Demographie als Herausforderung fur den offentlichen Sektor


Dabei ist ein direkter Zusammenhang zwischen Zielen und eingesetzten steuerlichen Instrumenten nicht zu erkennen. Die Belege für den Vorsteuerabzug dienen dem Fiskus zugleich als Beweis für zu zahlende Steuern auf der vorangegangenen Verarbeitungsstufe und hemmen somit Steuerhinterziehung.

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Ich gebe zudem nur die Infos wieder, die Carsten Zinn verbreitet hat. Nur seine Schlussfolgerungen gefallen mir nicht, und deswegen habe ich reagiert. Wenn ich schon nicht die Darstellungen der Rechten lesen soll - vermutlich wegen Befangenheit - wieso soll ich nun den Bericht von Lucifero lesen? Ich lese ihn aber, weil ich nie genug Informationen bekommen kann.

Und mir gegenüber fair, weil Du mich ja der parteiischen Desinformation verdächtigt hast, als ob ich auf rechtem Auge blind wäre und nur linke Gewalt sehen wollte. Ich hoffe tatsächlich, dass ich mit Wort und Tat auch bei Dir einen anderen Eindruck hinterlassen konnte - seit vielen Jahren. Ich glaube sogar, Du hast die gar nicht gelesen. Der nimmt also in einem völlig unbedrohten Moment ein sehr nach Pistole aussehendes Ding in die Hand und kreuzt mit Zetteln um sich werfend provokativ am NPD-Stand auf.

Da kommt ein Überläufer. Wir sollen bestimmt seine Waffe bewundern und ihm einen Posten anbieten. Der dreht anscheinend gerade durch und wir müssen die von uns angestifteten kleinen Jungs jetzt vor den ausufernden Folgen unseres dummen Streiches irgendwie abschirmen. Selbst wenn die seine Waffe nicht gesehen haben, müssen sie vor soviel Frechheit Bauklötze gestaunt haben und es ist eher verwunderlich, dass Lucifero ohne Waffe damit durchkam und eine Übermacht zurückwich.

Die Drohkulisse muss irgendwie überzeugend gewesen sein. Wenn ich auf jemanden mit meiner Kamera zulaufe, dann kam ich dabei noch nie auf die Idee, diese zum Schlagen zu benutzen. Und auch als Schlagwaffe ziemlich unpraktisch in der Handinnenfläche drin. So blöd ist auch ein Neonazi nicht! Wahrscheinlicher ist, dass dem Herrn mit der Pistole, der offenbar Kraft der Waffe die sich deeskalierend zurückziehende NPD vom eigenen Standort wegdrängen konnte, die Kamera und deren dokumentarische Absicht missfiel und er deswegen zufällig eine solche Bewegung ausführte, die dann tatsächlich zu Hautkontakt mit der Kamera führte, welche dabei zu Boden ging und wahrscheinlich zu Kollateralschaden im Sinne des gerechten totalen Krieges erklärt wurde.

Der Zweck heiligt jedes Mittel? Dass nun der Kamerabesitzer in Rage kam und auch dessen Freunde plötzlich beistehen wollten, kann ich nachvollziehen.

Auf ihrem Rückzug hat Lucifero - um den Sieg auszukosten - noch dreimal hinterhergefeuert. Was sagst Du denn dazu? Ich sag jetzt nichts mehr.

Ich glaube Lucifero wirklich, denn ich erkenne kein Motiv von ihm, sich absichtlich so tief mit einer Lügengeschichte hereinzureiten. Der Mann gehört möglicherweise in stationäre Behandlung! Warum vermute ich das? Wenn mich drei Kinder auf den Rücken klopfen und sofort weglaufen, dann hole ich normalerweise keine Schreckschusspistole für den Gegenangriff. Ich werfe auch nicht mir anvertrautes Infomaterial meines Arbeitgebers in den Dreck, um irgendwem zu imponieren wie ein Bäume schüttelnder Gorilla.

Ich sehe herankommende Kameras auch nicht als bedrohliche Schlagwaffe an. Und wenn jemand mit einer Schreckschuss-Verletzung bei der Polizei eine Anzeige erstattet, dann wird die Polizei, nicht aber der Schütze feststellen, ob jemand verletzt wurde. Meiner Meinung nach sollten jetzt alle 18 bisherigen Vorfälle noch einmal aufgerollt werden, um ein medizinisches Gutachten für den weiteren Umgang mit Angelo Lucifero zu ermöglichen.

Nach mehrmonatiger Ausheilung der von mir nicht ausgeschlossenen Psychose sollte er sich wieder bei der Gewerkschaft bewerben dürfen. Ist er gesund, dann würde ich Jobverlust für angemessen halten. Ergänzend zur aktuellen Diskussion nachfolgend einige von mir mit Überschriften und fettgedruckten Anmerkungen versehene Zitate aus einem längeren Artikel, der am Der Artikel sollte nach vermutlich für Angelo Lucifero Partei ergreifen, bringt aber nur weiteres belastendes Material.

So wie beim Fall Gebhardt sage ich auch diesmal wahrscheinlich richtig eine gerichtliche Verurteilung der Tat voraus. Es würde mich - nach immer mehr auftauchenden belastenden Fakten aus dem Umfeld des Angeklagten - sehr wundern, wenn ich diesmal irren sollte. Dabei bin ich eigentlich gegen eine Haftstrafe - und vermutlich wird auch der Verteidiger die Straffähigkeit des Angeklagten bestreiten und ein gesundheitliches Gutachten beantragen.

Erste Verdachtsmomente für unangemessenes, nicht gesellschaftsfähiges Verhalten, für Verfolgungswahn, für jeder Selbstkontrolle entschlüpfenden Jähzorn in der Öffentlichkeit, für besonders ausgeprägte Kritikunfähigkeit und somit eine höchstwahrscheinlich etwas gestörte Persönlichkeit könnten ja vorliegen.

Das Gericht wird sich so oder so entscheiden müssen. Und einige Gewerkschaftler und Antifaschisten werden ihre Methoden der politischen Arbeit überdenken müssen, um nicht ebenfalls zu Patienten erklärt zu werden. Psychosen aller Art sind übrigens oft auch nicht selbstverschuldet. Vielleicht hat sogar die Gewerkschaft ihre unteren Funktionäre mit Arbeits- und Erfolgsdruck Stress zu Überstunden und Schlafmangel über lange Zeiträume genötigt.

