Hier hätte ich gerne ein Praktikum gemacht - auch fünf Monate - weil mich die Produkte interessieren und Chef wie Personaler ganz okay zu sein schienen. Leider ist daraus nichts geworden, jemand anderes wurde vorgezogen.

Tja, man kann halt nicht immer gewinnen. Natürlich habe ich in diesen Monaten etliche Bewerbungen auf reguläre Stellenangebote geschrieben, ganz klar. Diesem Wahnsinn durch die Annahme einer regulären und sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstelle entgehen zu können, diese Chance wollte ich natürlich nutzen.

Ich hatte mal wieder ein Vorstellungsgespräch! Zwei Tage später wurde ich angerufen und zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Ein detaillierter Arbeitsplan wurde mir gereicht. Arbeiten wie in einem bezahlten Job. Die Frage, ob es denn eine Vergütung während der fünfmonatigen Praxisphase gäbe, wurde verneint.

Also kein Geld - noch nicht mal einen Zuschuss zum Kantinenessen, stellte ich fest, als ich diesbezüglich nachhakte. Der fette, feiste Personalchef mit dem glänzenden Mondgesicht beugte sich vor. Seine Arme sanken so schwer auf den Tisch, dass dieser leidvoll knarzte. In einer deutlich wahrnehmbaren, ganz offensichtlich gierigen, geradezu hörbar händereibenden Art, sagte er zu mir: Mein erster Gedanke war: Wie tief, menschlich gesehen, kann ein Personalchef eigentlich sinken?

Meine Erschütterung konnte ich verbergen, aber nicht meine Gedanken für mich behalten. Es platzte geradezu aus mir heraus: Meine Frage, ob es denn nach der Praxisphase die Möglichkeit der Übernahme gibt, wurde umgehend verneint. Ich sagte, dass ich bei einer dreimonatigen Praxisphase dies möglicherweise noch hinnehmen könne - so wie es auch in dem SGB III stehe und auch ein Gericht dies noch im März bestätigt habe, jedoch bei einer fünfmonatigen.

Zurverfügungstellung von Arbeitskraft eine geringe Vergütung sicher motivierend wäre. Irgendwie fand ich das nett und höflich formuliert. Mit soviel Widerstand hatte er offenbar gar nicht gerechnet. Da ich zuvor jedoch die Webseite besuchte, wusste ich, dass dort acht Positionen für Akademiker vakant waren. Mit der Gewissheit, derart verarscht zu werden und noch nicht einmal die Möglichkeit einer festen Anstellung in Aussicht gestellt zu bekommen, ging ich nicht weiter auf das tolle Praktikumsangebot ein.

Man verabschiedete sich recht kühl. Die Situation erinnerte mich an die Inquisition. Nur die Foltermethoden haben sich geändert. Man wünschte mich in der Mittagszeit zu sprechen. Mein Fallmanager, der Herr K. Ich wurde gefragt ob ich etwas trinken wolle.

Mein Wunsch nach einer Tasse Kaffee wurde erfüllt. GmbH Dortmund zu reden. Ich solle gesagt haben: GmbH Dortmund arbeite am Rande der Legalität. Wohl, weil ihm klar wurde,. Erstaunlich war der gemachte Aufstand dann natürlich nicht. Gibt es hier in der Nähe etwa ein Wespennest? Hatte ich etwa einen blanken Nerv getroffen?

Leistungsstreichung und damit die Vernichtung meiner wirtschaftlichen Existenz schwang im Raum. Ich musste mich nun verteidigen, erzählte den Sachverhalt und erwähnte, dass es bei der Dortmunder Firma L. Es ging lediglich um einen Praktikumsplatz. GmbH Dortmund ja bei 80 Prozent. Sorry, aber mir wurde berichtet, wie diese Zahlen zustande kommen - jeder Abgang in sozialversicherungspflichtige Arbeit wird als Erfolg verbucht, unabhängig davon, wie und durch wen er zustande kommt.

