Kostengünstiges Fondsdepot

Damit sind diese drei die ältesten und zugleich auch die wichtigsten Ratingagenturen: Gemeinsam halten sie einen Marktanteil von rund 90 Prozent. Die restlichen zehn Prozent teilen sich, je nach.

Konsumenten, Unternehmen, Staaten, aber auch Banken selbst sind nur noch lebensfähig mithilfe einer sich immer weiter drehenden Kreditspirale Interbanken-Geschäfte. Die Amerikaner könnten die Lage auf dem Kontinent gar nicht richtig einschätzen, so das Argument. Die Ratings, die fünf Jahre später für dieselben Papiere vergeben wurden, wichen ebenfalls stark voneinander ab:

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von John Moody gegründet, ist Moody’s Investors Service die älteste der drei großen Ratingagenturen. Gemeinsam mit dem Anbieter von Risikomanagement-Software Moody’s Analytics ist die Agentur unter der Dachgesellschaft Moody’s an der Wall Street gelistet.

Im Ergebnis ist festzustellen: Der Staat ist somit Komplize. Die Propagandisten der Deregulierung haben mit den Ratingagenturen selbst eine Regulierungsinstanz etabliert, und zwar eine, die ebenso mächtig wie intransparent und korrupt ist. Oder sind die Agenturen doch so unabhängig, wie sie behaupten?

Das hängt mit der Frage zusammen: Diese Frage wurde bisher auch von den besonders kritischen Kritikern des gegenwärtigen Finanzsystems nicht gestellt. Gehen wir ihr also nach. Die zu Beginn des Darin wird heute — im Sekunden-Rhythmus — die Aktienkursentwicklung der wichtigsten Unternehmen abgebildet, die an einer US-Börse notiert sind.

Sehen wir uns die zweitwichtigste Agentur an: Sie operiert von Finanzoasen aus Delaware, Virgin Islands und bewertet nicht nur Banken, Vermögensverwalter und Staaten, sondern verkauft ihnen auch zahlreiche Recherchen und Beratungsdienste. Bei ihr liegen die Verhältnisse in gewisser Weise anders: Er war mehrere Jahre Präsident der französischen Bilderberg-Sektion.

Nachbau des Louvre in Abu Dhabi. Die Ratingagenturen sind nicht unabhängig, sondern Teil von Konzernen und Finanznetzwerken. Die Agenturen bewerten nicht nur Kredite und Finanzprodukte, sondern sie verkaufen denselben Unternehmen auch die verschiedensten Beratungsdienste. Intransparenz und Geheimhaltung gehören mit der extensiven Nutzung von Finanzoasen und nichtssagenden Geschäftsberichten zur grundlegenden Praxis: Die Ratingagenturen stehen auf der Seite derjenigen, die Kredite vergeben, Wertpapiere emittieren und Geldanlageprodukte verkaufen.

Im Auftrag von Banken und anderen Finanzakteuren nehmen die Agenturen die Bewertungen im wesentlichen vor, von ihnen werden sie vor allem bezahlt, von ihnen kommen die bei weitem meisten Aufträge. Konsumenten, Unternehmen, Staaten, aber auch Banken selbst sind nur noch lebensfähig mithilfe einer sich immer weiter drehenden Kreditspirale Interbanken-Geschäfte.

Deshalb steht die Bewertung logischerweise im ursächlichen Zusammenhang mit Enteignungen und der Über tragung fremden Eigentums in das Eigentum der Kreditgeber und Verkäufer. Die Kreditkonditionen verschlechtern sich, die Zinsen werden erhöht. Wäre es nicht besser, wenn nicht die Kreditgeber und Verkäufer, sondern die Kreditnehmer und Käufer die Ratings beauftragen und bezahlen?

Denn wir haben mehr Zugang zu nicht öffentlich zugänglichen Informationen, wenn wir im Auftrag der Emittenden handeln. Der Agenturchef bestätigt zudem den grundsätzlichen Webfehler seiner Tätigkeit: Damit verdienten die Agenturen zwischen und dreimal mehr als mit der Bewertung von Unternehmensanleihen.

Ein Rating kostet zwischen 30 und USDollar. Gleichzeitig waren die Agenturen als Lobby tätig, um in allen wichtigen Staaten die Regierungen dazu zu bringen, Verbriefungen und andere strukturierte Finanzprodukte gesetzlich zu fördern. Sie haben nicht einmal die eigenen Standards eingehalten. Vorgesetzte drohten ihren Analysten: Hör auf damit, sonst verlieren wir unsere Kunden an die Konkurrenz!

Er sollte die hohen Gewinne in diesem Bereich nicht gefährden — im ersten Halbjahr waren es Millionen Dollar. Das förderte das Rating-Hopping oder Rating-Shopping: Als ich ihn fragte, was das bedeutet, erklärte er: Warum quälst du mich?

Die Einstufungen sind zugleich, wenn es sich um Kredite handelt, verbunden mit bestimmten Kreditbedingungen: Wurden die Kredite unter falschen oder unvollständigen Informationen den Kreditnehmern aufgeschwatzt? Die Agenturen bewerten nicht nur, sondern helfen den Kunden, Kredite und Wertpapiere vor dem Rating zu strukturieren indicative rating.