Biochemisch und statistisch ist unter solchen Umständen früher oder später eine Stoffwechselstörung zu erwarten. Diese Ärztin meinte übrigens, dass heute - im ganz normalen Wahnsinn des Kapitalismus der letzten Tage - fast jeder bereits eine mehr oder weniger kleine Meise mit sich herumtrage.

So wie ich werden sich jetzt sicher auch fast alle Leser von dieser pauschalen Diagnose ausnehmen und für geistig voll auf der Höhe erklären, nicht wahr? Das erklärt aber auch einige der hier gelesenen Argumente. An dieser Stelle möchte ich lieber wieder auf das eigentliche Thema zurückfinden, bevor nun verärgerte Zeitgenossen mit Hilfe meiner eigenen Argumente an meiner Gesundheit und Glaubwürdigkeit herumdeuteln. Angelo Francesco Lucifero, hochgewachsen, rothaarig, jetzt mit Grau durchmischt, sommersprossig, verschlug es in das thüringische Erfurt.

Als Junge fand er sich gar nicht schön, die Farben seiner Geschwister gefielen ihm besser, schwarze Haare und braune Haut. Die Abwertung der eigenen Haar- und Hautfarbe ist natürlich besonders risikobeladen. Ob sich Angelo Lucifero deswegen so gern und so oft in gesundheitliche Gefahr begibt und mit seinem provokativen Verhalten geradezu gezielt Selbstverstümmelung betreibt?

Er bestellt die Waffe, testet sie an einer Wand, ist überrascht vom Krach, sieht keine Spur an der Wand, sie scheint zur Verteidigung tauglich. Er legt sie wieder in den Karton und ins Auto, muss sie noch anmelden. Jetzt - nach solchem Vorfall - wird es vielleicht Ärger bei der Anmeldung der Pistole geben. Ich vermute, dass Waffenbesitzer ein sauberes polizeiliches Führungszeugnis nachweisen müssen.

Vielleicht hätte die gekaufte Waffe doch lieber im Auto bleiben sollen, bis sich der Käufer etwas über seine Rechte und Pflichten als Waffenbesitzer belesen hat? Angelo Lucifero klappt seinen Kofferraum auf, Musik ertönt, er verteilt Flugblätter an die Passanten [ Wenig später sieht er, wie sich ein Trupp der Jungen Nationaldemokraten mit Transparent vor den schockierten Redner schiebt.

Er nimmt die Schreckschusspistole aus seinem Auto. Jemand richtet eine kleine Kamera auf ihn, sehr nah, er schlägt sie ihm aus der Hand, erhält weitere Schläge, da zieht er die Waffe, richtet sie auf die Angreifer, die sich zurückziehen, drückt drei mal ab. Diese Selbstverteidigungsauslegung greift wirklich weit aus - wohl mindestens bis zum Hindukusch, wo Deutschland ja nun auch schon seit Jahren zum Entsetzen aller Geografielehrer seine Grenzen schützt.

Nach dem eben gelesenen Zitat entfällt nun das Argument von Selbstverteidigung völlig. Die drei Knirpse hatten sich nach einem Blick in die Augen des Angelo Lucifero bereits erfolgreich verdrückt. Transparente mit nicht strafbaren Losungen haben direkt erst einmal keinen negativen Einfluss auf den Gesundheitszustand von auch noch so erschrockenen Rednern. Und strafbare Losungen werden gewöhnlich samt Transparent recht schnell von den reichlich anwesenden und auch auf solche Fälle in Schulungen vorbereiteten Polizisten beschlagnahmt.

Und die Polizei darf wohl auch nicht von sich aus farblich oder sonstwie den Gesamteindruck störende Transparente aus dem Verkehr ziehen. Meinungsfreiheit ist eben manchmal eine verzwickte Sache, mit der zu leben mancher erst noch lernen muss. Zudem erkenne ich darin eine absichtliche Sachbeschädigung, die vermutlich auch zivilrechtlich zu Konsequenzen führt.

Die zu Boden gegangene Kamera wird bei neutralen Fallbetrachtern wahrscheinlich als Ausdruck des Schuldbewusstseins und als Vertuschungsversuch von Seiten des Angeklagten gedeutet, nicht wahr? Wie stets bei politisch motivierten Tätlichkeiten gibt es entgegengesetzte Zeugenaussagen. Zwei der Angreifer wollen nur zufällig auf dem Anger gewesen sein und durch die Schreckschüsse einen Hörsturz erlitten haben. Sie erstatten Anzeige wegen Körperverletzung.

Ist es relevant, zu wissen, weshalb sich ein Mensch auf einer Kundgebung befunden hat? Ein Hörsturz ist meiner Meinung nach keine Kleinigkeit, sondern kann eine ärgerliche Behinderung für das ganze Leben bedeuten. Darf ein Mensch, der die falsche Losung spazieren trägt, vom ersten besten Kritiker mit so einer körperlichen Behinderung bestraft werden? Diese Opfer auch noch als Simulanten zu verspotten und dazu noch - obwohl uns nicht eine Andeutung von deren Tat genannt wird - als Täter zu bezeichnen, klingt schon sehr verwirrt.

Ist denn die deutsche Sprache wirklich so schwer zu handhaben? Ausnahmen von dieser Regel sollten uns schon näher und vor allem überzeugender als in diesem Zitat erläutert werden, meine ich. Lucifero ist durch einen starken Tinnitus zu 50 Prozent als schwerbehindert eingestuft, das ist in seiner Umgebung allen bekannt. Dann sollte er eigentlich wissen, wie sich ein Hörsturz unter Umständen anfühlen kann. Auch verbessern Schreckschusspistolen nicht wirklich die Heilungsaussichten. Besonders schlechten Charakter zeigt meiner Meinung nach der, welcher selbst von Hörproblemen betroffen ist und also auch schon einmal von möglichen Ursachen wie Knall oder Dauerlärm für Hörsturz und Tinitus gehört haben sollte, trotzdem aber seine Mitmenschen und sogar sich selbst einer mutwillig herbeigeführten Knallerei aussetzt und dabei andere Leute tatsächlich gesundheitlich schädigt.

Sie tun das angesichts einer schweigenden Mehrheit, einer gleichgültigen Politik, einer Öffentlichkeit, die lieber wegsieht. Der zuverlässige Kontakt untereinander ist das einzige Mittel, sich gegen die Ignoranz zu behaupten.

Vernetzt wurden also nur die Leute, die in ähnlicher Hysterie eine aggressive Rechte sehen und also auch mit ihr ebenso hart kämpfen wollten. Die schweigende Mehrheit hat bei dieser Sichtweise das Recht, einfach Masse bzw.