Da die Aspiranten Geld verdienen wollen - ist für sie jeder schlecht bezahlte Job besser als ein unbezahltes Praktikum mit ungewissen Zukunftsaussichten. Also wird jede Möglichkeit ergreifen um kein Praktikum absolvieren zu müssen.

Für die Erfolgsquote von 80 Prozent musste die Beschäftigung nur sechs Monate andauern - mehr nicht. Auch ich hätte diese Chance genutzt, wenn sie sich mir geboten hätte. Dennoch wollte ich nicht glauben, dass für diesen Zweck jedes Mittel geheiligt werden durfte. Aus der Erwerbslosenstatistik verschwand übrigens auch die junge Dame, die sich einige Wochen zuvor, an ihrem Geburtstag, auf dem Weg zum Praktikumsplatz früh morgens mit ihrem Wagen um einen Baum gewickelt hat.

Viele von uns Teilnehmern bei der c. GmbH Dortmund sprachen darüber, ob es sich bei diesem Unfall um einen möglichen Suizid handeln konnte. Wir hielten dies durchaus für vorstellbar, nachdem, was wir erlebten. Wir Akademiker wurden und werden offenbar nicht gerade für voll genommen.

Das sieht man ja schon daran, dass die Personaler Rückmeldung geben, dass man Auskunft über unser Auftreten und unser Denken erteilt. GmbH Dortmund unterhielt, war intensiv geknüpft - die Bande war offenbar stark. Man vertraute sich, man sprach sich ganz offensichtlich intensiv ab und über die Teilnehmer aus. Von mafiösen Strukturen möchte ich natürlich nicht reden, aber sie kommen einem in dieser Situation unweigerlich in den Sinn.

Bezüglich der fünf Monate Praxisphase sagte sie, dass ich ja einen Vertrag unterzeichnet hätte. Die drei Personen schauten sich ein wenig irritiert an. Aber ich hatte gar nicht vor den Kotau zu machen. In Anbetracht der drängenden Zeit, die Theoriephase lief ja Ende August ab, verlangte man von mir in den nächsten Wochen intensivste Bemühungen um einen Praktikumsplatz - Bundesweit! Die mir servierte Tasse Kaffee hatte ich in der ganzen Zeit nicht angerührt.

Der Kaffee war mittlerweile genauso erkaltet wie das Klima im Raum. Stellt man Menschen eine Aufgabe die nicht, oder vermeintlich nicht, lösbar ist, so unterliegen sie psychischem Druck. Jeder geht damit anders um. Von uns konnte ihr niemand helfen.

Auch andere wurden massivst unter Druck gesetzt. Es gab reichlich Krankmeldungen. Zwei Stunden später berichtete ich unserem Personalentwickler, dem Herrn B. Er lief mir im Hause über den Weg. Er hielt die Vorgehensweise der c. Mittlerweile fühlte auch er sich unwohl in seinem Job bei der c. GmbH Dortmund und beeilte sich zu erwähnen, dass er doch, wie ich ja wüsste, schon immer sozial eingestellt war und sei.

Letztendlich ging und geht es nur um kostenlose Arbeitskräfte für die Wirtschaft - wer nicht mitspielen will, wird fertig gemacht! Es geht um einen Milliardenmarkt! Der Unternehmerschaft kostenlos zu Diensten zu sein. So viel Christlichkeit ist doch überwältigend!

Innerlich enorm aufgewühlt und auch verärgert darüber, dass man ganz bewusst mit uns dieses üble Spiel trieb, fuhr ich an diesem Tag zur c. Als ich dort angekommen umgehend ins Büro schritt und Frau M.

Ich klärte sie darüber auf, woraufhin sie, ohne mir ins Gesicht zu sehen, meinte: Ich empfand es als eine nicht zu überbietende Respektlosig- keit, eine Unverschämtheit.

Auch ihre Weigerung, sich nicht mit der möglichen ethischen Verwerflichkeit ihres eigenen Handelns befassen zu wollen. Die Bundesagentur für Arbeit hat Fehlverhalten bei der Praktikavergabe eingeräumt. Sie hat also die eigenen Gesetze gebrochen. Beziehungsweise sich nicht an sie gehalten. Das darf man getrost unterstellen. Ich habe die Texte des SWR und die ver. Darauf entgegnete sie furztrocken: Man wollte also nicht mit mir über dieses Thema reden.