Investmentbanken, konnten solange ändern und nachbessern, bis freundlicherweise ein Triple A gewährt wurde. Die Bewertungen werden mit Hilfe von mathematischen Risikomodellen erstellt. Erst urteilten sie zu lasch und jetzt zu hart. Sie machen einen schwierigen Job. Jetzt hat sich auch die Kirche eingeschaltet. Sie sollen die Misere von Schuldenländern wie Griechenland, Portugal oder Italien verstärkt, wenn nicht sogar mitverursacht haben.

Angefangen hat alles mit der Eisenbahn. Jahrhundert mussten sich die Eisenbahngesellschaften Geld leihen, um ein Schienennetz quer durch die Vereinigten Staaten zu bauen. Weil die Investoren in den Städten nicht wussten, wem sie trauen konnten, begannen Leute wie Henry Varnum Poor, die Gesellschaften zu bewerten.

Er sammelte Informationen über die Firmen und ihre Manager und veröffentlichte seine Urteile in einem Buch. Mit seiner Hilfe entschieden die Geldgeber, ob sie das Risiko eingehen wollen und welchen Zinssatz sie dafür verlangen. Die Urteile, die sie fällen, sind lediglich Meinungen, das betonen sie immer wieder. Diese Meinung kann man teilen — oder auch nicht.

Je mehr Ratings eine Agentur erstellt, desto mehr Urteilsvermögen trauen die Anleger ihr zu. Darum hat ihr Wort so viel Gewicht. Wenn sie die Kreditwürdigkeit eines Landes herabstufen, kann das für die Besitzer von Staatsanleihen ein Signal sein, die Papiere zu verkaufen. Manchmal müssen die Besitzer das sogar — wenn beispielsweise eine Fondsgesellschaft ihren Anlegern versprochen hat, ihr Geld nur in Papiere mit einem A-Rating zu investieren.

Versicherungen sind sogar gesetzlich dazu verpflichtet, bestimmte Benotungen nicht zu unterschreiten. Ein schlechtes Rating ist für die betroffenen Länder also doppelt schlimm: Ihre Banken haben in der Regel vor allem eigene Staatsschulden aufgekauft, die jetzt nicht mehr als Sicherheiten gelten. Sie kommen also nicht mehr so leicht an das Geld der EZB. Die Investoren verlangen höhere Risikoaufschläge dafür. Die Zinsen steigen immer weiter, und damit auch die Staatsschulden. Eine Pleite wird also noch wahrscheinlicher als vor der Abstufung.

Im schlimmsten Fall droht eine Abwärtsspirale. Allerdings verlassen sich die Investoren nicht nur auf die Ratingagenturen. Jedoch kann es durch die Bewertung der Unternehmensbonität durch Ratingagenturen schnell zu weitergehenden Problemen kommen, die sich in Form eines Teufelskreises gegenseitig bedingen. Jede Ratingverschlechterung downgrading kann bei vertraglich vereinbarten Klauseln oder Nebenabreden financial covenants ein trigger event , nämlich für den Gläubiger ein Kündigungsgrund sein.

Zudem führen auch die sogenannten Cross-Default-Klauseln zu Kündigungen von Kreditverträgen, die selbst keinen ratingbedingten trigger enthalten. Eine Ratingagentur kann durch Herabsetzen des Ratings eine Unternehmenskrise schnell verschlimmern oder sogar erst schaffen , sollte es zu ratingbedingten, automatisierten Kreditkündigungen kommen.

Ferner kann jede Ratingverschlechterung über automatisierte Zinserhöhungen margin-grids zu einer Erhöhung der Kreditzinsen beitragen. Dies löst ebenso einen Teufelskreis aus, weil über die erhöhten Kreditkosten ceteris paribus die Gewinne des Schuldners sinken oder dessen Verluste steigen — womit die Bonität des Unternehmens weiter sinkt. Institutionellen Anlegern ist eine Anlage in Unternehmen unterhalb einer bestimmten Ratingstufe untersagt, so dass auch Fonds und Versicherungen bei ihren Kauf- und Verkaufsentscheidungen derartigen Ratingvoraussetzungen unterliegen.

Letztlich werden Gläubiger oder potenzielle Geschäftspartner des herabgestuften Unternehmens vorsichtiger, investieren weniger oder steigen gar aus dem Unternehmen aus und machen mit diesem Verhalten weitere Herabstufungen im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung wahrscheinlich. Dieser circulus vitiosus war bei der Enron-Insolvenz — neben anderen Ursachen — entscheidend.

Diese trigger hatten dort die Fälligstellung von Krediten in Höhe von Millionen Dollar ausgelöst. Den Agenturen wird zuweilen vorgeworfen, dass sie zu enge Beziehungen zum Finanz- Vorstand von Schuldnern Emittenten pflegen, was zu übertriebenem gegenseitigen Einfluss führen kann oder sie gar der Gefahr der Irreführung aussetzt.