Volk zu sein, verspielt und bedarf der Rettung durch Auserwählte, durch Lichtbringer, durch Lucifero und Co. Wie in einer Sekte wird untereinander abgesichert, dass dieses Feindbild gehegt und gepflegt wird. Aber die versteht das dumme Volk sowieso nicht. Deswegen verlässt man sich auch mehr auf ständiges Wiederholen der Forderung, Angelo Lucifero wieder einzustellen, statt sich ernsthaft mit dem Vorfall auseinanderzusetzen. Aber nun stellen wir uns den Vorfall einmal auf dem Schulhof vor - natürlich den Kindern zuliebe nicht mit Pistole, sondern mit einem Stock.

Wen würde die Lehrerin wohl in die Ecke stellen? Den mit dem Stock oder die beiden mit den Beulen? Würde es für die Lehrerin bei der Tätersuche eine Rolle spielen, ob mitten auf dem Schulhof gerade die vierten Klasse warum auch immer versammelt wäre und einige Drittklässler in dieser Ansammlung durch zu hohe Stimmchen aufgeflogen wären?

Ist nicht fast jeder von uns auf solchem Schulhof aufgewachsen? Ist die Haltung der schweigenden Mehrheit, die sich entsetzt von solchen Krawallmachern abwendet, nicht nachvollziehbar? Ich bitte um eine kleine Nachdenkpause! Auf dem Schulhof folgt normalerweise ein Versuch, die Kampfhähne wieder auszusöhnen. Vielleicht wäre das eine recht dankbare Aufgabe für die Presse? Auch Gewerkschaftsfunktionäre konnten sich so durchaus Respekt verschaffen. Aber dazu darf man nicht selbst in den Krawall verwickelt sein.

Dazu müsste man wirklich darüber stehen. Unsere Lehrerin hätte das vermutlich locker geschafft, nicht wahr? Gewerkschaftsfunktionäre sind Leute, die von der Belegschaft bezahlt werden. Um genau was zu tun? Krawall auf Marktplätzen stiften? Oder öffentliche Beleidigungen gegen andersdenkende Parlamentskollegen vom Stapel lassen?

Straftaten für eine so gute Sache begehen, dass derweil die Gewerkschaftsarbeit ruhig liegen bleiben kann? Würden die Funktionäre nicht mit derlei Hobbies die Kassen der Belegschaften geplündert haben und auch noch ihre Arbeitszeit in solche Nervenkitzel gesteckt haben, dann würden wohl alle Belegschaften so gut vertreten worden sein wie die der Lokführer der GDL. Demnächst hören wir vielleicht von Funktionären, die auf Kosten der Dienststelle eine Fallschirmspringer-Ausbildung machen oder den Südpol bereisen?

Wahrscheinlich haben die meisten Gewerkschaften seit langer Zeit nur den Bock zum Gärtner bestellt. Das sieht man an den Billiglöhnen und zusammenbrechenden Tarifstrukturen, aber auch an wanderfreudigen Konzernen Nokia und der Mitgliederzahl der Gerwerkschaften. Ich versuche mich nun noch einmal als Wahrsager: Am Ende wird nur noch eine solche Gewerkschaft bestehen, die auch ihre Kernaufgaben erledigt und dabei effizienter mit Arbeitszeit und Kampfkasse umgeht als die mit Polspielchen abgelenkten Konkurrenz-Gewerkschaften.

Wo würden Sie denn lieber Mitgliedsbeiträge einzahlen? Soll ein Kollege Lucifero für Sie den nächsten Lohn aushandeln? Sonst hat der doch wichtigere Dinge zu erledigen! Gewerkschaftsfunktionäre fallen in letzter Zeit sehr selten mit erfolgreichen Tarifverhandlungen auf, dafür um so mehr mit gerichtlich verurteilten Straftaten. Oder stecken da die selben Kräfte dahinter, die auch als V-Leute die NPD medientechnisch und personell zu dem machen, als was sie heute unterwegs ist?

Vielleicht lesen Sie doch einmal etwas über Polspielchen? Eventuell tun wir Leuten, die sich wie A. Lucifero übereifrig mit irgendeinem Feind auseinandersetzen müssen, auch Unrecht, wenn wir allein den schlechten Charakter oder die mangelhafte Erziehung bzw.

Signale, die der eigenen Tunnel-Realität widersprechen, werden weggefiltert. Das entspricht dem Tunnelblick des stark alkoholisierten Autofahrers, den wir ja auch als nicht voll fahrtüchtig begreifen. Die Gefahr, in eine solche Blockierer-Rolle zu geraten, droht nicht nur den Oppositions parteien und sie droht nicht nur angesichts des nun verschobenen Regierungsvorhabens; nein, sie droht in der Steuerdebatte generell allen, die an der sozialen Ausgleichsfunktion der Einkommensteuer festhalten wollen, wenn radikale Vorschläge wie das Kirchhof-Modell die Debatte bestimmen.

Ein Beispiel für die Fallstricke, die eine Steuerdebatte bereit hält für jeden, der sich gegen Steuersenkungen ausspricht, lieferte die Phönix-Sendung "Augstein und Blome" vom Darin argumentiert Jakob Augstein mit dem Vorrang des Abbaus von Staatsschulden gegen Steuersenkungen eine für einen bekennenden Linken nicht ungefährliche Argumentationsweise, wenn man bedenkt, das mit der gleichen Begründung auch gerne Ausgabenkürzungen gerechtfertigt werden.

Daraufhin hält ihm Nikolaus Blome vor, er Augstein wolle doch eigentlich die Steuern erhöhen. Das ist einfach nur dreistes, unredliches Debattieren und wäre keiner Erwähnung wert, würde damit nicht eine Verlagerung der Begründungslast einhergehen. Denn bei wem liegt die Begründungslast, wenn nicht bei dem, der politische Veränderungen erreichen möchte?

Blome tut nun so, als wolle nicht er bzw. Dass Herr Blome eine Verlagerung der Begründungslast auf die Gegner von Steuersenkungen will, wird auch im späteren Verlauf der Diskussion nur zu deutlich. Das dem zugrunde liegende, problematische Politik- und Demokratieverständnis wird ihm von Jakob Augstein leider nicht entgegen gehalten genau so wenig wie die inhaltliche Argumentationsnot, die sich in Blomes Vorgehen offenbart.