Natürlich war ich ein Querulant. Unter diesen Umständen sogar recht gerne. Als ich am darauf folgenden Tag im Büro nachhakte, wurde mir dann mitgeteilt, dass ich mich am Montag den September bei meinem Fallmanager melden sollte. Man hätte mein Erscheinen telefonisch angekündigt.

GmbH Dortmund hätte ihm mitgeteilt, dass ich nicht kooperativ sei und sie keinen Sinn darin sähen, dass ich mich weiterhin bemühen würde. Das man richtig sauer auf mich war, war nicht zu übersehen. Das Büro meines Fallmanagers war verschlossen. Ich klopfte an die Nebentür und fragte nach Herrn K.. Ich erfuhr, dass mein Fallmanager angeblich Urlaub hatte. Der Vertreter war merkwürdigerweise auch nicht zugegen.

Ich solle am Empfang einen neuen Termin vereinbaren, wies man mich an. Ich ging also wieder hinunter zum Empfang, um mir einen neuen Termin geben zu lassen.

Irgendwie brauchte sie eine Weile. Eine verdächtig lange Weile. Es schien viel Text auf dem Monitor dort zu stehen. Sie las ihn bedächtig.

Ich schaute sie fragend an und sie sagte mir, im Computer stünde: Aber sooo lange für einen einzigen Satz? Ich durfte also davon ausgehen, dass dort ein ganzer Bericht stand. Natürlich wollte ich diese Aussage so nicht akzeptieren und beeilte mich zu sagen, dass das Fehlverhalten nicht auf meiner Seite lag. Aber das schien die Dame nicht zu interessieren. Sie gab mir einen Termin für den Bei mir verstärkte sich der schon länger bestehende Bruxismus. Das hat richtig Zahnschmelz gekostet.

Mein Zahnarzt freut sich jedesmal wie Bolle, wenn ich zu ihm komme. So zermahlen sind meine Zähne. Per Einschreiben kam die Aufforderung zur Stellungnahme über mein angeblich vereinbarungswidriges Verhalten während der Theorie- phase bezüglich der Praktikumsplatzsuche. Ich hätte aktiv verhindert einen Praktikumsplatz zu bekommen, womit der Tatbestand für den Eintritt einer Absenkung oder Wegfalls des Arbeitslosengeldes II gem. Das Instrument zur Erniedrigung und wirtschaftlichen Vernichtung von Menschen.

Der Paragraf der den Erwerbslosen Gehorsam gegenüber Arbeitgebern lehren soll. Der ihre Aufmüpfigkeit, ihren Widerstand brechen, den letzten Rest ihrer Würde nehmen soll.

Der es ihnen unmöglich macht, Lohn und Gehalt mit einem Arbeitgeber frei auszuhandeln. Mir wurde die Gnade erwiesen, mich schriftlich bis zum In dieser Gesellschaft gilt der Grundsatz: Keine Strafe ohne Schuld. Warum wurde ich mit Freiheitsentzug bestraft? Im Umkehrschluss bedeutet dies, erwerbslos zu werden ist offenbar eine strafbare Handlung die sanktioniert werden muss. Damit wären wir wieder bei dem offenen Strafvollzug , wie der dm-Drogeriekettenbesitzer Götz W.

Es kam, wie es kommen musste. Das, was ich in der Anhörung geschrieben hatte, sei nicht relevant, beschied man mir. Die Aktenlage sei eindeutig. Das war blanker Unsinn. Das wussten alle Beteiligten. Also wollte ich die Sache auch bis zum Ende durchziehen. Ich ging zum Amtsgericht. Die Rechtpflegerin beim Amtsgericht, bei der ich war, sagte, dass sie keine Chance sehe, dagegen anzugehen. Jedoch bestand ich darauf den Beratungsschein für den Anwalt zu bekommen.