Drohende Herabstufungen könnten zu Streitigkeiten oder gar einem Verlust der Gebühren zahlenden Schuldner durch Wechsel der Agentur führen. Die Gefahr eines Interessenkonflikts wird als geringer eingestuft, wenn eine Agentur viele Auftraggeber hat.

Mit vorsätzlich falschen Informationen, schlimmstenfalls in den Jahresabschlüssen , soll der interessierten Öffentlichkeit eine bessere wirtschaftliche Situation vorgetäuscht werden.

Dabei müssen die Betrugsanstrengungen allerdings so plausibel angelegt sein, dass Analysten lange Zeit keinen Verdacht schöpfen und die vorliegenden Informationen für zutreffend und plausibel halten. Enron und Parmalat waren derartige Fälle von Bilanzbetrug. Die betrügerischen, von renommierten Wirtschaftsprüfern testierten Manipulationen fielen zunächst weder den Wirtschaftsprüfern noch den Analysten der Agenturen und auch nicht den analysierenden Banken auf.

Die Agenturen haben zudem selbst betrogen. Wie durch Ermittlungen des US-Kongresses und durch zahlreiche Veröffentlichungen unwidersprochen belegt wurde, haben die Big Three Gefälligkeitsratings erteilt, unwillige Analysten gemobbt und zum Ausscheiden gezwungen, die emittierenden Banken gleichzeitig mithilfe von Tochterfirmen beraten.

Wenn die eine Agentur mit einer Bestbewertung zögerte, wechselte die Bank schnell zur nächsten Agentur oder drohte damit. Erleichtert wurde dies u. Kreditgeber wie Banken oder kommerzielle Investoren müssen bei fehlerhaften eigenen Ratings als aktive Gläubiger mit Kreditausfällen rechnen.

Damit haben ihre Ratings einen existenzsichernden, eigenverantwortlichen Status. Rating-Agenturen hingegen erstellen Schuldnerratings, ohne dem Schuldner selbst Kredite zu gewähren. Ihr Status ist damit der eines Zertifizierers ohne eigenes Risiko. Das sichert ihnen einerseits einen Teil ihrer Objektivität, vermindert aber andererseits die Eigenverantwortung beim Rating. Ratingfehler der Agenturen wirken sich somit für sie nicht existenzbedrohend aus. Dies ist inzwischen — durch die Insolvenz des Orange-County ausgelöst — in den USA auch verfassungsgerichtlich geklärt.

In Deutschland befasste sich das Kammergericht Berlin mit der Frage, ob Ratingagenturen sich für die von ihnen publizierten Mitteilungen rechtlich verantworten müssen. Bei Banken indes stellen Ratings eine u. Kernpunkte des von ihm vorgelegten Berichts vom 6. Den Agenturen wird vorgeworfen, mit der Vergabe teilweise unrealistisch guter Ratings, oft gar mit der Bestnote AAA bewertete verbriefte Wertpapiere , den Marktteilnehmern ein zu niedriges Risiko signalisiert und dadurch den Finanzmärkten einen falschen Anreiz gegeben zu haben.

Die Glaubwürdigkeit der Ratingagenturen bzw. Auch die Rolle, die die Ratings in der griechischen Staatsschuldenkrise und der Eurokrise spielen, sorgt dafür, dass die Ratingagenturen mit politischen Interessen kollidieren. An der Börse spiegelt sich der Glaubwürdigkeitsverlust in den Anleihenkursen bzw. Kritisch gesehen wird, dass die Ratingagenturen von Auftraggebern bezahlt werden, deren Finanzprodukte sie gleichzeitig bewerten sollen, was einen Interessenkonflikt darstellt.

Den Ratingagenturen wird vorgeworfen, sie unterlägen diesem Interessenkonflikt, indem sie zu gute Ratings in Aussicht stellten oder vergäben, um sich Aufträge oder Folgeaufträge zu sichern.

Wenn Anleger jedoch bezahlte Ratings veröffentlichen müssen, um ihrerseits ihren Kunden Anlageentscheidungen zu begründen, können andere Kapitalanleger kostenlos diese Auskünfte erhalten Trittbrettfahrerproblem. Von Wirtschaftsexperten wird insbesondere die Intransparenz des Ratingverfahren kritisiert. Aus Gründen des Betriebsgeheimnisses geben die Ratingagenturen nicht bekannt, aufgrund welcher Daten und Bewertungen sie zu ihrer Einschätzung kommen.

Die errechneten Ratings lassen sich dadurch nicht klar nachvollziehen, man muss sie einfach glauben. Nach Ansicht mancher Ökonomen sind die Daten aus Geschäftsberichten und volkswirtschaftlichen Kennzahlen hinsichtlich der Trefferquote, was einen Zahlungsausfall angeht, deutlich besser als die Bewertungen der Ratingagenturen. Island stand infolge des Kollapses seines Bankensektors kurz vor dem Bankrott. Dabei hatte es bereits Gerüchte um mögliche Probleme der Banken des Landes gegeben, was Ratinganalysten als übertrieben bezeichneten.