Radikale Vorschläge, die vor allem auf eine massive Entlastung hoher Einkommen hinauslaufen, werden gerne garniert mit Details winzige Entlastungen kleiner Einkommen und präsentiert mit Schlagworten Vereinfachung! Als schmückendes Beiwerk gibt es dann noch ein paar Zahlen-Beispiele, die den Vorschlag in einem positiven Licht darstellen, die soziale Realität aber meist nur unzureichend abbilden.

Dadurch wird die propagierte Radikallösung dann so schwer angreifbar. All dies zeigt, wie und warum man schnell in die Defensive gerät, wenn man auf etwas besteht, das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Man tut deshalb gut daran, sich zu rüsten, vor allem mit der konkreten Benennung von Gegenstand und Gründen seiner Ablehnung, vielleicht auch mit Gegenvorschlägen.

Das Kirchhof-Modell Eine Diskussion um die Einkommensteuer kann man vielleicht konzeptionell etwas entwirren, indem man die folgenden drei Aspekte durchgängig trennt: Der erste Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Kritik muss immer darin bestehen, einen im Raum stehenden Vorschlag genau zu analysieren und seine Wirkung aufzuzeigen.

In seinem Beitrag legt er auch dar, warum das Modell — bezogen nur auf die Einkommensteuer — nicht aufkommensneutral sein kann. Wenn aber das Steueraufkommen aus der Einkommensteuer sinkt und das Kirchhof-Modell in seiner Gesamtheit, wie versprochen, aufkommensneutral sein soll, muss das Aufkommen aus anderen Steuern entsprechend steigen. Die Bedeutung der Einkommensteuer würde gegenüber anderen Steuern, also z. Diesen Trend gibt es, wohl auch angeheizt durch den EU-weiten Unterbietungswettbewerb bei Ertragssteuern, schon seit vielen Jahren: Erst spät wird bemerkt, dass in fast allen ostdeutschen Städten statt der in den Investitionen vorweggenommenen Wachstumsprozesse in der Realität Schrumpfung zu konstatieren ist.

Ein Teil der zunehmenden Verschuldung ostdeutscher Kommunen resultiert aus dieser Inflation der Ansprüche, die nicht eingelöst wurden. Neben diesen nicht-intendierten Folgen von Schrumpfung gibt es auch direkte Reaktionen der Personalpolitik auf die Herausforderung demographischer Wandel in ostdeutschen Kommunen.

So wurden nach festen Vorgaben der Bundesländer umfangreich Schulen und Kindergärten geschlossen. Sie erfolgten weitgehend automatisch, wenn erforderliche minimale Schüler- und Kinderzahlen in Relation zu vorhandenem Personal unterschritten wurden. In der Stadt Wolfen z. In schrumpfenden Einrichtungen wie Kindergärten, Krippen oder Horten können so die Personalkosten bei gleich bleibender Beschäftigtenzahl proportional zum Rückgang der Nachfrage reduziert werden.

Das Bewältigungsmuster der Personalpolitik des öffentlichen Dienstes in Deutschland über umfangreiche interne Flexibilität wird mit diesen häufig konsensuell zwischen Arbeitgebern und Ge- 64 Reinhold Sackmann werkschaften ausgehandelten Abkommen beibehalten, aber um eine Variante erweitert.

Welche Folgen diese Art der Bewältigung für Neueinstellungen, inhaltliche Adaptionsfähigkeit von Organisationen und die allgemeine Lohn- und Arbeitsmarktentwicklung in Ostdeutschland hatte, wäre gesondert zu prüfen. Der erfolgte umfangreiche Verkauf städtischen Wohnungseigentums in Dresden ist dabei nur ein Zeichen eines sich über die gesamte Nach-Wendezeit vollziehenden Prozesses, der getrieben wird von den unausgeglichenen Haushalten der ostdeutschen Kommunen, die sich hier allerdings nicht grundlegend von westdeutschen Kommunen unterscheiden.

Erste Spuren, die New Public Management in Deutschland bisher hinterlassen hat, bestehen in einer regen Beteiligung am internationalen Privatisierungstrend öffentlicher Unternehmen und Einheiten. Viel Aufmerksamkeit ziehen auch die Einführung einer doppelten Buchführung und einer Leistungsentlohnung auf sich. Eine Politik der Inflation politischer Macht wird in Deutschland bei Kommunen im Unterschied zu den Bundesländern begrenzt durch die Finanzaufsicht des Landes, die sehr genau die Haushaltspolitik von Kommunen prüft und gegebenenfalls Auflagen erteilt.

Lässt man diese Bewältigungsmuster ostdeutscher Kommunen in Reaktion auf demographischen Wandel Revue passieren in Hinblick auf die vorher erwähnten Thesen, so fällt ein bestimmtes Muster auf: Demographischer Wandel und der Arbeitsmarkt des öffentlichen Sektors 65 Abb.

Doppelte Buchführung und Leistungsentlohnung geplant Aspirationsdominierte politische Inflation in der ersten Hälfte der er Jahre. Gemessen am Verschuldungsstand weiterhin häufig vorhandene politische Inflation, begrenzt allerdings durch Finanzaufsicht. Im Vergleich zu den deutschen Daten sind die polnischen Daten rudimentär. Ein systematischer Vergleich ist deshalb noch nicht möglich.

Ein Sachverhalt wird allerdings bereits jetzt deutlich. Der demographische Wandel in Form eines Rückgangs der Geburtenzahlen und einer Verschiebung des Erstgeburtsalters findet in Polen deutlich später statt und gewinnt erst ab Mitte der er Jahre Fahrt. Er ist aber durchaus auch real schon spürbar. Die öffentliche Wahrnehmung für damit verbundene Probleme ist allerdings bei den kommunalen Experten noch sehr gering. Demographischer Wandel wird in Polen im öffentlichen Bewusstsein der Kommunen noch nicht als Problem wahrgenommen.

Ein möglicher Grund für die geringe Wahrnehmung demographischen Wandels in Polen ist, dass Migrationsprozesse in Polen in den Kommunen weitaus schwächer als in Ostdeutschland Prozesse des natürlichen Bevölkerungsrückgangs verstärken.

Zusammenfassung Demographische Veränderungen stellen bedeutsame Herausforderungen für moderne Gesellschaften dar. Dies gilt insbesondere für Transformationsgesellschaften, in denen innerhalb von kurzen Zeiträumen massive Veränderungen der Geburtlichkeit und Sterblichkeit auftreten und z. Es wird davon ausgegangen, dass Gesellschaften derartigen Herausforderungen nicht hilflos ausgesetzt sind, sie versuchen diese Herausforderungen auf je spezifische Weise zu bewältigen.