Irgendwie wurde mir immer klarer, wie Deutschland zu seiner unrühmlichen Vergangenheit gekommen ist. Und - wie immer eigentlich, interessiert es das Bürgertum nicht, oder will sich nicht damit belasten. Diejenigen, die davon nicht tangiert und betroffen sind, sind heilfroh darüber, nicht zu den Ausgegrenzten zu gehören. Diejenigen, die betroffen sind, kämpfen gegen Windmühlen. Mit dem Beratungsschein in der Hand stiefelte ich also zu einem Anwalt für Sozialrecht in meiner Wohnnähe und erzählte ihm meine Geschichte.

Natürlich hätte ich auch dieses durchgezogen bis zum Ende, keine Frage. Der Anwalt übersandte mir schon mal den Antrag auf Prozesskostenhilfe. Im Wiederholungsfall würde meine Wahl ganz sicher nicht noch einmal auf diesen Anwalt fallen. Es fiel mir leicht.

In Stimmung war ich eh nicht. August abändert und die Sanktionierung für die drei Monate November - Januar aufhebt. Eine sehr beliebte Standardbegründung. Wäre man Gefahr gelaufen, dass mafiöse Strukturen aufgedeckt worden wären? Februar Nachtrag Praktikumszwang. Die Gerichte stimmen mittlerweile zu, dass der Zwang zur Unterzeichnung einer Eingliederungsvereinbarung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Hilfeempfängern darf zwar 'zugeredet' werden, ihre Entscheidung, eine Eingliederungsverein-.

Ein unter diesen Umständen abgeschlossener 'Vertrag' trägt Züge eines Formmissbrauchs; in Wahrheit nämlich handelt es sich möglicherweise um einseitiges Diktat. In einem Artikel der Ruhr Nachrichten vom Während des Studiums sind Praktika grundsätzlich sinnvoll, nach dem Studium allerdings rät sie dringend davon ab. Ein Praktikum nach dem Studium mache sich nicht so gut im Lebenslauf. Stattdessen empfiehlt die Karriereberaterin Trainee-Programme, die in der Regel hoch vergütet werden. Die Westfälische Rundschau berichtete: Den versprochenen Ausbildungsplatz im Anschluss als Altenpfleger hat er natürlich nicht bekommen, daraufhin hat dieser dann den Heimbetreiber auf Nachzahlung einer Vergütung für Wohnbereichshelfer verklagt und in vollem Umfang Recht bekommen.

In der Welt stand: Demnach dürfen die Behörden Arbeitslose verpflichten, zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt Bewerbungstrainings, Praktika oder Kurse zu besuchen. Nach der Katastrophe des Praktikums - nach dem fast alle Teilnehmer die eines absolviert haben, auch wieder arbeitslos wurden - hatte sich mein Fallmanager Herr K. Man sagte mir, er würde nun mit anderen Aufgaben im Hause betraut. Meine Fallmanagerin war nun die Frau S. Eine kleine, zierliche Frau, die bestimmt bitter darunter litt, dass sie wesentlich älter aussah, als sie war.

Zum Lachen ging sie vermutlich in den Keller! Vielleicht ging sie aber auch in den Keller um dort ganz bitterlich vor sich hinzuweinen. Denn Lachfalten sehen doch irgendwie anders aus. So kurz und schneidig.

Gleich zu Beginn verlangte sie meine Bewerbungsbemühungen zu sehen, die ich laut ihrem Anschreiben in Form von Duplikaten, Absagen oder Eingangsbestätigungen mitzubringen hatte.

Sie zählte die Bewerbungsnachweise akribisch und betont langsam durch. Wie eine Oberlehrerin, die mit Inbrunst bei einem ungezogenen Schüler die Hausaufgaben ganz besonders penibel kontrolliert. Nur zu gerne hätte sie eine Abweichung der in der Eingliederungsvereinbarung geforderten Zahl der Bewerbungsbemühungen entdeckt, oder irgendeinen anderen Fehler, mit dem sie die Wichtigkeit ihrer Person durch Verhängung einer Sanktion hätte zum Ausdruck bringen können.