Im Fokus des Artikels stehen die Bewältigungsformen von demographischem Wandel in der Personalpolitik des öffentlichen Sektors. Allgemein wird hier von einem Challenge-Response-Modell ausgegangen. Dabei wird ein Ressourcenverlust als Ausgangspunkt für eine Krise gesehen. Strukturmuster sind die Folgen einer Gewohnheitsbildung, einer Institutionalisierung von Handlungsorientierungen und einer rationalen Interessenkalkulation.

Für die Untersuchung der Bewältigung demographischen Wandels in der Personalpolitik des öffentlichen Sektors lässt sich das Challenge-Response-Modell konkretisieren. In Transformationsstaaten wurde in einer ersten Phase ein Set von ökonomischen und politischen Institutionen geschaffen, das eine flexible Adaptabilität ermöglichen sollte. Seine Bewährungsprobe erfahren diese Institutionalisierungen in den alltäglichen Problemen von Transformationsstaaten, die sich in verschiedenen nicht-intendierten Folgen zeigen.

Demographische Alterungsprozesse sind eines dieser unvorhergesehenen Folgeprobleme, die sich besonders gut für Vergleiche der Adaptionsfähigkeit zwischen Transformationsstaaten eignen, da sie in fast allen Transformationsstaaten auftreten und vorhersehbare Problemlagen konstituieren.

In vier Thesen wurden Annahmen konkretisiert: In der Autonomiethese wird davon ausgegangen, dass autonome Transformationsstaaten wie z. Polen Beitrittstransformationen wie Ostdeutschland überlegen seien, weil Autokephalität das Wachsen kollektiver Selbstwirksamkeitsüberzeugungen ermögliche. In der Flexibilitätsthese wird angenommen, dass autonome Transformationsstaaten über ein flexibleres Arbeitsrecht und eine stärkere Neigung zu informellen Ar- Demographischer Wandel und der Arbeitsmarkt des öffentlichen Sektors 67 beitsbeziehungen verfügen, was die Adaptabilität mindere im Vergleich zu Beitrittstransformationen.

In der NPM-These wird behauptet, dass der internationale Diskurs zu New Public Management in autonomen Transformationsländern leichter eindringen konnte als in Beitrittstransformationen, was die Adaptabilität begünstige. In der Inflations-Deflations-These wird konstatiert, dass Beitrittstransformationen stärker über Aspirationsungleichgewichte politischer Inflation unterliegen, während in autonomen Transformationsländern politische Inflation und Deflation zugleich auftreten.

Beide Konstellationen reduzieren die Adaptabilität. Aufgrund der nur kursorischen Verfügbarkeit des Materials konnte noch keine systematische Auswertung des empirischen Materials vorgenommen werden. Die Beschränkung der kommunalen Autonomie durch Länderauflagen trägt zur Bewältigung demographischer Probleme bei, kann also als hilfreich angesehen werden. Allgemein kam es insbesondere in der ersten Hälfte der er Jahre zu starker politischer Inflation, deren Folgen noch nicht aufgehoben werden konnten.

In Polen kann dagegen konstatiert werden, dass demographischer Wandel in Kommunen von den meisten Akteuren noch nicht als beachtenswertes Problem angesehen wird. Literatur Archer, Margaret, Structure, Agency and the Internal Conversation. Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Diskontinuierlicher sozialer Wandel aus theoretischer und empirischer Perspektive, Baden-Baden: Berliner Journal für Soziologie Institutioneller Isomorphismus und kollektive Rationalität in organisationalen Feldern.

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Öffentlicher Dienst als Motor der Staats- und Verwaltungsmodernisierung. Ageing in transition countries - the state of the research. BiB, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

Employment and fertility - East Germany in the s. Unveröffentlichte Dissertationsschrift, Universität Rostock. Eine empirische Analyse des Geburtenrückgangs in den neuen Bundesländern aus der Sicht der neoklassischen Bevölkerungsökonomie. Zeitschrift für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften The empirical analysis of East German fertility after unification: European Journal of Population Interessen, Ideen und Institutionen. Luhmann, Niklas und Renate Mayntz, Personal im öffentlichen Dienst.

Mead, George Herbert, The University of Chicago Press. Zur Rolle des Normalarbeitsverhältnisses bei der sozialstaatlichen Umverteilung von Risiken. Büchtemann und Helmut Neumann Hg. Naschold, Frieder und Jörg Bogumil Hg. New Public Management in deutscher und internationaler Perspektive. Staatliche Regulierung betrieblicher Beschäftigungspolitik. Der Geburteneinbruch in Ostdeutschland nach Der Tunnel am Ende des Lichts. Zur Theorie der Interaktionsmedien.

Privatization, nationalization, and aspects of transition. Reiser, Marion und Kai-Uwe Schnapp, Jenseits der Linearität — konzeptionelle Grundlagen für die Beschreibung diskontinuierlicher Entwicklungsprozesse. Rosa, Hartmut und Steffen Schmidt, Which Challenge, Whose Response?

Am Beispiel des ostdeutschen Transformationsprozesses. CD-Rom der Sektionsbeiträge des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Zur Situation der öff. Verwaltung in den neuen Bundesländern. Tocqueville, Alexis de, Die Demokratie in Amerika. Der Gang der Weltgeschichte. Aufstieg und Verfall der Kulturen. Corruption Perception index Die Rationalität von Gefühlen, Routinen und Moral. Transformation als Experiment sozialen Wandels. Transformation der ostdeutschen Kommunalstrukturen: Arbeitsmärkte des öffentlichen Sektors: Herausforderungen und Flexibilität Wandel der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst: Entwicklungen und Perspektiven Berndt Keller 1.

Derzeit erfolgt eine deutliche Verschiebung des wissenschaftlichen und öffentlichen Interesses auf die überbetrieblich-sektorale Ebene, die wir im Folgenden behandeln. Ausgangspunkt sind die korporativen Akteure auf Seiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter besonderer Berücksichtigung ihrer organisatorischen Probleme Kap.

Der Schlussteil gibt einen Ausblick auf Entwicklungsperspektiven Kap. Das System der Kollektivverhandlungen, welches seine rechtliche Grundlage in der grundgesetzlich garantierten Tarifautonomie Art. Die Arbeitgeber von Bund, Ländern und Ge- 74 Berndt Keller meinden verhandelten und schlossen stets gemeinsam einheitliche Flächen- Tarifverträge mit den Gewerkschaften.

Beide Tarifpartner lobten den Anfang abgeschlossenen, nach langwierigen Redaktionsverhandlungen im Oktober in Kraft getretenen, neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst TVöD. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder — TdL, die bereits die alten Tarifverträge gekündigt hatte, war nicht zur Übernahme des TVöD bereit und insistierte auf eigenständigen Verhandlungen mit dem Ziel der Vereinbarung länderspezifischer Besonderheiten.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft — ver. Die Arbeitszeiten, konkret deren Länge, und nicht die direkten Entgelte waren der zentrale Konfliktpunkt. Einführung leistungsbezogener Entgeltkomponenten anstelle der Staffelung nach Alter und Familienstand, niedrige Einstiegstarife bzw.

Einführung einer Niedriglohngruppe, flexible Arbeitszeiten mit Arbeitszeitkonten, Abschaffung der Unterscheidung von Arbeitern und Angestellten. Wandel der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst 75 beitgeber unabhängig vom TVöD geschlossen wurde.

Dessen Vorgaben sind in der Tarifvertragspolitik, nicht nur des ÖD, einmalig: Eigene Darstellung Diese bis Ende geltende, juristisch als bindendes Angebot zu interpretierende Vereinbarung sollte ursprünglich die Arbeitszeitregelungen auf Landesund kommunaler Ebene auf gleichem Niveau festlegen; sie ist in unserem Kontext wichtig, weil sie wegen der mit ihr eingegangenen Selbstbindung die Kompromissfähigkeit von ver. Die korporativen Akteure — und ihre Probleme Die korporativen Akteure stehen vor erheblichen organisatorischen Problemen: Auf Seiten der Arbeitgeber zerfällt eine jahrzehntelang bestehende, einheitliche Abschlüsse garantierende Verhandlungsgemeinschaft; auf Seiten der Arbeitnehmer erschwert die verbandliche Zersplitterung die Aggregation und notwen- 76 Berndt Keller dige Vereinheitlichung von Interessen.

Diese Entwicklungen haben erheblichen Einfluss auf die Strategien der Akteure und ihre Durchsetzungsfähigkeit. Die lange Zeit existierende, stabile Koppelung zwischen den eingangs genannten Teilbereichen des ehemaligen öffentlichen Dienstes löst sich seit der sukzessiven Privatisierung der Sondervermögen in den frühen er Jahren auf: Im Zuge von Liberalisierungsbestrebungen und Vermarktlichungstendenzen werden vor allem auf kommunaler Ebene bestimmte Aufgabenbereiche u.

Ver- und Entsorgung sowie Personennahverkehr in unterschiedlicher Form teil- privatisiert; sie fallen damit nicht mehr in den Regelungsbereich der Tarifverträge des öffentlichen Dienstes sondern unter sog. Spartentarifverträge zu Einzelheiten Wendl Nunmehr stehen die korporativen Akteure vor innerorganisatorischen Problemen, welche Verlauf und Ergebnis der Tarifverhandlungen erheblich beeinflussen.

Besonders deutlich sind die Veränderungen auf der Ebene der Länder: Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen drohten, vor allem während des Arbeitskampfes , wiederholt und öffentlich mit Austritt, um ihren Vorstellungen Nachdruck zu verleihen. Heftige Spannungen, die den üblichen, bei Tarifverhandlungen stets notwendigen Abstimmungsbedarf überschritten, bestanden nicht nur zwischen den Repräsentanten der drei Ebenen, sondern auch zwischen den Vertretern der Kommunen und besonders denen der Länder vor allem nach Parteizugehörigkeit.

Diese Konflikte wurden erstmals öffentlich, u. Massive Kritik an der Verhandlungsstrategie der TdL, konkret vor allem an deren Verhandlungsführer, Niedersachsens Finanzminister Wandel der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst 77 Möllring, übte nicht nur die Gewerkschaft, was zu erwarten war.

Nicht-Bereitschaft zum Kompromiss erfolgte auch — durchaus öffentlich vorgebracht — aus den eigenen Reihen, womit ein neuartiges Element in der Auseinandersetzung auftrat. Insgesamt ist die organisatorische Stabilität der TdL — und damit die Verhandlungsstruktur auf Länderebene — gefährdet. Falls weitere Länder austreten sollten, stellt sich die Frage nach Bestand, zukünftigen Aufgaben bzw.

Existenznotwendigkeit der TdL umso deutlicher. Sie kann diese Schwierigkeiten bei der Aggregation bzw. Vereinheitlichung von Interessen selbst durch eine weitgehende Ausdifferenzierung ihrer Organisationsstrukturen kaum bewältigen Keller Zudem hat die Dezentralisierung der verbandsinternen Entscheidungsprozesse im Rahmen der realisierten Doppel-, d.

Matrixstruktur zur Folge, dass stets nur bestimmte Fachbereiche von Tarifverhandlungen bzw. Weiterhin besteht auf Arbeitnehmerseite, da das Prinzip der Industriegewerkschaft im öffentlichen Dienst nicht dominiert, eine gewisse organisatorische Zersplitterung, welche die Strategieabstimmung und Interessendurchsetzung gefährden kann: Die GEW versucht, die von ver.

Insgesamt handelt es sich um Tarifkooperation 78 Berndt Keller und nicht um Tarifkonkurrenz; die Beziehungen zwischen ver. Die aktuellen Beziehungen zwischen beiden Organisationen lassen sich charakterisieren als pragmatisch orientierte Form der Koexistenz trotz unterschiedlicher Organisationsprinzipien und erheblicher Differenzen vor allem in historischer Perspektive zu Einzelheiten Keller Dieser Prozess begann unmittelbar nach der ver.

Die organisatorischen Folgeprobleme dieser Prozesse aus ver. Die GdP spielte im aktuellen Konflikt keine Rolle. Seit der deutschen Vereinigung erfolgte ein erheblicher Personalabbau um ca.

Der bereits erwähnte TVöD wird nach seiner flächendeckenden Implementation diese Tendenzen verstärken. Beschäftigte im öffentlichen Dienst nach Beschäftigungsbereichen Quelle: So stieg der Anteil der Teilzeitbeschäftigten über mehrere Jahrzehnte kontinuierlich und beträgt derzeit ca.

Diese hohen Anteile atypischer Formen an der Gesamtbeschäftigung sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt und finden folglich keine Beachtung. Die auf Länderebene längere Zeit gegebene Konstellation, dass es keine bzw. Within the public sector, cost-cutting initiatives undermined job security, previously considered a defining feature of a good employer, while future plans suggest that insecurity is set to continue. Nachdem die Länder aus der Verhandlungsgemeinschaft mit Bund und Kommunen ausgeschieden waren vgl.

Für die bereits länger Beschäftigten hingegen galt die Nachwirkungspflicht des ausgelaufenen Tarifvertrages und damit die alten Arbeitsbedingungen weiter. Die Verteilung der Lasten war also asymmetrisch. Je länger diese Situation andauerte, desto mehr Arbeitnehmer waren zu den veränderten d. Last but not least: Der Anteil der Personal- an den Gesamtausgaben differiert erheblich zwischen den Gebietskörperschaften Bund ca.

Diese Unterschiede sind durch die grundgesetzlich vorgegebene Aufgabenverteilung im föderalistisch organisierten Staat zu erklären, die den Ländern u. Bundesministerium der Finanzen, http: Der Kompromiss — und seine Folgen Die ausgehandelten Kompromisse über die Länge der Arbeitszeiten haben zunächst direkte Konsequenzen für den Tarifbereich, indem sie zu einer weiteren Dezentralisierung und Heterogenisierung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen führen. Im Beamtenbereich sind Tendenzen zum Ende einer Ära festzustellen, die ebenfalls durch Veränderungen der Arbeitszeiten verursacht werden.

Einkommen, Kinderzahl oder Lebensalter abhängen kann. Die Probleme der Umsetzung bzw. Die Länder verfügen nunmehr über das Instrument der Öffnungsklauseln zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen, vor allem der Arbeitszeiten und Jahressonderzahlungen, welche nach Entgeltgruppen gestaffelt werden und das bisherige Urlaubs- und Weihnachtsgeld ablösen; damit können sie in ihrem Organisationsbereich von tarifvertraglichen Vereinbarungen abweichende Regelungen treffen.

Diese Änderungen sind als Einstieg in langfristig weitergehende Differenzierungen bzw. Arbeitszeiten und Jahressonderzahlungen bestand in der Perspektive der Gewerkschaft in Konzessionen bei der Länge der Arbeitszeiten, konkret bei deren Spreizung bzw.

Der säkulare Trend einer allmählichen Verkürzung der Wochenarbeitszeiten im öffentlichen Dienst ging spätestens in dieser Tarifrunde zu Ende vgl. Wandel der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst 85 Tabelle 3: Eine Differenzierung der Regelungen in Flächentarifverträgen, welche die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst vereinheitlichten, erfolgt nunmehr nicht nur zwischen den Ebenen; es kommt auch auf den Ebenen zu einer gewissen Fragmentierung etwa nach Ost und West oder nach finanzschwachen und -starken Ländern.

Damit gehört die über mehrere Jahrzehnte gegebene, von allen korporativen Akteuren favorisierte Bundeseinheitlichkeit tarifvertraglicher Regelungen endgültig der Vergangenheit an Keller Die vormals weitgehend vereinheitlichten, standardisierten Arbeitsbedingungen vor allem Entgelte, Arbeitszeiten werden sowohl vertikal als auch horizontal heterogenisiert.

Dieser Trend schreitet im Laufe der Zeit fort, vor allem wenn die Länder von ihrem Einzelkündigungsrecht in Bezug auf die Öffnungsklauseln zu Arbeitszeiten und Sonderzahlungen Gebrauch machen. Infolge dieser fortschreitenden Dezentralisierung ändern sich nicht nur die Arbeitsbeziehungen auf sektoraler Ebene, sondern auch die auf Ebene der Dienststellen. Die Verschiebung der faktischen Regelungsebene bzw. Die Konsequenzen dieser Entwicklungen gehen über die korporativen Akteure sowie über die prozedurale Ebene hinaus.

International-komparativ angelegte Studien belegen, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Zentralisierungsgrad des collective bargaining-Systems und der Konflikthäufigkeit in dem Sinne, dass dezentralisierte Systeme ein höheres Konfliktniveau aufweisen Bach et al.

Wandel der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst 87 Transaktionskosten8 infolge der Dezentralisierung der institutionellen Arrangements bzw. Dieser Effekt gilt weniger für die Arbeitgeber und ihre Verbände, die trotz zunehmender Transaktions- sinkende Produktions- bzw.

Entgeltkosten erwarten und daher die Dezentralisierung fördern. Bei den Transaktionskosten erfolgt eine Zunahme sowohl bei den ex ante- im Sinne von Informations-, Verhandlungs- und Vertragskosten als vor allem auch bei den ex post-Varianten im Sinne von Absicherungs-, Überwachungs- und ggf.

Die notwendigen transaktionskostenspezifischen Investitionen etwa in das spezifische Humankapital der hauptamtlichen Verhandlungsführer in Form zusätzlicher Schulungen und Weiterqualifikation nehmen zu, ohne dass positive Entwicklungen der Produktionskosten, d. Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, zu erwarten sind — wenn man von der Beendigung des längere Zeit andauernden tariflosen Zustands auf Länderebene absieht. Eine weitere Dezentralisierung der Verhandlungsebene bzw.

Insofern ist in institutionenökonomischer Perspektive das Insistieren auf der Wiederherstellung bundeseinheitlicher Regelungen nachvollziehbar — und aus ver.

Berndt Keller 88 zweifeln. Insgesamt besteht Anlass zu der Vermutung, dass die bereits bestehende Tarif- Konkurrenz der Verbände auf Arbeitnehmerseite sowohl aufgrund der gegebenen Mitglieder- und die darüber vermittelten Interessenstrukturen Multibranchengewerkschaft versus Standesorganisation als auch aufgrund der aktuellen Erfahrungen in Zukunft zunehmen wird.

Infolge der Streikaktionen des Jahres setzt sich eine weitere Form von Dezentralisierung im ehemals zentralisierten öffentlichen Dienst fort, die unterschiedlich nicht nur nach Ebenen Bund, Ländern, Gemeinden sondern auf den Ebenen auch nach einzelnen Funktions- bzw. V GG abgeleitete Dualismus der Beschäftigungsverhältnisse, d. Die Interessenverbände der Beamten, d.

Insofern verläuft in 9 Die Autoren weisen auf ein bis dato in der Bundesrepublik unbeachtetes Problem hin: Wandel der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst 89 juristischer Perspektive die Trennlinie nicht zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Dienst sondern innerhalb des öffentlichen Dienstes; allerdings sollten die faktischen Konsequenzen dieser rechtlichen Unterscheidung nicht überschätzt werden.

Bis in die er Jahre erfolgten Veränderungen der Arbeitsbedingungen als Prozesse wechselseitiger Angleichung von Tarif- und Beamtenbereich bzw. Trotz der rechtlichen Unterschiede bestand eine faktisch enge Koppelung: In der Regel wurden die materiellen Ergebnisse der Tarifverhandlungen sowohl zeitals auch inhaltsgleich auf die Beamten übertragen.

Die gesetzlich garantierten sowie die faktisch vorhandenen, darüber hinaus gehenden Einflussmöglichkeiten der Beamtenverbände wie informelle Einflussnahmen auf politische Akteure, institutionelle Bedingungen wie die sog. Verbeamtung der Parlamente, Beeinflussung der öffentlichen Meinung reichten aus, um wesentliche Unterschiede in der Behandlung der Statusgruppen zu verhindern. Durch diese Unterschiedlichkeit der materiellen Ergebnisse lassen sich in Zeiten andauernder Finanzkrisen erhebliche Einsparungen bei den Personalausgaben im Rahmen der allgemeinen Haushaltskonsolidierung und -sanierung erzielen.

Das Beamtenrecht war ausgeprägt föderalistisch: Diese Zentralisierung der Kompetenzen durch Änderung von Art. Nunmehr wird das damals mühsam vereinheitlichte Beamtenrecht — abermals auf Drängen der Arbeitgeber — wieder dezentralisiert, d. Eine mögliche Konsequenz ist das erneute Auftreten von Konkurrenz zwischen öffentlichen Arbeitgebern. Ob diese Folge flächendeckend realistisch ist, hängt u.

Die im politischen Rahmen der Förderalismusreform Art. Bisher erfolgte die Ausgestaltung der Beschäftigungsverhältnisse bzw. Arbeitsbedingungen durch den Bund, der durch die ihm übertragene Kompetenz zur Rahmengesetzgebung Vorgaben bzw. Leitlinien für die Gesetzgebung der Länder formulierte und damit Mindeststandards für sämtliche beamtenrechtlichen Regelungen setzte.

Diese bis dato im Bundesrechtsrahmengesetz formulierte Kompetenz geht auf die Länder über, die eigenständige Politiken im Sinne der Einführung abweichender Regelungen für ihre Zuständigkeitsbereiche einführen können.

Jedes Bundesland kann in Zukunft nicht nur über die Höhe der Besoldung, sondern auch über die konkrete Ausgestaltung aller übrigen Arbeitsbedingungen vor allem der Arbeitszeiten, aber auch des Personalvertretungs- sowie des Laufbahn- und Versorgungsrechts weitgehend autonom entscheiden. Die relevante Handlungsebene für alle korporativen Akteure verschiebt sich infolge dieser Änderungen vom Bund auf die Länder.

Infolge dieser erheblich ausgeweiteten Handlungs- und Gestaltungsspielräume können nach einer Übergangsfrist nicht nur die spezifischen Arbeits- Wandel der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst 91 sondern auch die allgemeinen Lebensbedingungen zwischen den Ländern — und ggf. Eine grundlegende, in etwa bundes- einheitliche Reform bzw.

Im Übrigen war im internationalen Vergleich Bach et al. Über den Tag hinaus Derzeit findet ein deutlicher, nicht mehr nur inkrementeller Wandel vor allem der Formen — aber auch der formalen Institutionen — der Arbeitsbeziehungen statt. Die Parameter von Aktion und Reaktion verschieben sich: Während früher stets die Gewerkschaften und Interessenverbände Forderungen aufstellten bzw. Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erreichten, ergreifen nunmehr die Arbeitgeber und ihre Verbände die Initiative und setzen Verschlechterungen durch.

Das stets labile Machtgleichgewicht zwischen den Tarifvertragsparteien verschiebt sich zuungunsten der Arbeitnehmervertretungen.

In langfristiger Perspektive nehmen die Unterschiede zwischen Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst ab; eine gewisse Konvergenz ist festzustellen. Der Tarifkonflikt hat nicht nur klassisch-materielle, sondern auch macht- politische Komponenten.

Es handelt sich um eine öffentlich ausgetragene Machtprobe bzw. Sie erfolgte jedoch zum erstmöglichen Termin nach Inkrafttreten des TVöD und damit noch vor dessen zweifellos schwierigen Umsetzung, geschweige denn vollständiger Implementation auf Ebene der Dienststellen.

Dieser Schritt zeugte nicht von ausgeprägter Bereitschaft zu langfristiger Verlässlichkeit, glaubwürdiger Verpflichtungsfähigkeit sowie bilateraler Kooperationsbereitschaft und trug wesentlich bei zu einer neuen, bis dato unbekannten, verschlechterten Qualität bei der Gestaltung der Arbeitsbeziehungen.

Das langfristig zu lösende Grundsatzproblem lässt sich unabhängig von Verlauf und Ergebnis einzelner Tarifrunden in folgenden Fragen zusammenfassen, die in der Öffentlichkeit zu diskutieren und zu entscheiden wären: Wie viele Beschäftigte — zu welchen Entgelten und damit zu welchem Preis — sind zur Erstellung dieser Dienstleistungspalette notwendig?

Industrial relations in the public sector. Public service employment relations in Europe. Transformation, modernization or inertia. The regulation of employment, and public sector employment policy.

British Journal of Industrial Relations Der Umbruch in der deutschen Tariflandschaft. Bordogna, Lorenzo und David Winchester, Collective bargaining in Western Europe. Strategic choices in reforming public service employment.

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung. Damkowski, Wulf und Claus Precht, Public management — neuere Steuerungskonzepte für den öffentlichen Sektor. The end of an era: Henneberger, Fred und Sarah Sudjana, Kollektivrechtliche Situation der Beamten in Deutschland.

Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst. Tarifpolitik der Gewerkschaften und Interessenpolitik der Beamtenverbände. Die Zentralisierung des föderalistischen Besoldungsrechts. Arbeitspolitik des öffentlichen Sektors. Negotiated change, modernization and the challenge of unification. Transformation, modernization or inertia, London: Von der Industrie- zur Multibranchengewerkschaft.

Personalmanagement als Business Partner, Neuwied: Zusammenschlüsse als organisatorisches Novum — das Beispiel ver. Aktuelle Entwicklungen der Beschäftigungsbeziehungen im öffentlichen Dienst. Zeitschrift für Verwaltungsrecht und Verwaltungswissenschaften Arbeitgeberverbände des öffentlichen Sektors.

Wolfgang Schroeder und Bernhard Wessels Hg. Keller, Berndt und Fred Henneberger,